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Den defekten Bus zeigt Carl Häfner, ehrenamtlicher Fahrer und Mitglied beim Kindernetz Schäftlarn.

Spenden gesucht: Ersatz kostet rund 50.000 Euro

Seniorenbus gibt den Geist auf

Das war es: Der Seniorenbus ist nicht mehr einsatzbereit. Er gehört der Gemeinde, einen neuen zahlt sie nicht. Nun sucht das Kindernetz Schäftlarn Spenden für einen Ersatz.

Ebenhausen – Ein schepperndes Geräusch, ein „hässlicher Warnton – und das war’s erst einmal“, sagt Carl Häfner resigniert und deutet auf den alten Bus, der auf dem Gelände des Alten- und Pflegeheims Ebenhausen in einem Carport steht. Er ist derzeit nicht mehr funktionsfähig, nach einer Lösung wird gesucht. Doch auf Sicht muss ein neuer Bus her.

Der 1989 angeschaffte VW T3 mit Hebelift gehört heute der Gemeinde Schäftlarn, die auch für seinen Unterhalt (Versicherung, Kraftstoff, Reparaturen) aufkommt. Ursprünglich wurde der Bus vom Wort&Bild-Verlag in Baierbrunn gesponsert und dann von beiden Gemeinden gemeinsam betrieben bis ihn Schäftlarn allein übernahm.

Benutzt wurde er, um gehbehinderte Senioren kostenlos zu transportieren. Die Entfernung spielte keine Rolle. Wie viele Personen diese Hilfe monatlich in Anspruch nehmen, sei vorab schwer zu bestimmen. „Die meisten Anfragen kommen spontan. Ich kann schließlich nicht am Ersten sagen, ob ich mich im Mai verletze und behandelt werden muss.“ Häfner glaubt jedoch, dass der Bedarf größer ist als bekannt.

Derzeit steht der Bus nicht zur Verfügung. Denn „bei bestimmten Gasstellungen fängt er das Stottern an, was besonders in Kurven oder im Kreuzungsbereich gefährlich ist“, sagt Häfner, der wie Hans Utz als ehrenamtlicher Fahrer tätig ist. „Einmal ist er mir beim Transport einer älteren Dame aus dem Seniorenheim mitten auf der Zufahrt stehen geblieben. Ich konnte eben noch an die Seite rollen.“ Doch die Mängel betreffen nicht nur die Elektronik und den Motor. „Starker Rost an der Karosserie und an der Bodengruppe, die Stoßstangen sind defekt, die Innenausstattung ist hinsichtlich der Heizung und der Sitze alles andere als zeitgemäß“, zählt der 81-Jährige auf, der seit vielen Jahren Mitglied des Kindernetz Schäftlarn ist. „Zudem ist der Behindertenlift unsicher, auch die Sicherungsvorrichtungen für die Rollstühle im Wagen sind völlig veraltet.“

Eine Neuanschaffung mit Platz für zwei Rollstuhlfahrer, drei Sitzplätzen sowie Fahrer und Beifahrer würde rund 35 000 Euro kosten. Hinzu kämen Ausgaben für den Einbau eines Hebelifts und Sicherungen der Rollstühle – weitere 15 000 Euro. „Eine zu große Investition für die Gemeinde. Vor allem, da der Betrieb nicht wirtschaftlich erfolgen kann“, erklärt Geschäftsführender Beamter Stefan Wallner auf Anfrage. Nun will das Kindernetz Schäftlarn ein neues Fahrzeug anschaffen. „Wir schlagen für die Zukunft eine Art Betreibermodell vor: Das Fahrzeug wäre im Besitz des Kindernetz, aber die Gemeinde, die beiden Kirchen und das Altenheim der Inneren Mission übernehmen die Betriebskosten.“

Die Einrichtung der Inneren Mission hat zwar selbst einen Bus, aber dieser ist laut Häfner „ohne Rollstuhllift. „Also sind wir gefahren, wenn ein Bewohner im Rollstuhl zu transportieren war. Im Vordergrund steht jetzt die Anschaffung“, sagt der 81-Jährige. „Und das möglichst, bevor der Bus komplett auseinanderfällt.“ 

Über Spenden für eine Neuanschaffung freut sich das „Kindernetz Schäftlarn“ unter dem Stichwort „Seniorenbus“ auf das Konto DE 14 701 695 43 00000 10952.

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