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Es gibt Hoffnung, dass der Bahnhof in Ebenhausen doch noch in absehbarer Zeit barrierefrei ausgebaut wird.

Ausbau kann doch noch kommen

Hoffnung für den S-Bahnhof Ebenhausen

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Seit Jahren setzen sich die Gemeinde Schäftlarn, Verbände und Einzelpersonen für einen barrierefreien Ausbau des Bahnhofs in Ebenhausen ein. Nun gibt es einen ersten Lichtblick

Ebenhausen – Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt besuchte anlässlich eines Politischen Abends der CSU Unterföhring - und hatte gute Nachrichten für Ebenhausen im Gepäck: „Der Bahnhof Ebenhausen wird in das Zukunftsinvestitionsprogramm (ZIP) des Bundes aufgenommen.“ Somit finanziert der Bund die Ausbauplanung, mit der die Deutsche Bahn jetzt beginnen kann.

Das ZIP ist für Bahnhöfe vorgesehen, in deren Einzugsgebiet sich Seniorenheime oder Werkstätten für Menschen mit Behinderungen befinden, die so wiederum einen erhöhten Bedarf an Barrierefreiheit nötig machen – wie in Ebenhausen. Hier befindet sich am Gerhart-Hauptmann-Weg 10 ein Alten- und Pflegeheim der Inneren Mission mit 100 stationären Pflegeplätzen, 48 Plätze sind für die beschützende Pflege Demenzkranker vorgesehen, der Wohnbereich bietet 44 weiteren Senioren ein Zuhause.

Dobrindt kennt den Bahnhof Ebenhausen persönlich. Der Putzbrunner CSU-Bundestagsabgeordnete Florian Hahn hatte ihn im Juli 2016 zu einem Ortstermin eingeladen, um die ungute Situation an der Haltestelle Ebenhausen deutlich zu machen: 51 Stufen führen zum Bahnsteig – ein unüberwindbares Hindernis für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. „Jedes mal, wenn wir uns gesehen haben“, so Dobrindt an Hahn gerichtet, „begann unser Gespräch mit ,Wie steht es um die Bahnhöfe in meinem Wahlkreis?’“ Umso mehr freut sich der Bundesverkehrsminister, zusagen zu können, dass Ebenhausen nun „in den Planungsvorrat des Programms aufgenommen wird.“

Die Gemeinde hatte in der Vergangenheit immer wieder verschiedene Anläufe unternommen, um den barrierefreien Ausbau voran zu treiben. Die CSU-Abgeordnete Kerstin Schreyer stellte Kontakte zum damaligen Wirtschaftsminister Martin Zeil her, 2014 wurde durch Ruhdorfer eine Petition ins Leben gerufen, die weit über 1000 Schäftlarner unterzeichnet hatten und durch den Landtag mit „Würdigung“ an das Staatsministerium weitergeleitet wurde, Anfang 2015 wurden Vertreter der Gemeinde bei Minister Joachim Herrmann und Staatssekretär Gerhard Eck vorstellig, sogar Ministerpräsident Seehofer wurde um Hilfe gebeten.

Parallel dazu versuchten Vereinsvertreter sämtliche Verbindung spielen zu lassen. Einer davon war der Vorsitzende des VdK-Ortsverbandes Schäftlarn-Baierbrunn, Wolfgang Franz. „Wir haben an allen uns zur Verfügung stehenden Leinen gezogen.“ Umso größer ist jetzt die Freude. „Ich hatte damit schon gar nicht mehr gerechnet“, sagt Franz.

Auch Bürgermeister Matthias Ruhdorfer (CSU) begrüßt die neue Entwicklung auf ganzer Linie. „Das ist ein erster und wichtiger Schritt, wenn jetzt mit der Planung, die ja auch einiges kostet, begonnen werden kann“, so das Gemeindeoberhaupt. Auch wenn noch kein Zeitfenster genannt werden kann: „Der Zug setzt sich nun langsam in Bewegung.“

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