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Die bunten Kännchen haben inzwischen Kultstatus bei der Kandlgaudi. Zu den Organisatoren gehören (vorne) Gabriel Glas, hinten (v.l.) Florian Metz, Stefan Schröferl und Hans Schmid.

Zehn Jahre Kandl-Gaudi: Das Gießkannen-Prinzip

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Menschen die aus Gießkannen trinken? Wo gibt’s den so was? Die Antwort ist einfach: Auf der Kandl-Gaudi in Schäftlarn. Vor zehn Jahren wurde die erste Party im Glas’n-Stadl am Stadtweg gefeiert – und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Schäftlarn– „Wir wollten damals einen Ersatz für die Sautrogregatta ins Leben rufen“, erinnert sich Hans Schmid (32), der von 2005 bis 2010 Zweiter Vorsitzender des Burschenvereins Hohenschäftlarn war. „Die erste Party nannten wir – zugegebenermaßen einfallslos – Ü18-Party.“ Damals spielte man mit dem Gedanken, Getränke in Milchkännchen auszuschenken. „Aber davon sind wir wieder abgekommen.“ Aus einer Blödelei heraus wurde die Idee mit den kleinen Ein-Liter-Gießkannen geboren – und diese umgehend in einem Baumarkt geordert. „Der Verkäufer wollte bei unserer Bestellung von 1000 Kannen in gemischter Farbauswahl schon wissen, ob wir einen großen Garten haben“, erzählt Schmid weiter und lacht. „Er und seine Kollegen haben uns dann auf der Party besucht und fanden es toll.“

Dieses Jahr sind es nicht nur die kleinen Kannen, die palettenweise geliefert werden, sondern auch noch 20 10-Liter-Kannen. „Unsere Jubiläumskanne“, sagt der amtierende Vorstand Florian Metz (25). Doch nicht nur das: Beim Kauf jeder Kanne gibt es noch ein Jubiläums-T-Shirt obendrauf.

Überhaupt haben die Kännchen gewisse Nebenwirkungen. „Viele bringen ihre Kannen vom letzte Mal wieder mit, sie heben sie also das ganze Jahr über auf“, hat Schriftführer Gabriel Graf (22) beobachtet. Einer hat den Kannenboden herausgeschnitten und die Überbleibsel als Hut benutzt, ein weiterer erzählte, dass er am Liebsten nur noch aus der Kanne trinkt – er nimmt sie sogar mit in den Urlaub. Das Publikum selbst ist bunt durchgemischt. „Einmal standen zwei Herren, die bereits schon weit über 80 waren am Einlass“, sagt Zweiter Vorsitzender Stefan Schröferl (22). „Wir haben vorsichtig gefragt, ob sie sich im Datum geirrt hätten und eigentlich zum Weinfest am nächsten Tag wollen.“ Aber die beiden Senioren verneinten vehement. Sie wollten schauen, was hier so los ist. „Und es hat ihnen gefallen. Sie blieben fast bis Mitternacht.“

Für die Helfer des Burschenvereins bedeutet die Kandl-Gaudi jedoch harte Arbeit. Die Bars müssen aufgebaut und die Gäste bewirtet werden. Nach der Party heißt es aufräumen und alles für das Weinfest herrichten. Zum selbst Feiern bleibt da keine Zeit. Und dieses Jahr ist sowieso alles anders – und arbeitsintensiver. Im Kandl-Jubiläumsjahr findet das Fest nicht im Glas’n-Stadl statt, sondern im Festzelt beim Sportgelände. Hier werden auch einen Tag später die Gäste beim beliebten Weinfest bewirtet. Am Sonntag schließen sich dann das Burschenfest mit Festzug und Gottesdienst an.

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