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S-Bahn-Unglück bei München: Lokführer weiter im Fokus der Ermittlungen - Strecke bleibt gesperrt

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Von: Katharina Haase

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Nach dem schweren S-Bahn-Unglück in Schäftlarn dauern die Ermittlungen an. Im Fokus steht einer der beiden Lokführer. Die Bergung ist inzwischen abgeschlossen. Alle News im Ticker.

Update vom 19. Februar, 17.48 Uhr: Ungeachtet des Abschlusses der Bergungsarbeiten nach dem Zusammenstoß zweier S-Bahnen bei Schäftlarn bleibt die Strecke vorerst gesperrt. Die Bahn geht davon aus, dass die Strecke noch über den Verlauf der kommenden Woche nicht befahrbar sein wird. Zunächst müssen mögliche Schäden an der Infrastruktur und an den Oberleitungen untersucht und gegebenenfalls beseitigt werden, wie die Deutsche Bahn am Samstag mitteilte.

Update vom 18. Februar, 18.53 Uhr: Die Bergung der meisten Zugteile ist mittlerweile abgeschlossen. Andere Teile wurden wieder auf die Gleise gesetzt und nach Ebenhausen gezogen. Die Strecke und auch die angrenzende B11 bleiben aber weiter gesperrt. Das Unglück verursachte enormen Schaden an den Oberleitungen, den Schienen und dem Gleisbett.

Zugunglück bei Schäftlarn: Aufräumarbeiten dauern an

Update vom 18. Februar, 7.00 Uhr: Die Aufarbeitung des S-Bahn-Unglücks von Schäftlarn dauert an. Während die Ermittler Zeugen befragen und Datenberge durcharbeiten, wird an der Unfallstelle im Landkreis München weiter aufgeräumt. Bis in den Abend hinein waren die Trupps am Donnerstag bei Wind und Regen mit der Bergung der Züge beschäftigt. Am Freitag sollten die Arbeiten fortgesetzt werden.

Feuerwehr und Technisches Hilfswerk halfen erneut. Wie lange die Arbeiten dauern werden und wann S-Bahnen hier wieder fahren, steht nicht fest. Erst wenn die Züge abtransportiert sind, könnten die Schäden begutachtet und behoben werden, hieß es von der Deutschen Bahn.

S-Bahn-Unglück in Schäftlarn: Bergung und Ermittlungen dauern an - Ergebnisse erst in Wochen?

Unterdessen konzentrieren sich die Ermittlungen nach dem S-Bahn-Zusammenstoß zunehmend auf ein auf Rot stehendes Haltesignal - und auf einen der Triebwagenführer. Der 54-Jährige, der noch schwer verletzt im Krankenhaus behandelt wird, habe vermutlich ein Haltesignal überfahren, erläuterten Ermittler. Es sei aber noch zu früh zu sagen, ob es sich dabei um menschliches oder technisches Versagen gehandelt habe.

Der Triebwagenführer des S-Bahnzuges aus Wolfratshausen war am Bahnhof Ebenhausen-Schäftlarn Richtung München losgefahren, obwohl die verspätete S-Bahn aus München noch auf der eingleisigen Strecke war. Warum ein Sicherungssystem die Fahrt nicht stoppte, ist offen. Die Ermittlungen werden Wochen, vielleicht auch Monate dauern.

Update vom 17. Februar, 11.52 Uhr: Nun dürfen Pressevertreter Fragen stellen. Dieser Teil wird der Öffentlichkeit vorenthalten. Polizeisprecher Andreas Franken bedankte sich für alle interessierten Zuhörer. Neu für die Außenstehenden dürfte die Information sein, dass einer der beiden Lok-Führer als Beschuldigter geführt wird. Unklar bleibt weiterhin, was ihm vorgeworfen wird und auch, warum die Not-Bremsung, die eigentlich greifen sollte, wenn eine S-Bahn ein Signal falsch überfährt, nicht funktionierte.

Pressekonferenz zum S-Bahn-Unglück in Schäftlarn: Ein Lokführer gilt als „Beschuldigter“

Update vom 17. Februar, 11.47 Uhr: Nun spricht Oberstaatsanwältin Anne Leiding. Die Ermittlungen würden mit Hochdruck geführt und auch von der Bundespolizei unterstützt.

Neben einem Erstgutachter wurde auch ein Experte aus Stuttgart vor Ort hinzugezogen, der bereits das Zugunglück in Bad Aibling im Jahr 2016 begutachtet hatte. Nach Abschluss seiner Arbeit konnte die Unfallstelle am Mittwoch wieder freigegeben werden.

Zudem wurde eine Blutprobe der beiden Fahrzeugführer entnommen und auf Alkohol untersucht. Dies erwies sich als unauffällig. Weiterhin wurden die Fahrtenschreiber der S-Bahn und die gesamte Fahrt-Kommunikation sowie die Handys der beiden Lokführer sichergestellt.

Einer der beiden Fahrer (54) wird derzeit als Schuldiger angeführt. Er hat einen Verteidiger hinzugezogen, der angab, dass sein Mandant derzeit noch keine Angaben machen wolle. Bei dem Beschuldigten wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Zu der Frage, ob menschliches oder technisches Versagen zu dem Unfall geführt habe, möchte Leiding derzeit noch keine Angaben machen. Es sei jedoch in der Tat davon auszugehen, dass der 54-Jährige nach seinem Stopp in Ebenhausen ein rotes Haltesignal überfahren habe. Sein ihm entgegenkommender 21-jähriger Kollege habe die Gefahrensituation als erstes bemerkt.

Laut Expertengutachten sei die Datenmenge des Unfalls mit der Datenmenge eines Flugzeugunglücks vergleichbar. Dies zeige den enormen Aufwand, den man noch betreiben müsse, um zu gesicherten Ergebnissen zu kommen. Leiding betont, dass „menschliches Versagen“ nicht mit einer vorsätzlichen Tat gleichzusetzen sei.

Pressekonferenz zum S-Bahn-Unglück in Schäftlarn: Achtköpfige Ermittlergruppe gegründet

Update vom 17. Februar, 11.42 Uhr: Nach den Eingangsworten durch Andreas Franken ergreift nun als erstes Polizeidirektor Steffen Küpper das Wort.

Er berichtet, dass nach derzeitigem Stand der Ermittlungen das Haltesignal für die S-Bahn, die in Richtung München fuhr, rot zeigte. Dies sei aber bisher nur eine erste Erkenntnis und man müsse noch die stichhaltigen Ergebnisse des Gutachters abwarten.

Wie bereits bekannt, kam bei dem Unglück ein 24-jähriger Afghane ums Leben. Die beiden Zugführer und vier weitere Personen wurden schwer verletzt. Die genaue Anzahl der Verletzten ist noch unklar, da noch viele Dinge im Nachklang hinzukommen. Es ist jedoch von über 40 Verletzten auszugehen.

Insgesamt waren über 800 Einsatzkräfte vor Ort. Küppers dankt allen Helfern und Helfershelfern für ihren Einsatz. Nun haben die die Ermittlungen zur Unfallursache begonnen. Dies wird von einer achtköpfigen Ermittlergruppe mit dem Namen „S-Bahn“ geführt. Es gibt zahlreiche Zeugenaussagen und Daten auszuwerten.

Update vom 17. Februar, 11.28 Uhr: Gleich beginnt die Pressekonferenz zu dem S-Bahn-Unglück in Schäftlarn. An dieser Pressekonferenz nehmen der Leiter der Verkehrspolizei des Polizeipräsidiums München Herr Leitender Polizeidirektor Steffen Küpper und von der Staatsanwaltschaft München I, Oberstaatsanwältin Frau Anne Leiding, teil. In der Pressekonferenz sollen die aktuellen Ermittlungsergebnisse zum Unglückshergang und der möglichen Ursache präsentiert werden. Zudem ist Polizeipressesprecher Andreas Franken von der Polizei München dabei.

Update vom 17. Februar, 11.02 Uhr: Inzwischen hat die Bergung der Züge begonnen. . Zur Vorbereitung war bereits am Vortag der Fahrdraht der Oberleitung auf einer Länge von mehreren Hundert Metern abgebaut worden. Wie lange die Arbeiten dauern werden, sei noch offen, sagte ein Bahnsprecher.

Die Ursache des Unglücks ist nach wie vor unklar. Staatsanwaltschaft und Polizei informieren um 11.30 Uhr in einer Pressekonferenz über den aktuellen Ermittlungsstand. Vor Ort sind zahlreiche Kräfte von THW, Feuerwehr, Polizei und der Bahn. Die Baustelle ist inzwischen gesperrt, aus Sicherheitsgründen darf sich niemand mehr nähern. Der Bereich muss weiträumig umfahren werden und wird am Kloster Schäftlarn umgeleitet.

Update vom 17. Februar, 9.46 Uhr: Die Vorbereitung zur Bergung in Schäftlarn beginnt. Der Spezialkran ist bereits aufgebaut. Es handelt sich um den Kran einer Spezialfirma. Außerdem ist der DB-eigene Notfallkran aus Fulda in Bereitschaft, allerdings am Morgen zu Beginn zunächst noch nicht vor Ort. Darüber hinaus befinden sich noch weitere Spezialfahrzeuge an der Unfallstelle. 

S-Bahn-Unglück
Auch das THW bereitet sich vor Ort auf die Bergung der S-Bahnen vor. © Sabine Hermsdorf-Hiss

S-Bahn-Unglück: Vorbereitungen zur Bergung laufen

Update vom 17. Februar, 6.37 Uhr: Die Aufräumarbeiten nach dem S-Bahn-Unglück bei Schäftlarn laufen weiter auf Hochtouren. Voraussichtlich am Donnerstag soll die Bergung der zwei S-Bahnen beginnen. Das teilte die Deutsche Bahn mit. Außerdem wollen Staatsanwaltschaft und Polizei über den aktuellen Ermittlungsstand informieren. Denn noch immer ist die Ursache des Unglücks, bei dem ein Mensch starb, unklar.

Mit Hilfe von Kränen sollen die havarierten Fahrzeuge geborgen werden. Zur Vorbereitung war der Fahrdraht der Oberleitung auf einer Länge von mehreren Hundert Metern abgebaut worden. Allerdings wird das Wetter in Bayern in den nächsten Tagen stürmisch; Fachleute rechnen mit umstürzenden Bäumen und herunterfallenden Dachziegeln. Ob das die Arbeiten behindern könnte, war zunächst offen.

S-Bahn-Unglück in Schäftlarn - Ermittlungen laufen

Update vom 16. Februar, 13.50 Uhr: Bald zwei Tage sind seit dem S-Bahn-Unglück in Schäftlarn inzwischen vergangen. Nach und nach gelangen mehr Details zu dem tragischen Unfall ans Licht. Die Ursache für den Frontalzusammenstoß ist allerdings weiter unklar.

Was hingegen bekannt ist: Der Tacho des Zuges von München Richtung Wolfratshausen zeigt 40 Stundenkilometer. Ob dies das Tempo ist, mit dem der Zug mit der entgegenkommenden Bahn kollidierte, steht noch nicht fest. Bei der Staatsanwaltschaft hieß es am Mittwoch, es werde ergebnisoffen ermittelt.

Das Führerhaus der Unglücks-S-Bahn. Der Tacho zeigt Tempo 40.
Das Führerhaus der Unglücks-S-Bahn. Der Tacho zeigt Tempo 40. © Matthias Balk/dpa

S-Bahn-Unglück in Schäftlarn: Tachostand des Zuges bekannt

Noch nicht vernehmungsfähig waren am Dienstag die beiden Lokführer. Von Seiten der Polizei hieß es am Mittwoch, es gebe keinen neuen Stand. Ermittler haben inzwischen die Fahrtenschreiber der beiden Triebwagen sichergestellt, auch mehrere Zeugen wurden bereits vernommen.

Ursprünglicher Artikel vom 16. Februar:

Schäftlarn - Nach dem schlimmen S-Bahn-Unglück in Schäftlarn südlich von München soll die Bergung der beiden zusammengestoßenen Züge nun voraussichtlich am Donnerstag, 17. Februar, beginnen. Das teilte die Deutsche Bahn (DB), die als Betreiber der Münchner S-Bahn fungiert, am Mittwoch mit. Mit Hilfe von Kränen sollen die ineinander verkeilten Fahrzeuge geborgen werden.

Lesen Sie alle Informationen ab Zeitpunkt des Zusammenstoßes in unserem ersten News-Ticker bei Merkur.de

In Vorbereitung hierzu war in der vergangenen Nacht bereits der Fahrdraht der Oberleitung auf einer Länge von mehreren Hundert Metern abgebaut worden, heißt es in der Mitteilung. Für die Bergung der zertrümmerten Bahnen auf dem erhöht gelegenen Bahndamm wird voraussichtlich auch ein Spezialkran benötigt. Mehrere Zugteile waren aus den Gleisen gesprungen.

S-Bahn-Unglück in Schäftlarn: Menschliches Versagen als Ursache vermutet

Die beiden Züge waren am Montag, 14. Februar, gegen 16.40 Uhr auf einem eingleisigen Streckenabschnitt in Ebenhausen zusammengestoßen. Von den insgesamt 95 Personen, die sich zum Unfallzeitpunkt in den beiden Zügen aufhielten, wurden 18 verletzt, sechs davon schwer. Unter den Schwerverletzten befanden sich auch die beiden Lokführer. Für einen jungen Afghanen (24) kam dabei jede Hilfe zu spät, er starb bei dem Unglück.

Lesen Sie hier, was in den Sekunden vor dem Unglück geschah: „Sch..., da kommt ein Zug“

Die Ermittlungen zur Unfallursache laufen, vermutet wird menschliches Versagen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte am Dienstag, dass man derzeit nicht von einem technischen Fehler ausgehe. Eine Meldung der Bild-Zeitung, einer der Fahrer habe ein rotes Haltesignal übersehen, wurde aber aus Polizeikreisen dementiert. Am Donnerstag soll es eine Pressekonferenz geben, auf der die Polizei ihre vorläufigen Ermittlungsergebnisse präsentieren wird.

Auf der gleichen Strecke der S7 war es bereits im August 2021 zu einem Beinahe-Zusammenstoß gekommen. Ein Experte sprach kurz darauf in einem Interview über die Sorgen mit den eingleisigen Streckenabschnitten. Die Menschen in Schäftlarn stehen weiter unter Schock. Unsere Reporterin besuchte den Ort am Tag nach dem Unglück.

Nach schwerem S-Bahn-Unglück: Strecke der S7 bis Wolfratshausen weiterhin gesperrt

Nach der Bergung der beschädigten S-Bahnen sollen laut Bahn die Schäden an der Infrastruktur begutachtet und behoben werden. Eine Prognose, wann die Strecke wieder freigegeben werden könne, sei derzeit noch nicht möglich. Der Streckenabschnitt zwischen Höllriegelskreuth und Wolfratshausen bleibt bis auf Weiteres gesperrt.

Die S-Bahnen der Linie S 7 in Richtung Wolfratshausen verkehren bis Höllriegelskreuth und wenden dort. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen nach einem festen Fahrplan ist laut Bahn zwischen Wolfratshausen und Höllriegelskreuth eingerichtet. Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis München finden Sie hier. kah/dpa

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