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Grüne: Umgehungsstraße Schäftlarn hat keine Zukunft

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Von: Sabine Hermsdorf-Hiss

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Tausende Autos rollen täglich durch Schäftlarn. Eine Umgehungsstraße schien lange die Lösung. Doch die Grünen rüclen nun davon ab.
Tausende Autos rollen täglich durch Schäftlarn. Eine Umgehungsstraße schien lange die Lösung. Doch die Grünen rüclen nun davon ab. Foto: hermsdirf-hiss © Sabine Hermsdorf-Hiss

Die Ansage ist unmissverständlich: „Wir von den Grünen“, so Christian Lankes während der Ortsversammlung der Partei, „werden die Umgehungsstraße Schäftlarn nicht weiter verfolgen.“

Schäftlarn - Der Politiker selbst befürwortete eine Umgehung über lange Jahre hinweg. „Doch die jetzige Situation macht ein Umdenken erforderlich.“ Die Planung der Ortsumgehung gleicht der unendlichen Geschichte. „Sie beschäftigt uns seit über 40 Jahren“, resümiert Lankes.

Beschluss für eine Variante

Die Starnberger Straße, die sich mit teilweise bis zu elf Prozent Gefälle durch Hohenschäftlarn schlängelt, wird täglich von rund 12.000 Fahrzeugen (davon rund sieben Prozent Lkw) genutzt. Dazwischen: Fußgänger, die versuchen, die Fahrbahn zu überqueren. Vor über einem Jahrzehnt kam Bewegung in die Sache. Die Gemeinderäte beschlossen, sich mit der Variante B, einer Flurtrasse im Norden Hohenschäftlarns für den Straßenausbauplan der Bayerischen Regierung zu bewerben. 2011 wurde diese hier mit Dringlichkeitsstufe R1 (Reserve) aufgenommen.

Bürgerentscheid und runder Tisch

Im Jahr 2013 fiel die Entscheidung seitens der Gemeinde, nicht auf einen in der Ferne liegenden Baubeginn zu warten, sondern dies in kommunaler Sonderbaulast selbst in die Hand zu nehmen. Landwirte, Vertreter der Bürgerinitiative, Ämter, Planer und Behörden setzten sich an einen Runden Tisch. „Wir wollten so ein Votum bekommen“, erinnert sich Lankes. „Nur, dass aus dem Runden ein Eckiger Tisch wurde.“ Eine weitere Variante am Waldrand wurde aufgeworfen. Bei einem Bürgerentscheid 2019 sprachen sich die Bürger jedoch für die B-Trasse aus.

Rechtsstreit würde Jahre dauern

Um die notwendige artenschutzrechtliche Untersuchung einzuleiten, müssten nun Fangzäune aufgebaut werden. Doch nicht alle Grundeigentümer waren bereit, die Zäune aufstellen zu lassen. Die Konsequenz wäre die Einleitung rechtlicher Schritte. „Doch das würde wieder zu einer Spaltung innerhalb der Gemeinde führen“, so Lankes.

Und dann ist da noch der Zeitfaktor. Ein Rechtsstreit kann sich über Jahre hinweg hinziehen und kostet. „Ich rechne hier mit 15 bis 20 Jahren“, gibt der Grüne zu bedenken. „Doch wie sieht die Verkehrssituation in 20 Jahren aus?“ Lankes schätzt, das der Individualverkehr sinkt. „Sind denn Straßen wirklich die Zukunft der Mobilität?“ Auch das Durchschneiden der Flur sowie die Versiegelung sind nach wie vor Themen. Und dann wäre da noch das geplante Gewerbegebiet Schorn, Der Gemeinderat hatte sich in einer Resolution gegen den Bau ausgesprochen, auch weil der so entstehende zusätzliche Verkehr die Gemeinde belasten würde. „Sie haben in ihrem Verkehrskonzept mit unserer Umgehung gerechnet.“

Grüne: Pläne begraben

Lankes spricht sich dafür aus, die Pläne für die Umgehung zu begraben und das Geld, dass dafür im Haushalt eingestellt ist, für die Verfolgung anderer Schwerpunkte zu nutzen. So wäre durchaus ein Verkehrsplaner denkbar, der weitere Möglichkeiten, den Verkehr zu steuern, untersuchen soll.

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