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Das Leichenhaus neben der Kirche soll neu gebaut werden. Doch die Ideen des Architekten sorgen für Zündstoff.

Ein Leichenhaus ist keine Garage

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Die Tage des Leichenhauses am Friedhof in Hohenschäftlarn sind gezählt. Ein Neubau soll her. Doch wie der aussehen soll, daran scheiden sich die Geister. 

Schäftlarn – „Risse in den Wänden, ein maroder Dachstuhl und die gesamte Elektroinstallation müssen zwingend ausgewechselt werden“, stellte Bauamtsmitarbeiter Edwin Schrott in der Sitzung des Bauausschusses die Situation dar. „Unterm Strich kommt ein Neubau günstiger als eine Sanierung.“

Zwei Vorschläge

Doch wie soll ein neues Leichenhaus aussehen? „Es steht an einer markanten Stelle“, muss Architekt Peter Pongratz zugeben. „Und der Platz ist beschränkt.“ Er schlug zudem vor, den Vorplatz etwas mehr Raum zu geben. Für das Gebäude selbst hatte er zwei Varianten skizziert: Eine mit quadratischen Grundriss, zwei Nebenräumen rechts und links des Aufbahrungsraums, der Vorraum mit zwei Nischen („Hier könnte man auch eine Gedenktafel anbringen“) durch Glasfenster und einer schön gestalteten Türe aus Bronze, vom Aufbahrungsraum getrennt.

Der zweite Vorschlag ist eine längliche Version mit einem Nebenraum im hinteren Teil. Beide Entwürfe sind zudem etwas größer als das bisherige Leichenhaus. Für die Gestaltung der Außenfassade schlägt der Architekt Stampfbeton vor. „Das sieht edel aus und unterstreicht die Würde dieses Gebäudes.“

Bislang ist das alte Leichenhaus an einer Ecke mit der Friedhofsmauer verbunden. „Hier möchte ich etwas abrücken.“ Doch gerade dieses Abrücken und der damit verbundene Platzbedarf sorgte für erste Diskussionen. „Die Kirche soll bald renoviert werden“, argumentierte Maria Reitinger (UWG), der die Vorschläge überdies zu modern waren. „Da muss ein kleiner Kran irgendwie hinten herum fahren können.“

Michael Waldherr (GU) merkte an, dass bei einer Verschiebung des Gebäudes auch der Containerplatz dahinter wegfallen würde. „Und das, nachdem wir mit Mühe und Not einen Platz gefunden haben.“ Und würden die verschiedenen Baustile – die barocke Kirche und das moderne Leichenhaus – überhaupt harmonisch aufeinander wirken? „Das jetzige“, so Christian Fürst (CSU), „ordnet sich St. Georg unter. Auch ein Neubau sollte hier keinen Kontrapunkt darstellen.“ Er würde sich eher etwas klassisch-konservatives wünschen.

Ein weltlicher Bau

„Ein Leichenhaus ist kein kirchlicher Bau sondern ein weltlicher“, konterte Architekt Pongratz. „Er stellt keine Konkurrenz zur Kirche dar.“ Dass das neue Gebäude trotz Wunsch nach Schlichtheit eine entsprechende Bedeutung ausstrahlen soll, steht für Philipp von Hoyos (Grüne) außer Frage. „Wir bauen hier schließlich keine Garage.“ Allerdings sah auch er eine Verschiebung mit gemischten Gefühlen: „Für einen Zentralbau ist der Fleck zu klein. Jetzt geht das Gebäude mit der Mauer mit, begleitet sozusagen den Weg.“ Unterm Strich tendierten die Räte zu dem einfacherem Längsbau. Nun sollen die bereits geplanten Gespräche mit dem Denkmalamt und dem Bestatter abgewartet werden, um dann eine Entscheidung zu treffen.

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