An der Umgestaltung des ehemaligen Postgebäudes scheiden sich die Geister. Der Bauausschuss hat eine nachträgliche Genehmigung der Holzfassade abgelehnt.
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An der Umgestaltung des ehemaligen Postgebäudes scheiden sich die Geister. Der Bauausschuss hat eine nachträgliche Genehmigung der Holzfassade abgelehnt.

Holzfassade bleibt für Bauausschuss ein rotes Tuch

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    vonSabine Hermsdorf-Hiss
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Das Drama ums ehemalige Postgebäude in Ebenhausen ist um einen Akt reicher: Der Bauausschuss hat jetzt der Eigentümerin die nachträgliche Genehmigung der Holzfassade verweigert. Was das Ganze mit Kröten zu tun hat, verriet Gerd Zattler (Grüne).

Die Eigentümerin hatte zuletzt erneut einen Antrag auf nachträgliche Genehmigung der Holzfassade gestellt – und ist jetzt wieder gescheitert. Das Thema „Postgebäude“ beschäftigt den Gemeinderat seit 2012. Errichtet wurde das Gebäude im Zentrum von Ebenhausen 1934 im Auftrag der bayerischen Postbauschule von den Architekten Franz Holzhammer und Hans Schnetzer. Gebaut wurde das Haus im Stil der „Neuen Sachlichkeit“ – und gilt als repräsentativ für diese Epoche.

Unter anderem um eine Wohnbebauung zu ermöglichen, hatte der Gemeinderat erst einmal eine Bebauungsplanänderung auf den Weg gebracht – denn der damals geltende Plan schrieb „Post und Telekommunikation“ als Nutzung vor. Die Eigentümerin wollte zusätzlich noch zwei Doppelhaushälften auf dem Areal bauen.

Vorwurf: Eigentümerin hat sich nicht an Abmachung gehalten

Im Grunde waren sich die Räte damals einig: Genehmigt werden sollte eine nicht zu massive Wohnbebauung, unter dem Vorbehalt, dass der Charakter des Hauses erhalten bleibt – auch wenn das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht. Der damals vereinbarte Kompromiss: Der Rat verzichtete auf seine Forderung nach einer Tiefgarage, die Bauherrin verpflichtete sich im Gegenzug, das alte Post-Gebäude in seiner ursprünglichen Charakteristik zu erhalten.

„Davon ist jetzt nichts mehr zu sehen“, monierte Gerd Zattler (Grüne) in der jüngsten Sitzung des Bau-, Planung- und Ortsentwicklungsausschusses. Wo früher eine hellgelbe Fassade war, ist nun eine Holzverkleidung angebracht, statt mit ortsüblichen rot- bis rotbraunen Ziegeln ist das Dach grau eingedeckt. „Zu Letzterem läuft noch ein Verfahren“, bemerkte Bürgermeister Christian Fürst (CSU).

Bürgermeister hat sich an Holzfassade gewöhnt

Er machte sich für die Eigentümerin stark. „Ich muss zugeben, ich habe mich mittlerweile an die Holzfassade gewöhnt. Zudem glaube ich nicht, dass eine Entfernung und dann eine verputzte, helle Fassade die geschehenen Veränderungen noch umzukehren vermag.

Mit dieser Aussage war Zattler überhaupt nicht einverstanden. „Wir haben ein Entgegenkommen gezeigt“, erinnerte er. „Und umgekehrt? Damit würden wir eine Kröte schlucken – ich bin aber kein Krötenschlucker.“

Christine Keller (GU) versuchte zu schlichten. „Einen Bestand komplett zu erhalten, geht nur, wenn man selbst Eigentümer ist“, warf sie ein. Ein Argument, das Michael Waldherr (GU) nur eingeschränkt gelten lassen wollte. „Als Architektin kann sie das doch von fachlicher Seite im Blick behalten“, meinte er. Letztendlich entschieden sich die Räte mit einer Stimme Unterschied, die Holzfassade nachträglich nicht zu genehmigen.

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