Causa Kreidl: Staatsanwaltschaft will Anklage erheben

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Mann der ersten Stunde: Pfarrer Anton Fürstenberger hat den Ritt vor 12 Jahren wieder ins Leben gerufen. Daneben läuft Anton Walser.

Verregneter Georgiritt in Hohenschäftlarn

Nasses Vergnügen zu Ehren eines Heiligen

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Hohenschäftlarn – Es regnet? Egal. 59 Reiter und ihre Pferde zogen trotzdem zu Ehren des Heiligen Georgs durch Hohenschäftlarn. Unter ihnen ein besonderer Gast.

Pünktlich zum Umritt begann der Nieselregen. Nur Pfarrer Johannes Vogelsang hatte, wie schon zwei Jahre zuvor, weiß-blauen Himmel über sich: Ihn schützte der bewährte Regenschirm mit bayrischen Rautenmuster. 

Aber „bei schönem Wetter kann schließlich jeder“, meinte Anton Walser aus Iffeldorf und überprüfte nochmal den Sattel von „Sophie“, die Pfarrer Anton Fürstenberger als Reitpferd dienen sollte. Um die Rösser ordentlich herauszuputzen, begann der Tag für Walser und seine Freundin Daniela Pelg bereits in aller Herrgottsfrühe. „Putzen, Schweif einflechten, verladen“, zählt er auf. „Und hier in Schäftlarn noch das letzte Tuning.“ 

Das letzte Tuning? Walser lacht. „Das Anbringen des Blumenschmucks. Nicht, dass die Pferd emit dem Schmuck während des Transports irgendwo hängenbleiben „und alles auseinander fällt.“ 

Während am Kirchberg die letzten Vorbereitungen laufen, bringt Pfarrer Johannes Vogelsang in der Kirche St. Georg die Gläubigen zum Nachdenken. „Geht das eigentlich, dass man einen Heiligen als Feldherrn in Kettenhemd und Harnisch darstellt?“ fragt er und deutet auf ein Bild Sankt Georgs, auf dem der Schutzpatron und Namensgeber der Kirche mit einem goldenen Harnisch und Kettenhemd zu sehen ist. „Schließlich geht ein Feldherr gewaltsamen Auseinandersetzungen nach. Und dass, obwohl wir doch alle auf Frieden hoffen.“ 

Doch für Vogelsang ist Kampf nicht gleich Kampf: „Es ist die Frage, wie man sich selbst behauptet, ob auf Kosten anderer oder neutral und zum Nutzen andere.“ Auch der Grund, wofür man sich einsetzt, spiele eine Rolle. 

Der Geistliche erinnert an Martin Luther King: „Er kämpfte, nicht um andere nieder zu machen, sondern für die Gleichberechtigung von Menschen. Bei der Darstellung des Heiligen St. Georg sollen so vielleicht auch die ritterlichen Tugenden unterstrichen werden. Und so wird er wieder ein aktueller Heiliger.“ 

Eine halbe Stunde später war es dann soweit: Pfarrer Anton Fürstenberger kletterte mit Hilfe einer Leiter in den Sattel von „Sophie“, um zusammen mit Leonhard Huber und dessen Schwester Kathrin den Zug anzuführen. Für den Geistlichen ist die Teilnahme Ehrensache, schließlich war er es, der vor zwölf Jahren den Umritt wieder ins Leben gerufen hatte. 

Georgiritt in Hohenschäftlarn - die Bilder

Sabine Hermsdorf

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