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Ihnen reicht‘s: Die Anwohner in Schäftlarn wollen, dass endlich was gegen die Geisterradler unternommen wird. 

Schäftlarner Anwohner sind sauer

Breite Front gegen Geisterradler

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Es gärt unter den Anwohnern der B11 in Schäftlarn. „Wir trauen uns nicht mehr auf die Münchner Straße rauszufahren“, sagen sie einstimmig. Der Grund dafür sind Falschfahrer auf dem Radweg, die immer wieder gefährliche Situationen provozieren. 

Schäftlarn– Es gärt unter den Anwohnern in Schäftlarn Am Floßgatter, Stehbründlweg, Ettenhofer- und Benediktstraße. „Wir trauen uns nicht mehr auf die Münchner Straße rauszufahren“, sagen sie einstimmig. Der Grund dafür sind die aus beiden Richtungen kommenden Radfahrer, die gemeinsam mit den Fußgängern den Gehweg nutzen. Und das, obwohl für die von Baierbrunn kommenden Zweiräder eigentlich hier Schluss ist. So führt das Einfahren auf die B11 aus den abschüssigen Straßen Am Floßgatter und Stehbründelweg immer wieder zu gefährlichen Situationen. „Geisterradler“ nennen die Anlieger die Falschfahrer bereits. Und: „Man muss sehr weit in den Kreuzungsbereich einfahren, um wirklich sehen zu können, wer von wo kommt“, beschreiben sie die Situation.

Beschimpfungen an der Tagesordnung

„Ich wollte gerade losfahren, als meine Enkel hinter mir ,Omi!’ geschrien haben“, erzählt eine andere Dame. Nur durch eine Vollbremsung konnte ein Unglück mit einem von oben kommenden, schnell fahrenden Radler verhindert werden. Werden diese wiederum auf ihre Geschwindigkeit angesprochen, oder dass hier eigentlich Ende und Seitenwechsel angesagt ist, sind Beschimpfungen an der Tagesordnung.

Eine andere Anwohnerin berichtet von ihrem Sohn, der auf den Rollstuhl angewiesen ist. Den Gehweg zu nutzen, wird zur Herausforderung. „Die Radler kommen, teilweise im Pulk fahrend. aus beiden Richtungen, steuern ganz nah am Rolli meines Sohnes vorbei – was ist, wenn er unvermutet mit der Hand ausholt?“ Ähnliche Probleme hätten Senioren mit Rollatoren und Mütter mit Kinderwagen. Diese ungute Situation ist sowohl in der Gemeindeverwaltung als auch beim Landratsamt als zuständige Straßenverkehrsbehörde bekannt geworden. Ebenso hatte Gemeinderätin Ulrike Prölß (CSU) das Thema immer wieder in den Sitzungen angesprochen.

Eine Lösung ist in Sicht

Jetzt ist eine Lösung in Sicht. „Bislang durften die Radler bis zur Einmündung Stehbründlweg/Floßgatter auf der linken Seite von Baierbrunn aus kommend, fahren“, fasst Bauamtsleiter Stefan Jocher die jetzige Verkehrssituation zusammen. So sollte den Radlern, die dort wohnen, erspart werden, die Bundesstraße zweimal kreuzen zu müssen. Aber: „Alle Radler, die Richtung Kloster wollen, waren angehalten, die B11 bereits oben zu queren.“ Von der anderen Seite, also von der Klosterstraße her Richtung Baierbrunn, dürfen die Radfahrer den rechten Weg gemeinsam mit den Fußgängern nutzen. „Einen Begegnungsverkehr von Radfahrern auf dem Fußweg bis zum Floßgatter dürfte es daher hier nicht geben.“ Soweit die Theorie.

Die Beschwerden der Bürger jedenfalls haben ein offenes Ohr bei den Behörden gefunden. „Es fand im Februar ein Ortstermin zwischen Vertretern der Gemeinde, der Polizei, des Staatlichen Bauamts und der Verkehrsbehörde des Landratsamts statt“, gibt eine Sprecherin des Landratsamtes Auskunft.

Neue Schilder bis Ende September

Der Vorschlag: In Abstimmung mit der Gemeinde wird die Beschilderung zukünftig so geändert, dass nun beide Geh- und Radwege durchgängig nur noch richtungsgebunden befahren werden dürfen. Das bedeutet jedoch auch, dass künftig alle Radfahrer aus Richtung Baierbrunn kommend an der Verkehrsinsel die Straßenseite wechseln müssen, auch wenn sie nur in die östlich der B11 gelegenen Wohngebiete gelangen und ihr Fahrrad nicht bis dahin schieben möchten.

Das Landratsamt rechnet damit, dass die neue Beschilderung bis spätestens Ende September angebracht sein wird.

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