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Da geht‘s lang. Das Gewerbegebiet Schorn sorgt in Schäftlarn für Ärger.

Furcht vor noch mehr Verkehr

Wegen Gewerbegebiet Schorn: Schäftlarn zürnt Starnberg

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Selten waren sich alle Schäftlarner Fraktionen so einig: Die Pläne der Stadt Starnberg  für das Gewerbegebiet Schorn sind in dieser Form nicht tragbar.

Schäftlarn – „Campus Schorn“ umfasst einen Bereich von rund 47 Hektar. Etwa 21,5 Hektar sollen bebaut werden. Dabei werden acht Baugebiete als Gewerbegebiete festgelegt. Die Planungshoheit der Gemeinde Schäftlarn wird, da der Bebauungsplan nördlich von Schorn endet und keine Verkehrsanbindung an die A95 bei Schäftlarn vorgesehen ist, nicht mehr direkt berührt. Nur: Wie kommen die 3000 künftig dort Beschäftigten zur Arbeit? „Aufgrund einer Verkehrsprognose ist mit 5900 Fahrten pro Werktag zu rechnen“, sagt Sabine Steiger vom Bauamt. Das wird sich besonders auf Neufahrn und Hohenschäftlarn, aber nicht wie im Verkehrsgutachten aufgeführt, auf die Stadt Starnberg auswirken. Konkret: Der Verkehr würde in Neufahrn um 1800 Fahrzeuge pro Tag ansteigen und sich somit auf 3500 verdoppeln. Von diesen 1800 werden 1300 Verkehrsteilnehmer die Ortsdurchfahrt Hohenschäftlarn (ohne Nordumfahrung) nutzen, was hier eine Gesamtbelastung von 14 000 Autos pro Tag bedeutet. In dem Gutachten ist allerdings die geplante Nordumfahrung berücksichtig.

Zudem wurde der Kreuzungsbereich an der Autobahnanschlussstelle nicht untersucht, auch liegt das geplante Gewerbegebiet zwar in unmittelbarer Nähe von dem bereits bestehenden Gewerbegebiet in Schorn, allerdings ohne Verbindung zu diesem. „Das verwundert“, so Steiger weiter, „da ein Teil des bestehenden Gewerbegebietes – das Postzentrum – einer neuen Nutzung zugeführt werden muss.“ Ebenso würden Entfernungen zwischen dem Campus Schorn und den ÖPNV-Verbindungen nicht stimmen. „Auch die Unterführung bei der Polizeistation wird als nicht ausreichend für die Erschließung Richtung Olympiastraße angesehen.“ Die Bauverwaltung bemängelt zudem, dass hinsichtlich des Brandschutzes ein schlüssiges Konzept fehlt. „Allein der Hinweis, dass die Feuerwehren von Starnberg eines ausarbeiten reicht nicht.“ Maria Reitinger (UWG) fordert: „Wir sollten ganz klar bei den Genehmigungsbehörden unseren Protest anbringen.“ Das sahen die einzelnen Fraktionen genauso. Christian Fürst (CSU): „Wir sollten uns auch an das Ministerium wenden.“

Drastische Auswirkungen befürchtet: Naturschützer bringen Gewerbegebiet Schorn in den Landtag

Schäftlarn wird nun nicht nur seine erheblichen Bedenken bei der Stadt Starnberg vortragen sondern auch die Verwaltung beauftragen, ein Raumordnungsverfahren einzufordern, sowie Rechtsberatung für das weitere Verfahren einzuholen. Karl-Otto Saur: „Starnberg kann nicht alles machen und Schäftlarn ist nun aufgerufen. Notfalls muss man riskieren, es vor Gericht auszutragen.“

Aus der Gemeinde: Nach Rechtsstreit: Schäftlarn prüft Baumfällungen künftig strenger

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