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Gut gelaunt im dreistelligen Alter: Georgine Buxbaum hat freude am Seniorenleben. 

In dem Alter darf man das

100-Jährige schimpft mit dem Bundespräsidenten - weil der so unleserlich schreibt

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Eigentlich könnte Georgine Buxbaum zu ihrem 100. Geburtstag glücklicher kaum sein. Nur eine Sache stört sie. Doch auch die ist verkraftbar.

Ebenhausen – 1919: Friedrich Ebert ist Reichspräsident, die Bavaria Film gründet sich, die Oper „Fennimore und Gerda“ von Frederick Delius wird in Frankfurt am Main uraufgeführt – und Georgine Buxbaum kommt in Außergefild (Böhmerwald) zur Welt. Ihre 100 Jahre sieht man der Jubilarin nicht an. „Vielleicht, weil ich immer ein bisschen Sport gemacht habe“, sagt sie bescheiden. „Ein bisschen“, das heißt in ihrem Fall Laufen, Radfahren, Schwimmen, Gymnastik. Über 45 Jahre war Buxbaum aktiv, bestritt sogar einige Marathonläufe, von 35 goldenen Sportabzeichen gar nicht zu reden.

Zofentochter im Baronenschloss

Geboren wurde sie auf einem Schloss. „Meine Mutter arbeitete bei der Baronin als Zofe, mein Vater kümmerte sich um die Tiere und bediente die Herrschaften.“ Die Baronin ermöglichte es der Mutter, Schneiderin zu lernen. Diesen Beruf wählte Buxbaum später auch für sich.

Dann kam die Vertreibung – die Familie landete in Straßlach, wo sie ihren späteren Ehemann Hans kennen lernte. Das Paar heiratete Anfang der 50er-Jahre und zog gemeinsam mit Sohn Hans nach Pullach. 1995 verstarb Hans Buxbaum senior, Georgine Buxbaum zog nach Wolfratshausen, um näher bei der Familie zu sein. Drei Enkel hat sie. „Stefan und Robert sind bei der Feuerwehr, Johannes ist Leiter des Isura-Madrigal-Chors in Geretsried“, erzählt die Hundertjährige voller Stolz. Mittlerweile gibt es sogar sieben Urenkelkinder, das Jüngste kam erst kürzlich im Oktober zur Welt.

Käsespätzle, Lebkuchen und basteln im Wintergarten

Nach einem Sturz in ihrer Wohnung siedelte Buxbaum 2017 um in das Alten- und Pflegeheim nach Ebenhausen. „Wir basteln im Wintergarten oder kochen zusammen Käsespätzle“, berichtet sie von ihrem Tagesablauf. „Und natürlich backen wir auch Lebkuchen.“

„Er hätte ruhig etwas leserlicher schreiben können“

Ihren Geburtstag beging die Hundertjährige im Kreise von Freunden und Familie, heute folgt eine Feier seitens des Heimes. „Sogar der Bundespräsident (Frank-Walter Steinmeier, Anm. d. Red.) hat mir gratuliert“, sagt Buxbaum und deutet auf einen Briefumschlag mit Stempel aus Berlin. „Aber ich finde, er hätte ruhig etwas leserlicher unterschreiben können – so weiß man gar nicht, wer er eigentlich ist.“ 

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