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S-Bahn-Unfall bei Schäftlarn: Augenzeugen berichten von seltsamem Fahrverhalten und plötzlichem Knall

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Von: Sabine Hermsdorf-Hiss, Andrea Kästle, Doris Richter, Günter Hiel

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Wie konnte es zu dem furchtbaren S-Bahn-Zusammenstoß bei Ebenhausen-Schäftlarn nahe München kommen? Augenzeugen schildern, wie sie das Unglück erlebten.

München - Furchtbarer S-Bahn-Unfall nahe München: Bei der Kollision nahe Ebenhausen-Schäftlarn kam eine Person ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Rettungskräfte haben zahlreiche Menschen ins Kloster Schäflarn gebracht, um sie zu versorgen. Die Ursache war zunächst noch völlig unklar. Nach ersten Erkenntnissen waren die beiden Züge südlich von München in entgegengesetzter Fahrtrichtung unterwegs. In dem Bereich des Zusammenstoßes ist die Bahnstrecke eingleisig. Warum beide Züge gleichzeitig auf der Strecke gefahren seien, sei Gegenstand der Ermittlungen, erläuterte der Sprecher des Münchner Polizeipräsidiums, Andreas Franken. Das Polizeipräsidium arbeite dabei mit der Bundespolizei zusammen. Die Bahnsicherheit liegt üblicherweise im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei.

Fest steht: An der Strecke des S-Bahn-Unglücks in Schäftlarn hatte es tagsüber schon Störungen an Bahnübergängen gegeben. In solchen Fällen werden die Signale neutralisiert, die Lokführer erhalten Anweisungen vom Fahrdienstleiter und fahren „auf Befehl“. Eventuell kam es hier zu Missverständnissen. Auch der Bahn wohlgesonnene Experten sind jedoch fassungslos: „Es ist der Wahnsinn, dass die Bahn sechs Jahre nach Bad Aibling ihre eingleisigen Strecken nicht im Griff hat“, sagte ein Experte dem Münchner Merkur.

S-Bahn Ebenhausen-Schäftlarn Unfall
Ein Foto von der Unglücksstelle © Michaela Rehle/AFP

S-Bahn-Unfall bei Ebenhausen-Schäftlarn nahe München: News-Ticker von Merkur.de und tz.de

Die Landkreis-Redaktion des Münchner Merkur hat folgende Schilderungen von Augenzeugen zusammengetragen. In den News-Tickern zum S-Bahn-Unfall von Merkur.de und tz.de bleiben Sie über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

S-Bahn-Unfall bei Ebenhausen-Schäftlarn nahe München: Das berichten Augenzeugen

Der 19-jährige Carlos wollte sich zunächst eigentlich von seiner Mutter nach München fahren lassen, nahm aber dann doch die S-Bahn. Kurz nach der Abfahrt vom Bahnhof Ebenhausen sei es zum Zusammenstoß gekommen. Alle Fahrgäste seien von den Sitzen geflogen. Eine alte Frau sei danach am Boden gelegen und habe stark geblutet. Ein Kind habe laut geschrien. Er habe dann den roten Notfallhebel betätigt und die Türen der S-Bahn geöffnet. Danach seien die Menschen aus der Bahn gestiegen und die Böschung hinunter. Viele standen unter Schock.

Ein 18-Jähriger Schüler saß in der S-Bahn Richtung Wolfratshausen. Er klagt über Kopfschmerzen und hat eine Verletzung am Bein. Er war um 16.44 Uhr am Ostbahnhof eingestiegen. Nach seinen Angaben sei die S-Bahn immer wieder stehen geblieben. In Pullach sei sie 10 Minuten im Bahnhof gestanden. Insgesamt habe sie schon 20 Minuten Verspätung gehabt. Er sei im vorderen Wagen gesessen, als die S-Bahn kurz vor Ebenhausen stehenblieb. Plötzlich habe es einen Knall gegeben und er sei nach vorne in einen Sitz geschleudert worden. 30 bis 40 Menschen hätten sich im vorderen Wagen befunden, darunter viele Schüler, viele Kinder.  

Augenzeugin Lina aus Beuerberg saß in der S-Bahn, die Richtung Wolfratshausen fuhr, ganz hinten. Sie habe sich gewundert, dass die Bahn so kurz vorm Bahnhof Ebenhausen stehen blieb. Kurze Zeit später spürte und hörte sie einen heftigen Knall und sie sei nach vorne geschleudert worden. Als es anfing zu qualmen, hätten die Insassen das Abteil verlassen und sich vorsichtshalber vom Zug entfernt. Da erst habe sie gesehen, dass die Bahn, die Richtung München fahren sollte, frontal in den Zug nach Wolfratshausen gefahren war. Die Fahrerkabinen seien ineinander verkeilt gewesen. Was zum Unglück bisher bekannt ist, lesen Sie hier.

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