Die Linné-Eiche pflanzen in Ebenhausen (v.l.) Frank Lauer, Linnea und Florian Blomeyer, Florian Hahn und Christian Fürst.
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Die Linné-Eiche pflanzen in Ebenhausen (v.l.) Frank Lauer, Linnea und Florian Blomeyer, Florian Hahn und Christian Fürst.

Baumpflanzaktion erinnert an Naturforscher Carl von Linné

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    vonSabine Hermsdorf-Hiss
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Am „Tag des Baumes“ hat Schäftlarn drei neue Bäume begonnen - teils mit historischem Hintergrund.

Schäftlarn – Zur Schaufel haben die Mitglieder des Schäftlarner Umwelt- und Mobilitätsausschusses gegriffen: Mit Spenden-Unterstützung wurden drei Bäume der insgesamt acht vorgesehenen Bäume und Büsche gepflanzt. Anlass dazu war der „Tag des Baumes“. „Ursprünglich wollten wir Schulkinder und Bürger in diese Aktion mit einbeziehen“, so Bürgermeister Christian Fürst, der zusammen mit dem CSU-Bundestagsabgeordneten Florian Hahn eine Linde gestiftet hatte. „So mussten wir die Teilnehmerzahl coranabedingt einschrumpfen.“

Doch die waren mit Eifer bei der Sache. Altbürgermeister Matthias Ruhdorfer brachte den Baum, der zusammen mit einer Eberesche (Spenderin Ingrid Rühmer) an der Kreuzung Starnberger Straße / Ecke Münchner Straße das Ortsbild verschönern soll, in die Senkrechte, Marce Tonnar, Susanne Dichtl, Hahn und Fürst schaufelten das Pflanzloch zu, Fabian Blomeyer trat die Erde fest. „Zu gegebener Zeit werden wir hier noch eine Blühwiese anlegen“, versprach Fürst.

Nächste Station war das Kriegerdenkmal in Ebenhausen. Hier hatte der Ortsverband der Grünen eine Eiche gespendet, die an Stelle einer wegen Krankheit gefällten Esche gesetzt werden soll. Eine Eiche nicht ohne Hintergedanken: „Vielleicht lebt so eine vergessene Tradition wieder auf“, sagte Fürst. 1827 wurde nämlich erstmals in Ebenhausen unter einer Eiche oder Linde das Linné-Fest zu Ehren des schwedischen Naturforschers Carl von Linné gefeiert. Besagter Baum wurde damals vermutlich am Fußweg zum Kloster von Professor Carl Friedrich Philipp Martius, dem Gründer des botanischen Gartens, gesetzt. „Jedenfalls veranstalteten Kollegen und Studenten jeden Sommer mit Speis und Trank im Gepäck einen Ausflug ins Isartal, um hier mit Reden und Gesang die Erinnerung an Linné aufrecht zu erhalten.“ Dass die Eiche oder Linde bereits 1841 eingegangen war, tat der Begeisterung keinen Abbruch. 1861 jedenfalls wurde das Fest vermutlich ein letztes Mal gefeiert.

Der Schäftlarner Adrian Danek, der sich über die Geschichte seiner Gemeinde kundig gemacht hatte, wandte sich mit der Idee, wieder eine Linné-Eiche zu pflanzen an Gerd Zattler (Grüne). Der wiederum gab diesen Vorschlag gerne weiter. Eine erste Verbindung zu Linné hat der Baum bereits. Seine Patin ist die elfjährige Linnéa Blomeyer, Tochter von Fabian Blomeyer. Denn die „Linnaea borealis“, das Moosglöckchen, wurde 1737 nach dem Forscher benannt und galt als seine Lieblingsblume. Das Vater-Tochter-Gespann erinnerte in einer Rede an die erste Pflanzung und welches Lied dabei gesungen wurde. „Vom der Pflanzen Brautgemach“ ist hier die Rede und: „Stoß an! Was da im Pflanzenreich gedeihet, das Beste, Geißtigste, Du alter Schwed! Es bleibe Dir geweihet, Dir opfern wir´s, Linné!“

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