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Nazar in Verona: Hier wurde seine Knochenmarkstransplantation im Februar vorgenommen. 

Schäftlarner spenden erneut

Schock für Nazar: Die Leukämie ist zurück

Schäftlarn – Dass die Schäftlarner ein großes Herz haben, zeigten sie bereits im vergangenem Jahr. Dank ihrer Spendenbereitschaft konnte dem an Leukämie erkrankten Nazar Molinski aus Pidkamin/Ukraine eine Knochenmarkstransplantation ermöglicht werden. Doch die Krankheit ist zurückgekehrt– und Schäftlarn hilft erneut mit 60 000 Euro.

Schocknachricht bei Kontrolluntersuchung

Es war die Nachricht, vor der sich jeder gefürchtet hatte: Nazar Molinski aus der mit Schäftlarn befreundeten Ortschaft Pidkamin/Ukraine hat einen Rückfall erlitten. Der 14-Jährige litt an akuter myeloischer Leukämie, wurde im Februar 2016 in einer Klinik in Verona transplantiert. Um dies möglich zu machen, spendeten die Schäftlarner und Bürger aus den angrenzenden Landkreisen 85 000 Euro.

„In seiner Heimat wären seine Überlebenschancen sehr gering gewesen“, begründete Maria Reitinger damals die Behandlung in Italien. Zusammen mit Frank Dopfer von der Osteuropahilfe und Viktoria Sidorova gründete sie die Projektgruppe „Hilfe für Nazar“ und machten das Schicksal des Jungen publik. „Es war wie ein Weihnachtsmärchen, als wir Dank der unglaublichen Hilfsbereitschaft innerhalb von wenigen Wochen das Geld beisammen hatten“, so Dopfer.

Im Februar wurde Nazar transplantiert, seine Schwester galt als ideale Spenderin. „In Lemberg wurden nach seiner Rückkehr immer wieder die Blutwerte kontrolliert“, berichtet Sidorova, die auch als Dolmetscherin fungiert. „Aber die waren immer gut.“ Nazars Familie und Freunde waren voller Hoffnung. Ende Oktober jedoch erreichte eine niederschmetternde Nachricht die Unterstützer aus Schäftlarn: Bei der ersten großen Kontrolluntersuchung des Knochenmarks in Verona stellte sich heraus, dass der 14-Jährige einen Rückfall erlitten hat. „Die Ärzte waren ehrlich zu uns: Eine erneute Transplantation hat eine Erfolgschance von 20 bis 25 Prozent – alternativ kann man ihn nur noch zum Sterben nach Hause schicken“, sagt Dopfer. „Für uns ist das aber keine Alternative. 20 Prozent klingt zwar wenig, aber er hat eine hundertprozentige Chance, bei diesen 20 Prozent dabei zu sein.“

Doch würde es möglich sein, erneut so viel Geld aufzubringen? Die Klinik verlangt 60 000 Euro für die drei Chemotherapiedurchgänge plus der Transplantation. „Und sollte es zu Komplikationen wie einer Infektion kommen, kostet diese Behandlung extra.“ Zudem muss auch noch dafür gesorgt werden, dass Nazars Mutter, die in der Heimat mittlerweile ihre Arbeitsstelle verloren hat, so lange in Verona wohnen kann.

Aber geht nicht, gibts nicht: Sidorova, Dopfer und Reitinger ließen 3000 Flyer drucken, sprachen Freunde und Bekannte an, stellen Unterstützungsanträge an ein „Herz für Kinder“ und „Sternstunden“, bekamen von Childfund Deutschland eine Zusage zur Zwischenfinanzierung. 28 Tage nach dem ersten Aufruf das erste Aufatmen: 245 Menschen, davon 150 Schäftlarner hatten das fast Umögliche möglich gemacht – „Die Grundbehandlung ist gesichert.“ Dopfer hat es sich nicht nehmen lassen, sich per Telefon bei vielen zu bedanken.

Nazar soll nicht die Wahrheit wissen

Und Nazar selbst? Vor Ort übersetzt eine in Italien lebende befreundete Ukrainerin, Oksana Guseyko, zwischen Ärzten und Angehörigen. „Nazar wird nicht die ganze Wahrheit gesagt“, betont Sidorova. „Er soll so optimistisch bleiben, wie es nur geht, sich ja nicht aufgeben.“ Völlig verzweifelt hingegen ist die Mutter. „Sie hat die Transplantation vor einem Jahr als rettenden Stern gesehen, jetzt ist für sie alles zerbrochen.“ Wer als Spender für das zweite Mal in Frage kommt, haben die Ärzte noch nicht festgelegt. „Ich denke aber die Mutter“, glaubt Reitinger.

Doch jetzt muss erst einmal Nazar die drei Chemo-Durchgänge hinter sich bringen. „Wir werden weiter alles tun, um für ihn und die Familie da zu sein“, verspricht Dopfer. „In gewisser Weise haben wir ihn ja adoptiert oder sind Paten. Für uns ist er ein halber Schäftlarner.“

Das Spendenkonto

Osteuropahilfe der Landkreise Starnberg und Bad Tölz-Wolfratshausen, IBAN DE97 7005 4306 0055 0035 60 (BIC BYLADEM1WOR) bei der Sparkasse Bad Tölz- Wolfratshausen. Stichwort für Spenden: Hilfe für Nazar.

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