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Schäftlarn, 7.40 Uhr: Auf der Starnberger Straße geht nicht mehr viel.

Ortsumfahrung

Gegen jegliche Asphaltierung

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Keiner in der Gemeinde Schäftlarn will den Verkehr. Aber längst nicht alle wollen eine Umfahrung.

Schäftlarn– Eine Lösung des dringenden Problems in dem noch immer bäuerlich geprägten Ort, durch den täglich ungezählte Laster brettern, ist derweil nicht in Sicht. Beziehungsweise, eigentlich muss man sagen: Diese Lösung ist heute, nach jahrzehntelanger Diskussion, weniger in Sicht denn je.

Bei der letzten Mitgliederversammlung der Grünen wurde klar, dass die Mehrheit der immerhin fünfköpfigen Gemeinderatsfraktion nicht mehr hinter der ortsnahen Umfahrung steht, die sie bislang immer favorisiert hatte. Sophie von Lenthe, die, weil sie selbst nicht kommen hatte können, ihre Meinung schriftlich dargelegt hatte, schrieb: Mitte der Nullerjahre noch sei sie überzeugt gewesen davon, dass Schäftlarn die Umgehung dringend braucht. Um „die Starnberger Straße zu einer schönen Dorfstraße zu entwickeln. Heute, zehn Jahre später, habe ich meine Meinung geändert. Angesichts eines rasant sich ändernden Klimas, angesichts einer sich ebenso verändernden Mobilität bin ich gegen jede weitere Asphaltierung landschaftlicher Flächen.“

Derweil sind Christian Lankes und Gerd Zattler weiterhin dafür, die Autos aus dem Ort abzuziehen. Sie umzuleiten über eine Ausweichtrasse, die recht nah nördlich an der Gemeinde vorbeiführen würde. Und ausgerechnet dabei die grüne Flur durchkreuzt unweit des Selbsternteprojekts, bei einem kleinen Wäldchen, von dem einige Schäftlarner überzeugt sind, dass dort auch noch ein Dachs zuhause ist.

Lankes sagt, auch ihm „blutet das Herz“ bei der Vorstellung, hier mit der Teermaschine vorzufahren. Aber: „Die Autozahlen steigen, unsere Ortsentwicklung muss sich momentan den Autos unterordnen. Wir können nicht aus.“ Die ortsnahe Umfahrung sei eine „realistische Möglichkeit“. Die Alternativen erforderten mehr „Raumwiderstand“, was heißt, dass sie mehr schützenswerte Natur zupflastern. Etwa die Straßenführung durch den Forstenrieder Park Richtung Schorn beziehungsweise eine Fahrbahn am Forstenrieder Park entlang, wie die GU sie befürwortet. Dazu kommt, dass beide Varianten den Bannwald angreifen würden – und es noch lang nicht klar ist, ob sie überhaupt genehmigungsfähig wären. Lankes: „Wir haben noch nicht alle Fakten auf dem Tisch, wir müssen auf die Bescheide von der Regierung von Oberbayern warten.“

Seit Jahren kommt Schäftlarn so mit seinem größten Problem nicht vom Fleck, dessen Lösung vielleicht schlimmer wäre, als das Problem selbst es ist, während jedem Morgen – spätestens ab 7.30 Uhr – nicht mehr viel geht auf der Starnberger Straße, und Laster, die zu breit sind für diese Dorfdurchfahrt, auf die ohnehin schmalen Gehsteige ausweichen. Auch die Bürgerbeteiligung zum Thema, die 2015 auf Anregung der Grünen initiiert wurde, hat nicht wirklich neue Ideen hervorgebracht. Letztlich wurden in dem seit einem Jahr andauernden Prozess die drei bekannten Möglichkeiten nochmals formuliert. Die Variante, nichts zu machen, auf die Umfahrung zu verzichten, ist dabei allerdings nicht aufgekommen.

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