Die Schäftlarner Benediktinerabtei ist seit Kurzem mit einem Schulhund gesegnet

Elli, das Kloster-Maskottchen

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Sie ist etwa 26 Zentimeter groß, wiegt keine fünf Kilogramm, ist knapp über ein Jahr alt und versteht es, alle um die Pfote zu wickeln: Elli, der Schulhund im Kloster Schäftlarn.

Kloster Schäftlarn – „Eigentlich ist sie kein Schulhund im klassischen Sinne“, sagt Frauchen Christa Schorre über ihre kleine Begleiterin, „da sie nicht im Unterricht eingesetzt wird.“ Die 49-Jährige selbst arbeitet seit 1998 als Schulpsychologin im Gymnasium des Klosters Schäftlarn, hilft bei Themen, die das Miteinander von Schülern, Eltern und Lehrern betreffen, führt Präventionsprogramme durch oder trainiert mit den Fünftklässlern, wie man richtig und effektiv lernt.

„So ein kleiner Hund war schon immer mein großer Wunsch“, erzählt die Waldramerin weiter. „Aber zuerst wollte ich abklären, ob ich ihn mit in die Arbeit nehmen kann. Schließlich kann man einen Welpen nicht einfach so über längere Zeit hinweg alleine lassen.“ Schorre sprach mit Schulleiter Wolfgang Sagmeister und Klostervorsteher Abt Petrus Höhensteiger. „Und ich rannte offenen Türen ein. Beide zeigten sich überaus aufgeschlossen.“

Dann wurde es ernst: Die Wahl fiel auf einen Bollipoo, eine Hybrid-Hunderasse. Der Vater ist ein roter Toypudel, die Mutter ein schwarzer Bolonka Zwetna. „Sie gelten als liebe und freundliche Wesen und wechseln nicht vom Sommer- zum Winterfell und umgekehrt. Für Allergiker bestens geeignet.“ Im Alter von zehn Wochen („gerade eine Hand voll Hund“) zog Elli bei Familie Schorre und ihrer bereits zwölf Jahre alten Hündin Anka ein. Bereits an Schorres nächstem Arbeitstag begann auch für das kleine Fellknäuel der Schulalltag. „Sie muss lernen, kein weggeworfenes Essen im Schulhof aufzunehmen, nur in bestimmten Situationen und Räumen zu spielen, eine Menge Menschen auf einmal entspannt zu ertragen oder das Bei-Fuß-gehen zwischen den vielen Kindern“, zählt die 49-Jährige ein paar Punkte auf. „Ach ja, und Aufzug fahren.“

Zudem macht Schorre derzeit mit Elli den Hundeführerschein, zu dem auch eine Gehorsamsprüfung zählt. Andererseits kann kaum ein Kind an Elli vorbeigehen. „Hier lernen unsere Schüler, verantwortungsvoll mit dem Hund umzugehen und auch zu akzeptieren, wenn sie mal nicht gestreichelt werden möchte.“

Doch gerade bei Einzelgesprächen ist Elli für die Schulpsychologin ein wertvoller „Türöffner“. Sie hilft den Ratsuchenden, eventuelle Ängste abzubauen und sich so zu öffnen. Sollte ein Gesprächsteilnehmer keine Beziehung zu Hunden haben wollen, zieht sich Elli während des Gesprächs in ihre Box zurück und wartet. Die Bollipoo-Dame scheint mit ihrer Aufgabe zufrieden zu sein. Auch die Mitmenschen haben ihr es angetan. „Abt Petrus mag sie ganz besonders, weil er immer wieder mal mit ihr spielt“, erzählt Schorre und lacht. „Seitdem ist sie ganz auf den schwarzen Habit fixiert.“ Was die Waldramerin in eine komische Situation gebracht hat. „Wie waren bei einer Firmung zu Gast“, erzählt die Schulpsychologin. „Eine hier ebenfalls eingeladene Dame trug ein schwarzes Dirndl, und es kam, wie es kommen musste. Voller Freude ist Elli auf die Frau losgestürmt, weil sie im ersten Augenblick gedacht hat, dass hier ihr großer Freund aus dem Kloster steht.“

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