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Kruzifixe, Engelsfiguren, Kerzen und Blumen von Wanderern und Pilgern schmücken die Mariengrotte.

Alte Pilgerstätte

Rätsel um geheimnisvolle Grotte nahe Kloster Schäftlarn

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Eine jahrhundertealte Mariengrotte nahe dem Kloster Schäftlarn gibt einige Rätsel auf. Die Mönche forschen zu ihrer Geschichte. Doch die Höhle bewahrt hartnäckig ihr Geheimnis. 

Schäftlarn – Unzählige Autos fahren Tag für Tag auf ihrem Weg zum Kloster Schäftlarn an dem Bildnis der Muttergottes vorbei. Nur die Wenigsten wissen, das das Plakat mit dem Gruß „Ave Maria“ ein paar hundert Meter vor dem Ortseingang nichts mit der Abtei zu tun hat, sondern einen ganz anderen Hinweis geben soll: Denn nur ein paar Schritte davon entfernt, hinter ein paar Bäumen versteckt, verbirgt sich eine jahrhundertalte Mariengrotte. An ihrem Gittertor und dem Mauerwerk hängen zahlreiche Geschenke, die Hilfesuchende und Wanderer zurückgelassen haben. Kreuze, kleine Engel, sogar eine goldfarbene indische Gottheit.

In der Grotte selbst steht eine Marienstatue, die Hände gefaltet, zu ihren Füßen ein Blumengesteck, hinter ihr eine Girlande. Nur, wie alt ist die Grotte eigentlich? Und wer ist der Erbauer? Hier beginnt das große Rätselraten.

Ein Blick ins Innere der Mariengrotte.

Seit zehn Jahren kümmert sich Franziska Büttner (89) um die Mariengrotte, fegt Blätter weg, zündet Kerzen an, füllt die Vasen mit Blumen. „Vor mir war Pater Leo mit der Pflege beauftragt“, erzählt sie. „Eines Tages kam er zu mir – unsere Familie war mit ihm befreundet – und meinte, ,Fanni, jetzt machst Du das.’“ Aber auch sie kann nicht sagen, wie alt die Gedenkstätte ist.

Der Prior und Archivar des Klosters, Pater Norbert Piller, schätzt ihre Entstehung auf alle Fälle auf vor 1848. Was ihn so sicher macht, ist eine alte Postkarte aus diesem Jahr. Neben verschiedenen gezeichneten Ansichten des Klosters findet sich auch eine der Mariengrotte. „Aber wie alt sie genau ist, kann ich nicht sagen.“

Auch ein paar Kilometer weiter, im Schäftlarner Rathaus, kann Archivar Josef Darchinger auf die Frage nach der Entstehung nur verneinend den Kopf schütteln. Auch hier gibt es keine Unterlagen. Aber er tippt auf eine ähnliche Datierung wie Pater Norbert – und erzählt seine persönliche Geschichte zu der Grotte. „Ich weiß nur noch, dass während meiner Schulzeit im Gymnasium der Benediktiner die Grotte restauriert wurde“, sagt er. „Das muss so in den 1960iger Jahren gewesen sein.“ Auf einem seiner Streifzüge stießen die Zwölf- bis Vierzehnjährigen auf die Gedenkstätte im Wald. „Das Tor war offen, die Statue war entfernt.“ Damals waren noch grüne Glassteine in das Innere eingelassen. „Wir dachten zuerst“, sagt Darchinger und lacht herzlich, „dass wir eine Schatzhöhle mit Smaragden gefunden haben.“ Etliche Jahre später – der heutige Gemeindearchivar stand kurz vor dem Schulabschluss – wurde erneut an der Grotte gearbeitet.

Besonderer Wegweiser: Dieses Bildnis der Muttergottes nahe des Ortseingangs von Kloster Schäftlarn dient als Hinweis zur Mariengrotte.

Pater Norbert kann auch noch eine Geschichte beitragen. In seinen Händen hält er eine weitere Postkarte, diesmal vom 30. Dezember 1905, liebevoll nachcoloriert. Das Motiv zeigt einen Wanderer mit Rucksack der vor der Lordesgrotte, wie sie auch genannt wird, kniet und betet. Adressiert ist sie an einen gewissen „Anton Mitterer, Gymnasiast, zur Zeit in Gars am Inn“. Der Absender, der nur mit dem Kürzel A.O. unterschrieben hat, bedankt sich bei dem damals 14-jährigen Schüler für die guten Wünsche für das neue Jahr.

Anton Mitterer selbst blieb zeitlebens mit dem Kloster Schäftlarn eng verbunden. Er trat sogar dem Orden bei und leitete ab April 1929 unter dem Namen Sigisbert II. als Abt die Geschicke des Klosters.

Nichtsdestotrotz, die Entstehungsgeschichte der Mariengrotte wird wohl ein ewiges Geheimnis bleiben.

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