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Ehrungen: (v.l.) Daniel Buck, Matthias Buck (Kommandanten), Markus Müller, Benno Ecker, Achim Lohse, Vorstand Florian Berger und Markus Tyroller.

Zahl der Einsätze für First Responder der Feuerwehr Hohenschäftlarn steigen

Neun Minuten, die Leben retten

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Hohenschäftlarn – 2014 waren es acht Minuten, 2015 schon neun: Ein Zeitvorsprung, mit dem die First Responder Leben retten können. Doch die Zahl stimmt nachdenklich.

Als ein Jahr der „Superlative“ bezeichnete Daniel Buck, Erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Hohenschäftlarn, das vergangene Jahr. Die 60 Dienstleistenden wurden zu 328 Einsätzen gerufen – „das sind 50 mehr als im Jahr davor.“ 79-mal wurden die Kameraden unter anderem bei Technischen Hilfeleistungen, Bränden, Sturmschäden oder Personensuchen alarmiert.

„Der Hauptanteil jedoch fiel auf die First Responder, die genau 249-mal ausrücken mussten.“ Erst im vergangenen Sommer konnten die Retter auf ihren 1000. Einsatz seit der Gründung 2010 zurückblicken. Der Zeitvorsprung, den die First Responder gegenüber dem Rettungswagen haben, liegt bei neun Minuten, gegenüber dem Notarzt sogar bei elf Minuten. 

Doch bei diesen Zahlen schrillen bei Buck auch die Alarmglocken: Bereits bei der Versammlung im vergangenen Jahr hatte der Kommandant vor einem Negativtrend gewarnt. „2014 waren wir acht Minuten früher da, 2015 neun: Wie soll das in Zukunft weitergehen?“ 

Sowohl Kreisbrandmeister Reinhard Löhr als auch Bürgermeister Matthias Ruhdorfer zollten den Ehrenamtlichen für diese freiwillig übernommene Aufgabe großen Respekt: „Gerade bei Reanimationen ist schnellstes Eingreifen wichtig, da zählt jede Sekunde.“ 

Auch 2015 gab es Einsätze, die schon fast über alle Grenzen gingen. Buck erinnerte an den schweren Unfall an Weihnachten: Zusammen mit den Kameraden aus Neufahrn wurde die Wehr am Abend zur Autobahn gerufen. Ein Porsche war in Brand geraten, die beiden Insassen konnten sich schwer verletzt aus dem Wrack retten. Erst in den frühen Morgenstunden konnten die Freiwilligen ihren Einsatz beenden. 

Neben den Einsätzen investierten die Kameraden über 6000 Stunden in Übungen, Wartung und Ausbildung. 

Für die Zukunft wünscht sich Kommandant Buck, dass die Planungen für das neue Feuerwehrgerätehaus gut vorangehen. Denn: „Ich würde gerne wieder eine Jugendgruppe ins Leben rufen. Denn ohne Nachwuchsarbeit geht es nicht. Doch wir haben derzeit keinen Platz, ich wüsste nicht wohin mit ihr.“ Zudem „sind bei uns gerade einmal noch drei Spinde frei. Aber ich kann ja schlecht sagen, ,Leute, bitte nehmt Euer Equipment nach Hause mit und hebt es dort auf.'"

Sabine Hermsdorf

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