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Mit Herzblut seit 28 Jahren bei der Feuerwehr aktiv: Sonja Lohse liebt das Ehrenamt bei den Rettern. 

Sie war Hohenschäftlarns erste Feuerwehrfrau

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Der Tag der offenen Tür bei der Freiwilligen Feuerwehr Hohenschäftlarn stand am Samstag ganz im Zeichen der Frauenpower. „Wir wollten zeigen, dass Frauen durchaus ihren Mann stehen können“, sagt Kommandant Daniel Buck. Erste und immer noch aktive Frau in der Hohenschäftlarner Wehr ist Sonja Lohse (50). 

Schäftlarn– Am 1. Juli 1990 begann sie ihren Dienst. „Durch meinen ursprünglichen Beruf als Chemielaborantin war ich bereits seit einem Jahr bei der Werkfeuerwehr aktiv“, erzählt Lohse, die heute als Erzieherin arbeitet. „Und da dachte ich mir, warum machst Du das nicht auch in deiner Heimatgemeinde?“ Allerdings waren früher Frauen bei der Feuerwehr die absolute Ausnahme. „Aber unsere beiden Kommandanten konnten es sich vorstellen.“ Und mussten Überzeugungsarbeit leisten. Aber nicht bei der Mannschaft, sondern im Gemeinderat. „Kommandant Peter Mayer sprach im Gremium vor, um zu bestätigen, dass ich als bereits verheiratete Frau keinesfalls auf Brautschau bin, sondern es wirklich ernst meine.“ Zudem überzeugte Mayer auch Sonja Lohses Mann Achim, Feuerwehrmitglied zu werden. Die Feuerwehrkollegen reagierten positiv auf die junge Frau. „Wenn ich mit einem 20-Kilo-Spreizer hantieren muss und es von der Kraft her nicht schaffte, ist sofort jemand zur Unterstützung an meiner Seite. Schließlich sind wir eine Mannschaft.“

Ähnlich ist es nach Einsätzen. „Keiner muss alleine versuchen, die Bilder wieder aus dem Kopf zu bekommen. Wir machen zusammen die Fahrzeuge wieder einsatzklar, reden, tauschen uns aus.“ Zwar möchte Lohse nicht anders behandelt werden als die anderen, aber Ausnahmen gab es trotzdem. „Als ich im vierten Monat schwanger war, wurden wir zu einem Großbrand gerufen“, erinnert sie sich. „Ich spurtete los. Erst im Einsatzfahrzeug habe ich mich gefragt, ob das jetzt gut war.“ Die Führung fand eine Lösung. Die junge Frau wurde im Hintergrund eingesetzt – außerhalb des Gefahrenbereiches.

Auch das Umziehen von Privat- in die Einsatzkleidung ist kein Problem. „Ob ich an der Isar im Bikini dastehe oder hier in Unterwäsche – den Unterschied macht nur der Stoff.“ Nichtsdestotrotz sieht Lohse, die seit Jahren auch First Responder fährt, die Tätigkeit bei der Feuerwehr als Ehrenamt an. „Ich will helfen, aber ich setze auch Prioritäten. Es muss einfach zu meinem Leben passen und nicht umgekehrt.“ Ihr Fazit: „Ich habe es nie bereut, dass ich zur Feuerwehr gegangen bin.“

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