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Gemeinde fordert Fahrverbot

Tempolimit hält Motorrad-Raser am Klosterberg nicht auf

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Gerd Zattler (Grüne) ist der Geduldsfaden gerissen. Seit geraumer Zeit setzt sich der Schäftlarner Gemeinderat auch im Sinne der Anwohner dafür ein, wie man den rasenden Motorradfahrern am Klosterberg Einhalt gebieten kann. Jetzt ist er in der Fränkischen Schweiz auf einen ähnlichen Fall gestoßen, der ihm Hoffnung macht, dass es nun endlich eine Lösung geben könnte.

Schäftlarn – Derzeit herrscht auf dem Abschnitt zwischen Hohenschäftlarn und dem Kloster zwar eine Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 40. Nichtsdestotrotz wird die Strecke immer wieder für rasante Motorrad-Abfahrten genutzt. „Runterfahren, wenden, hochfahren, wenden“, beschrieb einer der lärmgeplagten Anwohner die Situation.

Der Lärm ist die eine Sache. Aber immer wieder passieren hier auch schwere Unfälle. In den vergangenen acht Wochen waren es allein vier mit Motorradbeteiligung.

Der Klosterberg gehört in den Schutzbereich der Feuerwehr Ebenhausen, die zusammen mit den Kameraden aus Hohenschäftlarn zu den Einsätzen alarmiert worden sind. „Doch von diesen Zahlen gleich etwas ableiten möchte ich nicht“, sagt Kommandant Andreas Noel. „Gewisse Häufigkeiten kommen immer wieder vor.“ Zudem sei in den vergangenen Jahren viel für die Sicherheit getan worden: Geschwindigkeitsbegrenzung oder Unterfahrschutz an den Leitplanken. Noel gibt zu bedenken, dass auf dem Klosterberg insgesamt viel Verkehr herrscht. „Autos, Motorräder, Radler und E-Bike-Fahrer. Manchmal wundert man sich, dass nicht mehr passiert.“

Nichtsdestotrotz: Der Lärm, den unvernünftige Verkehrsteilnehmer bei ihren „Testfahrten“ machen, kann nicht wegdiskutiert werden. „Bislang haben weder Unterschriftensammlungen, Gemeinderatsanträge, Leserbriefe, Mails an die Gemeinde und Presseartikel über Streckensperrungen in anderen Landkreisen etwas bewirken können“, sagt Gerd Zattler. Und jetzt noch die Unfälle. „In dieser erst so kurzen Motorradsaison haben am Klosterberg schon einige Biker schwerste Verletzungen erleiden müssen. Was muss erst noch alles passieren?“

Gerd Zattler hat sich umgehört und dabei ein Fahrverbot für Motorräder am Würgauer Berg in der Fränkischen Schweiz entdeckt. Dieser ist, wie der Schäftlarner Klosterberg, für seine vielen engen Kurven bekannt. In den vergangenen zehn Jahren verunglückten 32 Menschen durch Unfälle schwer, drei Tote mussten beklagt werden. 2017 wurden bei zehn Motorradunfällen neun Verkehrsteilnehmer verletzt.

Grund genug für die Regierung von Oberfranken, den Landkreis Bamberg und die Stadt Scheßlitz zu handeln: Es wurden Überhol- und Halteverbote eingerichtet, Richtungstafeln in Kurven aufgestellt, die Geschwindigkeit auf 50 Stundenkilometer beschränkt. Doch umsonst. Die Unfallstatistik sprach eine andere Sprache. Daher wurde – geltend für vorerst ein Jahr – ab Oktober 2017 für die Wochenenden und an den Feiertagen ein Motorradfahrverbot verhängt und dessen Einhaltung durch ständige Kontrollen überprüft. Die Maßnahme zeigte Wirkung: In dieser Motorradsaison gab es noch keinen Unfall mit einem Biker.

Die Motorradfahrer ihrerseits sind von dem Verbot nicht begeistert. Einer von ihnen strengte vor dem Verwaltungsgericht Bayreuth eine Klage an. Eine Entscheidung dazu allerdings steht noch aus.

Bürgermeister Matthias Ruhdorfer (CSU) kann Zattlers Sorge um die Motorradfahrer aufgrund von eigenen Beobachtungen und Feuerwehreinsatzberichten nachvollziehen. „Ich habe mich vergangenen Montag deshalb an das Landratsamt gewandt und auf die Dringlichkeit, etwas zu unternehmen – wie eine versuchsweise Sperrung oder Einbahnregelung für Motorräder am Wochenende – hingewiesen.“ Auch die Polizei wurde kontaktiert. Bis zur nächsten Gemeinderatssitzung will Ruhdorfer versuchen, Zattlers Anfrage bezüglich einer Unfallstatistik und dem Stand der Gespräche mit dem Landratsamt München zu beantworten.

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