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Die große Liebe verbindet Georg Becker und seine frisch angetraute Ehefrau Ursula Kober-Becker. Sie haben in St. Georg geheiratet.

Schäftlarner wollen Mut machen

Wir sind 70 Jahre alt und wir heiraten!

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Nach 23 Jahren haben sie sich getraut: Georg Becker und Ursula Kober-Becker haben in Schäftlarn geheiratet – mit über 70 Jahren. Sie wollen anderen Älteren Mut machen. 

Schäftlarn – „Wir haben aus Liebe geheiratet“, sagt Georg Becker bestimmt und greift dabei nach der Hand seiner Frau. Vor rund vier Wochen gaben sich der 74-jährige Schäftlarner und seine ein Jahr ältere Frau Ursula Kober-Becker das Ja-Wort im Standesamt, nun folgte die Hochzeit in die Kirche. „Wir wollen, indem wir unsere Geschichte publik machen, auch andere ältere Paare ermutigen, diesen Schritt zu wagen“, sagt er.

Das Paar lernte sich vor 23 Jahren bei einer Kur in Bad Füssing kennen. Sie bereits verwitwet, er geschieden. „Ich war sofort verliebt“, gerät Becker noch immer ins Schwärmen. „Besonders ihr Lächeln hatte es mir angetan.“ Doch die beiden ließen es erst einmal langsam angehen. „Wichtige Entscheidungen müssen reifen“, sagt Ursula Kober-Becker mit Bestimmtheit.

Doch irgendwann merkten sie, dass sie nicht mehr ohne einander sein wollen. Becker, eigentlich in Frankfurt daheim, bewarb sich in München um eine Stelle, zog zu seiner Ursula in ihr gemütliches Haus in Hohenschäftlarn. „Und jetzt bin ich die wohl älteste Braut Schäftlarns“, sagt die 75-Jährige und lacht herzlich. Beiden war es ein Anliegen, ihre Beziehung trotz der langen Zeit auch ganz offiziell zu festigen. „Für mich ist es schon ein Unterschied, ob ich Ursel als ,meine Lebensgefährtin’ oder als ,meine Frau’ vorstelle“, gibt Becker offen zu.

Den Heiratsantrag gab es klassisch: „Ich sprach bei ihrer Familie, genauer gesagt, bei ihrem Bruder Dr. Peter Gauweiler vor und bat um ihre Hand.“ Kober-Becker lacht. „Ach, ihr Herren habt das einfach mal so untereinander entschieden, oder?“ Aber zu Beckers Ehrenrettung muss gesagt werden, dass er im Anschluss umgehend vor seiner Zukünftigen auf die Knie fiel. „Da konnte ich nur noch ,Ja’ sagen.“

Familien und Freunde waren begeistert – und trugen ihren Anteil zum Gelingen des kirchlichen Festes in St. Georg mit den Pfarrern Anton Fürstenberger und Gerhard Prölß bei. „Ein Freund spielt die Orgel, Töchter und Nichten tragen die Fürbitten vor, und Ursulas Bruder geleitet sie zum Altar in St. Georg.“

Nur in einem hat sich das Brautpaar nicht an Traditionen gehalten: Becker kannte das Hochzeitskleid seiner Frau bereits vor der Trauung. „Ich wollte sicher sein, dass es ihm auch wirklich gefällt“, sagt sie. Blieb im Vorfeld nur noch eine Unsicherheit: „Ich hoffe, „dass ich nicht so weinen muss, dass die ganze Schminke ruiniert ist.“ Der Ehemann nahm es gelassen: „Ich reiche dir dann ein Taschentuch und sage, ,Ursel, jetzt musst du wieder aufhören, sonst fange ich auch noch an’.“

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