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Regelrecht verstümmelt wurden die Ahornbäume am Kreuzweg. Der Eigentümer muss jetzt mit Konsequenzen rechnen. 

Ahornallee muss wieder hergerichtet werden

Gutachten beweist: Es war Baumfrevel

Es war Anfang Februar der Aufreger in Schäftlarn: Nach Pflegearbeiten an den Ahornbäumen am Kreuzweg in Ebenhausen waren zum Teil nur noch die Stämme und ein paar in den Himmel ragende Hauptäste übrig geblieben. Jetzt bestätigt ein Gutachten: Der Eingriff war unrechtmäßig. Und das hat Konsequenzen für den Grundstückseigentümer.

SchäftlarnNaturschützer, allen voran der Vorsitzende des Isartalvereins, Erich Rühmer, protestierten damals, nachdem die Ahornbäume so extrem gestutzt worden waren. Auch die Untere Naturschutzbehörde kündigte eine naturschutzfachliche Beurteilung an. Dieses Ergebnis liegt nun vor. „Der Baumschnitt wurde zwar von einer Fachfirma, aber unfachmännisch und überzogen durchgeführt“, so Franziska Herr, Pressesprecherin des Landratsamtes München. Die Folge: Einmorschung der Schnittflächen und nachfolgende Brüchigkeit, sowie eine stark verkürzte Lebenserwartung der Bäume. „Rechtlich gesehen stellt der Baumschnitt einen Eingriff nach Paragraf 14 des Bundesnaturschutzgesetzes dar“, betont Herr. „Die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes wurde durch die Entfernung von Nistmöglichkeiten für Vögel, die starke Schwächung der Lebensfunktion der Bäume sowie durch die Zerstörung von mindestens sieben Baumhöhlen erheblich beeinträchtigt.“

Normalerweise hätte man bei den Schnittmaßnahmen darauf achten müssen, solche Beeinträchtigungen zu vermeiden, hätte nach Alternativen suchen müssen. „Die bezweckte Verkehrssicherung wäre durch eine fachgerechte und maßvolle, baumerhaltende Pflege- und Sicherungsmaßnahme möglich gewesen. Zudem wurden Vermeidungsmaßnahmen, einschließlich der Prüfung, ob artenschutzrechtliche Belange berührt sein könnten, unterlassen.“

Diese Prüfung hat nun die Behörde übernommen, mit dem Ergebnis, dass einige Baumhöhlen nachgewiesen werden konnten. Sowohl das Alter der Bäume, als auch noch intakte Exemplare in der Umgebung weisen darauf hin, dass es viele und große Baumhöhlen gegeben haben muss. Aber: „Es gab bisher keinerlei Hinweise auf eine tatsächliche Nutzung dieser Höhlen durch Fledermäuse oder andere besonders geschützten Arten“, berichtet die Pressesprecherin weiter. „Da jedoch nur tatsächlich genutzte, nicht aber potenzielle Fortpflanzungs- oder Ruhestätten dem gesetzlichen Schutz unterfallen, können Verstöße gegen das artenschutzrechtliche Beeinträchtigungsverbot nicht nachgewiesen werden.“

Eigentümer droht eine Strafe

Das Landratsamt hat jetzt großes Interesse daran, dass „die zerstörte Allee wiederhergestellt und Kompensationsmaßnahmen für verbleibende Beeinträchtigungen erbracht werden.“ Das wäre beispielsweise eine intensive Pflege der geschädigten Bäume. „Eine kostenpflichtige Anordnung wurde dem betroffenen Grundeigentümer bereits angekündigt. Dieser hat nun die Möglichkeit, „auf freiwilliger Basis einen Plan zur Wiederherstellung und Kompensation vorzulegen.“ Dieser sollte auch darstellen, wann welche Maßnahme durchgeführt werden soll.

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