1. Startseite
  2. Lokales
  3. München Landkreis
  4. Schäftlarn

S7-Unglück: Menschliches Versagen als Ursache? Innenminister äußert sich - Strecke weiter gesperrt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Carl-Christian Eick, Klaus-Maria Mehr, Sabine Hermsdorf-Hiss, Katharina Haase, Franziska Konrad, Martin Becker, Andrea Kästle, Günter Hiel, Doris Richter

Kommentare

Immer mehr Details werden aus den letzten Minuten und Sekunden vor dem S-Bahn-Unglück bei Schäftlarn bekannt. Derweil sieht Bayerns Verkehrsministerin kein Problem bei eingleisigen Strecken.

16. Februar, 6.28 Uhr: Nach dem Zusammenstoß zweier S-Bahnen südlich von München gehen am Mittwoch zunächst die Ermittlungen der Polizei weiter. „Da sind Spezialisten draußen, die noch einiges ausmessen müssen mit technischem Spezialgerät“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Münchens. „Deshalb ist es fraglich, ob schon mit der Bergung angefangen wird.“

Zumal für die Bergung der zertrümmerten Bahnen auf dem erhöht gelegenen Bahndamm unter anderem auch ein Spezialkran benötigt wird; mehrere Zugteile waren aus den Gleisen gesprungen. Auch muss zunächst die Statik des Bahndamms geprüft werden.

S-Bahn-Unglück bei Schäftlarn: Menschliches Versagen als Ursache? Strecke weiter gesperrt

Als Ursache für das S-Bahn-Unglück in Schäftlarn, bei dem 18 Personen verletzt wurden und ein junger Mann starb, wird menschliches Versagen vermutet. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte am Dienstag: „Nach gegenwärtigem Stand gibt es keine Hinweise darauf, dass es um technisches Versagen geht.“ Im Moment möglicherweise eher im Vordergrund stehe, „dass einer der beiden Triebwagenführer, der Lokführer einen Fehler gemacht haben könnte“.Die beiden Lokführer waren am Dienstag noch nicht vernehmungsfähig. Dafür stellten die Ermittler die Fahrtenschreiber der beiden Triebwagen sicher und vernahmen Zeugen.

Die Unfallstrecke ist nach Angaben aus Bahnkreisen mit einer elektronischen Sicherung ausgestattet. Die Technik überwache den Zugverkehr und könne Züge im Notfall automatisch bremsen. Dieses System hat offenbar auch angeschlagen und mindestens einen Zug gebremst .Die Bahnstrecke bleibt bis auf weiteres gesperrt, ebenso die Bundesstraße, die unterhalb der Unfallstelle vorbeiführt. Die Bahn richtete einen Ersatzverkehr mit Pendelbussen und Taxis ein.

„Gibt normalerweise kein Problem“: Bayerns CSU-Verkehrsministerin Kerstin Schreyer verteidigt eingleisige Strecken

22.23 Uhr: Wenn der erste Schock erstmal verdaut ist, wird man schnell zur Tagesordnung zurückkehren, mutmaßt unser Bahnexperte Dirk Walter in seinem Kommentar zum S-Bahn-Unglück. Die politische Verantwortung tragen die CSU-Verkehrsminister, die lieber eine Milliarde Euro in einen Auto-Tunnel stecken, anstatt Katastrophen-Bahnstrecken auszubauen. Die aktuelle CSU-Verkehrsministerin des Freistaats, Kerstin Schreyer (CSU), sagt am Dienstabend dem BR, dass eingleisige Strecken nicht per se gefährlicher seien als zweigleisige. „Man hat bei Untersuchungen festgestellt, dass wir nicht mehr Unfälle auf den eingleisigen als auf den zweigleisigen Strecken haben. Weil eben die Technik so hoch ist, dass im Normalfall es kein Problem gibt.“

21.38 Uhr: Ein Knall, ein Ruck und dann Schreie, nur noch Schreie. Zwei Fahrgäste im Unglückszug schildern die Sekunden des Zusammenstoßes.

21.02 Uhr: Ein Ort steht unter Schock. Unsere Reporterin besucht Schäftlarn am Tag nach dem Unglück.

Sch..., da kommt ein Zug“: Unsere Redaktion rekonstruiert die letzten Sekunden vor dem Unglück

19.02 Uhr: Rund 24 Stunden nach dem S7-Unglück in Schäftlarn haben unsere Redaktionen versucht, sämtliche, bereits existierende Informationsschnipsel zusammenzufügen. Hier das Ergebnis: „Sch..., da kommt ein Zug“: Was in den Sekunden vor dem S7-Unglück passierte.

16.30 Uhr: Zu den ersten Einsatzkräften, die am Montagnachmittag am Unglücksort eintrafen, zählt der Kommandant der Feuerwehr Hohenschäftlarn, Daniel Buck. Gegenüber dem Münchner Merkur schildert der 49-Jährige seine Eindrücke. „Beim Eintreffen am Unglücksort war die Lage total unübersichtlich. Zunächst dachte ich, es sei nur ein Zug entgleist – als ich die Kollision sah, war dies höchst dramatisch.“ Mit Motorsägen kämpfte die Feuerwehr sich durchs Gestrüpp durch hinauf zu der frontal zusammengestoßenen S-Bahnen. „Ein Trümmerfeld“. so der erste Eindruck.

S-Bahn-Unglück in Schäftlarn: Feuerwehr berichtet von Einsatz - „Nahezu jeder war blutüberströmt“

Nun ging es um Triage: Zu entscheiden, wem man zuerst hilft, wem später. „Die, die schreien konnten, ließen wir zunächst liegen und kümmerten uns um die, die nicht mehr ansprechbar waren“, schildert Daniel Buck die Situation. „Nahezu jeder war blutüberströmt – in der Situation prasselt alles auf dich ein, du musst entscheiden, wem du zuerst hilfst.“

Neben eingeklemmten Fahrgästen lag der Fokus der Feuerwehrler auf den beiden Lokführern. „Der Lokführer der S 7 Richtung München hat offenbar noch eine Notbremsung eingeleitet und sich dann nach hinten gerettet“, berichtet Daniel Buck. Der Lokführer der S-Bahn Richtung Wolfratshausen indes habe „das unvorstellbare Glück seines Lebens gehabt“. In der völlig zerstörten Lokführerkabine hätten ihn 30 Zentimeter, die als klitzekleiner Pufferblieben, gerettet. „Der Lokführer hatte mehrere Schutzengel“, sagt Buck. Auch dem Todesopfer blickte er ins Gesicht: „Der junge Mann war dermaßen eingeklemmt, da war nichts mehr zu machen.“

Zugunglück im Landkreis München: Psychische Belastung für Feuerwehr

Über seine eigene Befindlichkeit nach dem fordernden Einsatz äußert sich der Kommandant so: „Es ging darum, die Contenance zu bewahren in einer Lage, wenn unzählige Menschen um Hilfe schreien. Psychisch wirkt das nach, schon am Abend vor Ort und den ganzen Dienstag über haben wir die Geschehnisse mit professioneller Hilfe aufgearbeitet. Wichtig ist, dass niemand posttraumatische Symptome mitnimmt aus dem Einsatz.“     

16 Uhr: Nach dem S-Bahn-Unglück gibt es nun auch ein Statement von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Er auf der eingleisigen Strecke bei Schäftlarn die Prüfung eines Streckenausbaus. „Natürlich muss jetzt sehr genau nach den Ursachen für diesen tragischen Zusammenstoß geforscht und alles dafür getan werden, um ähnliche Unfälle in Zukunft möglichst zu verhindern“, sagte Reiter am Dienstag.

„Auch ein zweigleisiger Ausbau dieser, aber auch aller anderen Strecken im S-Bahnnetz, muss dringend geprüft werden.“ Seine Gedanken seien bei den Opfern und deren Angehörigen. „Das Unglück hat ihre Leben von einem auf den anderen Moment dramatisch verändert.“ Den Verletzten wünsche er möglichst schnelle und vollkommene Genesung.

15.29 Uhr: Der Zusammenstoß zweier S-Bahnen in Schäftlarn hat einen Toten und sechs Schwerverletzte gefordert. Sein Leben verlor ein 24 Jahre alter Afghane, der schon längere Zeit in der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete am Loisachbogen in Wolfratshauen wohnte. Die Mitglieder des Asylhelferkreises um Vorsitzende Ines Lobenstein sind tief bestürzt.

Nach S-Bahn-Unglück: Trauer um verstorbenen 24-Jährigen - „Sind tief erschüttert“

Der junge Afghane, der Anfang 2018 nach Deutschland kam, „verlor sein Leben nicht auf der gefährlichen, beschwerlichen Flucht, sondern in einer alltäglichen Situation – einer Fahrt mit der S-Bahn“, so Lobenstein in einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung. „Nach einem schweren Start ins Leben und traumatisierenden Lebensumständen endete seine Flucht in Deutschland.“ Vor rund vier Jahren fand der Afghane er eine vorläufige Unterkunft in Wolfratshausen. „Angesichts solcher, meist schwieriger Umstände, versuchen die Ehrenamtlichen des Asylhelferkreises den Ankömmlingen ihren Start ins Leben zu erleichtern und erste Hürden zu nehmen“, erklärt Lobenstein.

Nicht zuletzt „haben wir immer wieder gelernt, Abschied zu nehmen“, sei es aufgrund von Abschiebungen oder Umzügen in eine andere Stadt. „Aber der Abschied durch den Tod ist endgültig und grausam“, so die Wolfratshauserin. Im Namen des gesamten Asylhelferkreises erklärt Ines Lobenstein: „Wir sind tief erschüttert und traurig, dass ein junges Leben so plötzlich endet. Unser Mitgefühl gilt allen, die um ihn trauern, vor allem der Herkunftsfamilie in Afghanistan, für die ein persönlicher Abschied nicht mehr möglich ist.“

15.02 Uhr: Zum Zugunglück in Schäftlarn äußert sich auch Kreisbrandrat Harald Stoiber (45) gegenüber dem Münchner Merkur. Er leitete den Einsatz am Unfallort. Aus seiner Sicht gibt es keine ersten Erkenntnisse zur Unglücksursache. „Dafür haben wir keine Expertise und das ist für uns auch semi-interessant. Unser Fokus lag auf einer schnellen Patientenbefreiung, und diese ist uns hervorragend gelungen, wie das Zeitfenster zeigt – nach nur dreißig Minuten hatten wir die letzten Personen aus den Zugtrümmern befreit“, so Stoiber.

S-Bahn-Unglück bei Schäftlarn: Feuerwehr berichtet von Einsatz

Der Kreisbrandrat berichtet vom Einsatz in Schäftlarn. „Der erste Anblick ist natürlich bedrückend und erschreckend. Aber dafür trainieren wir, das ist unser tägliches Brot: in solchen Extremsituationen unter Adrenalin zu funktionieren. Die erste Aufgabe war, trotz der schwierigen Geländesituation mit starker Hangneigung an der Böschung eine Zuwegung zu finden, in diesem Fall über Steckleitern. Auch das ist ein Standardvorgehen bei der Feuerwehr.“

Allerdings betont Stoiber auch: „Aber ein Einsatz wie dieser ist kein Standard. Wenn blutüberströmte und traumatisierte Menschen aus den Waggons taumeln: Solche Momente lassen sich nicht schulen.“ Dasselbe gelte beim Stichwort psychische Belastung. „Auf die kann sich, an einem Abend wie in Schäftlarn, keiner vorbereiten“, so der Kreisbrandrat. „Also geht es darum, Ruhe auszustrahlen und sie zu übertragen von hinten nach vorn, von erfahrenen zu jungen Einsatzkräften. Aber wenn die Einsatzanspannung wegfällt, dann kommen die Emotionen – diese beeindruckenden Bilder der Wucht, Dynamik und Kinetik zerfetzter Eisenbahnwaggons, die steckt keiner weg. Ich bin nach Einsatzende noch durch die Reihen der Kollegen gegangen, habe mit vielen gesprochen, eine erste Bestandsaufnahme gemacht.“

S-Bahn-Unglück in Schäftlarn: Polizei dementiert Meldung von Bild-Zeitung

14.13 Uhr: Das Polizeipräsidium München dementiert die Meldung der Bild-Zeitung, dass „die Ermittler davon ausgehen, dass einer der Lokführer trotz rotem Haltesignal losgefahren ist“. Gegenüber der tz und dem Münchner Merkur gegenüber stellt ein Sprecher klar: „Das stimmt so nicht.“ Vielmehr würden die Ermittlungen weiter in alle Richtungen gehen – und dabei technische Ursachen und wie auch mögliches menschliches Versagen beleuchten.

13.15 Uhr: Der tragische S-Bahnunfall hat im LMU-Klinikum Großhadern einen Alarmplan ausgelöst. Konkret bedeutet das: Das Klinikum hat seine Notfallkapazitäten aktiviert. Binnen kürzester Zeit seien in der Notaufnahme neun Schockraumteams und neun OP-Säle zur Verfügung gestellt worden. Auch zusätzliche Intensivkapazitäten wurden geschaffen, die teilweise gebraucht wurden. Acht der 18 Verletzten von Schäftlarn seien in Großhadern behandelt worden, sagte ein Sprecher.

S-Bahn-Unglück bei München: Klinikum aktiviert Notfallkapazitäten

Hintergrund dazu: Das Klinikum sei als überregionales Traumazentrum für den Bereich München-Oberbayern Süd bei diesem sogenannten Massenanfall von Verletzten (kurz: MANV) eingebunden worden, erklärte die Klinik am Dienstag.

Auch die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer hat sich nach dem Unfall erneut zu Wort gemeldet: „Meine Gedanken sind auch einem Tag nach dem schrecklichen Unfall bei den Angehörigen des Fahrgasts, der ums Leben gekommen ist und bei den Verletzten, denen ich von Herzen gute Besserung wünsche. Ich hoffe, dass sie keinen bleibenden Schäden davontragen – das gilt auch für die Seele. Menschen haben solche schrecklichen Bilder oft lange im Kopf und deshalb wünsche ich jedem, dass er und sie es gut verarbeitet. Der Krisendienst war vor Ort und jeder wurde versorgt und es wurde auch dafür gesorgt das alle gut heimgekommen sind. Mein Dank gilt allen Helferinnen und Helfern. Es waren zur Spitzenzeit rund 800 Einsatzkräfte vor Ort, wie ich von der Polizei gehört habe. Vielen Dank für den Einsatz, der sich nach auch die nächsten Tage noch fortsetzen wird.“

12.48 Uhr: Die Ermittlungen zur Ursache des S-Bahn-Unglücks laufen nach wie vor auf Hochtouren. „Ein technisches Problem wird derzeit ausgeschlossen“, sagte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gegenüber der Bild. „Wir ermitteln weiter in alle Richtungen“, bestätigt dagegen ein Pressesprecher des Polizeipräsidiums München auf Nachfrage von Merkur.de. Ob möglicherweise ein technische Ursache Auslöser für den Frontalzusammenstoß war werde ebenso geprüft, wie die Möglichkeit eines menschlichens Versagen.

S-Bahn-Unglück bei München: Menschliches Versagen nicht ausgeschlossen

12.29 Uhr: Inzwischen ist auch Näheres zu dem Todesopfer des S-Bahnunglücks in Schäftlarn bekannt. Es handelt sich um einen 24-jährigen Mann aus Afghanistan. Er sei nach ersten Informationen vor Ort 2018 nach Deutschland gekommen und lebte in einer Gemeinschaftsunterkunft in Wolfratshausen. Beim Asylhelferkreis dort ist die Trauer groß.

11.24 Uhr: Nach dem Frontalzusammenstoß zweier S-Bahnen im südlichen Landkreis München laufen vor Ort weiter die Untersuchungen. Diese dauern voraussichtlich den Dienstag über an. Die Bahnstrecke der S7 zwischen Höllriegelskreuth und Wolfratshausen ist nach wie vor gesperrt. Erst wenn die Unfallstelle wieder freigegeben ist, kann die DB mit den Aufräum- und Reparaturarbeiten beginnen, informiert die Deutsche Bahn in einer Pressemitteilung. „Eine Prognose, wann die Strecke wieder freigegeben werden kann, ist derzeit noch nicht möglich“, heißt es in dem Schreiben weiter.

S-Bahn-Unglück bei München: Bahnstrecke der S7 und B11 weiter gesperrt

Die S-Bahnen der Linie S 7 in Richtung Wolfratshausen fahren derweil bis Höllriegelskreuth und wenden dort vorzeitig.
Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Wolfratshausen und Höllriegelskreuth ist eingerichtet - ohne Halt in Icking. Zwischen Icking und Wolfratshausen gibt es einen Pendelverkehr mit Großraumtaxis.

An der Bahnstrecke entlang führt die Bundesstraße 11 zwischen München und Wolfratshausen. Auch diese ist laut BR bis auf Weiteres gesperrt. Hier werden momentan nur Rettungskräfte und Anwohner durchgelassen.

10.47 Uhr: Der Bürgermeister von Schäftlarn, Christian Fürst (CSU), hat sich nach dem tödlichen Frontalzusammenstoß zweier S-Bahnen in seiner Gemeinde tief betroffen gezeigt. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen des Todesopfers und den Verletzten des Bahnunglücks in der Gemeinde Schäftlarn“, sagte er am Dienstag. Das schwere Unglück habe ihn sprachlos gemacht. Dank gelte den zahlreichen Rettungskräften, die schnellstens geholfen hätten.

Die Zahl der Schwerverletzten ist unterdessen von fünf auf sechs gestiegen. Inzwischen sind auch die Fahrtenschreiber der beiden Triebwagen sichergestellt worden. Zudem seien bereits mehrere Menschen von der Polizei zum Hergang des Unfalls vernommen worden, sagte ein Sprecher am Dienstag. Wer genau die Vernommenen sind und ob auch die beiden schwer verletzten Triebwagenführer darunter waren, blieb zunächst unklar.

S-Bahn-Unfall bei München: Bergungskran soll Züge abtransportieren

Für den Dienstagmittag oder -nachmittag erwartete der Polizeisprecher einen größeren Bergungskran an der Unfallstelle in Schäftlarn südlich von München. Bislang sichern zwei Kräne die teilweise aus den Gleisen gesprungenen Züge. Wann genau mit der Bergung begonnen werden soll, ist noch unklar.

9.46 Uhr: Unter den Personen, die bei dem S-Bahn-Unglück in Schäftlarn schwer verletzt wurden, befinden sich Polizeiinformationen zufolge auch die beiden Lokführer. Diese könnten als wichtige Zeugen gelten, was die Ursache des Zusammenstoßes der beiden Züge betrifft. Ob die beiden Männer aktuell ansprechbar sind und für eine polizeiliche Befragung zur Verfügung stehen, ist bislang nicht bekannt.

Die Bahn-Strecke zwischen Höllriegelskreuth und Wolfratshausen bleibt aufgrund der andauernden Bergungsarbeiten derweil weiter gesperrt. Nur Anwohnerinnen, Anwohner und Rettungskräfte werden durchgelassen. 

15. Februar, 6.40 Uhr: Am Tag nach dem schweren S-Bahnunfall bei Schäftlarn, südlich von München sind noch viele Fragen ungeklärt. Im Fokus dürfte die Ursachenforschung stehen. Wie konnte es zu dem Unglück kommen, bei dem ein Fahrgast starb und 18 Menschen verletzt wurden?

Wie Polizeisprecher Andreas Franken am späten Abend mitteilte, handelt es sich bei dem Toten um einen 24-jährigen Afghanen. Von den 18 Menschen die verletzt wurden seien fünf schwer verletzt. Die 13 weiteren erlitten mittelschwere Verletzungen. Zudem seien 25 Personen ambulant versorgt worden. Insgesamt hatten sich 95 Menschen in den Zügen befunden. Einige konnten sich selbst aus den Waggons befreien, anderen halfen die Retter heraus.

S-Bahn-Unglück bei Schäftlarn: Details noch unklar - Strecke bis auf Weiteres gesperrt

Die Gleise liegen erhöht auf einem Bahndamm, was die Rettungsarbeiten und die Bergung der verkeilten Züge erschwerte. Bis in die Nacht hinein waren die Einsatzkräfte vor Ort. Insgesamt waren etwa 680 Angehörige von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Technischem Hilfswerk beteiligt. Die Staatsanwaltschaft München I leitet laut Polizeisprecher die Ermittlungen zur Unfallursache. Gutachter sollen ihre Arbeit unterstützen. Auch Augenzeugen wurden befragt.

Aufgrund der Kollision der S-Bahnen ist der Streckenabschnitt zwischen Höllriegelskreuth und Wolfratshausen bis auf Weiteres gesperrt. Die S-Bahnen der Linie S 7 in Richtung Wolfratshausen verkehren bis Großhesselohe Isartalbahnhof und wenden dort vorzeitig. Ein Schienenersatzverkehr mit Taxis zwischen Wolfratshausen und Großhesselohe Isartalbahnhof mit allen Unterwegshalten ist für Sie eingerichtet.

S-Bahn-Unfall bei München: Zahl der Verletzten gestiegen

22.42 Uhr: Die Zahl der Verletzten nach dem S-Bahnunfall in München ist auf 18 gestiegen. Wie Polizeisprecher Andreas Franken gegenüber der dpa mitteilte, hätten fünf Menschen schwere Verletzungen erlitten, 13 seien mittelschwer verletzt worden. Bei dem getöteten Fahrgast handelte es sich demnach um einen 24-jährigen Afghanen. 25 Insassen aus den beiden S-Bahnen seien zudem ambulant versorgt worden. Insgesamt befanden sich 95 Menschen in den Waggons. 

21.48 Uhr: Die Deutsche Bahn hat einen Schienenersatzverkehr eingerichtet. Den Angaben nach ist der Streckenabschnitt der Linie S7 zwischen Höllriegelskreuth und Wolfratshausen bis auf Weiteres gesperrt. Die S-Bahnen der Linie S7 in Richtung Wolfratshausen verkehren bis Großhesselohe Isartalbahnhof und wenden dort vorzeitig. Zwischen Wolfratshausen und Großhesselohe Isartalbahnhof fahren Busse, und zwar ohne Halt in Icking. Zwischen Icking und Wolfratshausen wiederum besteht ein Pendelverkehr mit Großraumtaxis.

20.02 Uhr: Nach Angaben der Feuerwehr München handelte es sich bei dem Todesopfer um einen männlichen Fahrgast. Ein Großteil der Verletzten wurde ins Kloster Schäftlarn gebracht. 14 Personen wurden zum Teil schwer verletzt, 80 weitere Passagiere werden vorsorglich untersucht.

Söder und Verkehrsministerin Schreyer sprechen Mitgefühl aus - „Es ist wirlich dramatisch“

19.45 Uhr: „Es ist wirklich dramatisch“, schildert die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) die Szenen vor Ort. Sie lobt die Arbeit der rund 200 Rettungskräfte vor Ort. Auch ein Kriseninterventionsteam ist im Einsatz. Wie lange der Einsatz noch dauert, vermag indes selbst die Ministerin nicht zu sagen. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder meldet sich zu Wort: „Das sind schreckliche Nachrichten. Wir trauern mit den Angehörigen und wünschen allen Verletzten des S-Bahn-Unglücks schnelle Genesung. Danke an all die Rettungskräfte für ihren schnellen Einsatz“, schreibt er via Twitter. „Den Angehörigen der Unfallopfer gehört unser tiefes Mitgefühl. Den Verletzten wünschen wir eine baldige und vollständige Genesung“, sagt Heiko Büttner, Chef der S-Bahn München.

19.25 Uhr: Ermittlungen zur Unfallursache dürften Sache der Staatsanwaltschaft und der staatlichen Stelle für Bahnunfalluntersuchungen sein. Fest steht: An der Strecke hatte es tagsüber schon Störungen an Bahnübergängen gegeben. In solchen Fällen werden die Signale neutralisiert, die Lokführer erhalten Anweisungen vom Fahrdienstleiter und fahren „auf Befehl“. Eventuell kam es hier zu Missverständnissen. Auch der Bahn wohlgesonnene Experten sind jedoch fassungslos: „Es ist der Wahnsinn, dass die Bahn sechs Jahre nach Bad Aibling ihre eingleisigen Strecken nicht im Griff hat“, sagte ein Experte unserer Zeitung.

19.23 Uhr: Die S-Bahnstrecke sowie die Straße unterhalb der Bahngleise ist derzeit gesperrt. Viele Menschen wissen derzeit nicht, wie sie nachhause kommen. Die letzten Zuginsassen werden noch von der Feuerwehr evakuiert. Nicht alle Fahrgäste trauten sich aus den Bahnen zu steigen und die steile Böschung hinunter zur Straße zu gehen. Viele Menschen werden noch untersucht. Es ist nicht auszuschließen, dass noch mehr verletzt wurden.

Schweres S-Bahn-Unglück nahe München: Bilder der Unfallstelle.
Die Front beider S-Bahnen wurde komplett zerstört. Das Führerhaus (l.) ist kaum mehr als solches erkennbar. © Merkur.de

19.20 Uhr: Die Polizei hat einen ersten Bericht gegenüber Pressevertretern abgegeben: Laut Andreas Franken, Pressesprecher vom Polizeipräsidium München, ereignete sich der Unfall gegen 16.35 Uhr. Nach ersten Erkenntnissen hätten sich 95 Fahrgäste in den Zügen befunden. 14 wurden beim Zusammenstoß verletzt. Ein Mensch starb. Die Bundespolizei habe die Ermittlungen aufgenommen. Ein Zug sei beim Aufprall aus dem Gleis gesprungen, doch aufrecht stehen geblieben. 47 Fahrzeuge der Feuerwehr seien vor Ort, dazu 100 Polizisten und 30 Kräfte der Bundespolizei.

18.47 Uhr: Die Polizei spricht von mindestens einem Toten. Die Zahl der Verletzten wird laufend nach oben korrigiert. Aktuell spricht die Polizei von 30 Verletzten.

S-bahnen bei Schäftlarn zusammengestoßen
Nahe dem S-Bahnhof Ebenhausen sind zwei S-Bahnen zusammengestoßen. © merkur.de

S-Bahnen stoßen bei Schäftlarn zusammen: Es gibt mehrere Verletzte und ein Todesopfer

18.32 Uhr: Es gibt ein Todesopfer nach dem S-Bahn-Unglück im Landkreis München. Das wurde nun von offizieller Seite bestätigt. Der Großeinsatz ist weiter im vollen Gange.

S-Bahn-Unglück nahe München: Mitten auf einer Straße in Schäftlarn hat sich die Feuerwehr-Einsatzleitung positioniert.
S-Bahn-Unglück nahe München: Mitten auf einer Straße in Schäftlarn hat sich die Feuerwehr-Einsatzleitung positioniert. © Sabine Hermsdorf-Hiss

(Unser Landkreis-München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Ihrer Region. Melden Sie sich hier an.)

18.30 Uhr: Der 19-jährige Carlos wollte sich zunächst eigentlich von seiner Mutter nach München fahren lassen, nahm aber dann doch die S-Bahn. Kurz nach der Abfahrt vom Bahnhof Ebenhausen sei es zum Zusammenstoß gekommen. Alle Fahrgäste seien von den Sitzen geflogen. Eine alte Frau sei danach am Boden gelegen und habe stark geblutet. Ein Kind habe laut geschrien. Er habe dann den roten Notfallhebel betätigt und die Türen der S-Bahn geöffnet. Danach seien die Menschen aus der Bahn gestiegen und die Böschung hinunter. Viele stehen unter Schock.

Einsatzfahrzeuge nahe des Unglücksorts nach dem Zusammenstoß zweier S-Bahnen nahe München.
Einsatzfahrzeuge nahe dem Unglücksort nach dem Zusammenstoß zweier S-Bahnen nahe München. © Hermsdorf-Hiss

S-Bahn-Unglück nahe München: Schüler spricht von seltsamen Fahrverhalten der S-Bahn

18.20 Uhr: Im Gasthof zur Post hat die Polizei ein Notfallzentrum eingerichtet. Unsere Reporterinnen sind vor Ort. Einsatzkräfte kümmern sich um die Fahrgäste aus den S-Bahnen. Ein 18-Jähriger Schüler saß in der S-Bahn Richtung Wolfratshausen. Er klagt über Kopfschmerzen und hat eine Verletzung am Bein. Er war um 16.44 Uhr am Ostbahnhof eingestiegen. Nach seinen Angaben sei die S-Bahn immer wieder stehen geblieben. In Pullach sei sie 10 Minuten im Bahnhof gestanden. Insgesamt habe sie schon 20 Minuten Verspätung gehabt. Er sei im vorderen Wagen gesessen, als die S-Bahn kurz vor Ebenhausen stehenblieb. Plötzlich habe es einen Knall gegeben und er sei nach vorne in einen Sitz geschleudert worden. 30 bis 40 Menschen hätten sich im vorderen Wagen befunden, darunter viele Schüler, viele Kinder.

18.08 Uhr: Augenzeugin Lina aus Beuerberg saß in der S-Bahn, die Richtung Wolfratshausen fuhr, ganz hinten. Sie habe sich gewundert, dass die Bahn so kurz vorm Bahnhof Ebenhausen stehen blieb. Kurze Zeit später spürte und hörte sie einen heftigen Knall und sie sei nach vorne geschleudert worden. Als es anfing zu qualmen, hätten die Insassen das Abteil verlassen und sich vorsichtshalber vom Zug entfernt. Da erst habe sie gesehen, dass die Bahn, die Richtung München fahren sollte, frontal in den Zug nach Wolfratshausen gefahren war. Die Fahrerkabinen seien ineinander verkeilt gewesen.

18.05 Uhr: Offenbar ist ein Mensch bei dem Unfall ums Leben gekommen. Offiziell bestätigen will die Polizei das noch nicht. Doch sie spricht von Verletzten im zweistelligen Bereich.

S-Bahn-Unglück nahe München: Ein aktuelles Foto vom Einsatzort.
S-Bahn-Unglück nahe München: Ein aktuelles Foto vom Einsatzort. © Hermsdorf-Hiss

17.43 Uhr: Offenbar wurden einige Menschen bei dem Zugunglück verletzt. Ersten Schilderungen von Augenzeugen zufolge ereignete sich der Unfall auf einem Streckenabschnitt zwischen Ebenhausen und Schäftlarn (Landkreis München), der eingleisig verläuft. Offenbar wollte die S-Bahn in Richtung Wolfratshausen gerade um die letzte Kurve biegen, bevor sie in Sichtweite des Bahnhofs Ebenhausen kam. Aus noch unklarer Ursache war da die S-Bahn in Richtung München bereits losgefahren und die beiden Züge stießen zusammen. Derzeit sind viele Einsatzkräfte der Feuerwehren im Einsatz. Zahlreiche Rettungsdienste sind vor Ort und kümmern sich um Verletzte und Menschen, die offenbar unter Schock stehen. Wärmedecken werden ausgegeben. Hubschrauber kreisen über das Gelände und Zeugen werden befragt.

S-Bahn-Unfall bei München: Gelände nur schwer zugänglich

17.22 Uhr: Die beiden Bahnen sind offenbar an einem Hang, etwa in der Höhe zum Abzweig der Straße zum Kloster zusammengestoßen. Das Gelände ist laut einer Augenzeugin schwer zugänglich. Infos zu Verletzten gibt es noch nicht. Aktuell liegen noch keine weiteren Details vor, heißt es auch von der Deutschen Bahn.

S-Bahnen zwischen Ebenhausen und Schäftlarn im Landkreis München zusammengestoßen

ERSTMELDUNG 17.14 Uhr: Zwischen Ebenhausen und Schäftlarn sind nach ersten Angaben der Polizei am späten Montagnachmittag zwei S-Bahnen zusammengestoßen. Näheres ist noch nicht bekannt. Unklar ist auch noch, ob Menschen verletzt wurden. Kräfte von Polizei und Feuerwehr sind im Einsatz.

Übrigens: Unser Bayern-Newsletter informiert Sie über alle wichtigen Geschichten aus dem Freistaat. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion