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In seiner Ansprache beim Neujahrsempfang geht Bürgermeiser Matthias Ruhdorfer auf die Ereignisse in der Silvesternacht ein. „Wir hier in Schäftlarn haben bei uns den Eindruck einer ,heilen Welt’. Und dieser scheint so gar nicht zu den Nachrichten aus Deutschland und der Welt zu passen.“

Neujahrsempfang in Schäftlarn

Schock für die heile Welt

Schäftlarn Am 28. Neujahrsempfang der Gemeinde Schäftlarn dankte Bürgermeister Matthias Ruhdorfer engagierten Bürgern – und fand für die aktuellen Vorkommnisse in der Silvesternacht nachdenkliche Worte.

„Wir hier in Schäftlarn haben bei uns den Eindruck einer ,heilen Welt’“, sagte der Bürgermeister. „Und dieser scheint so gar nicht zu den Nachrichten aus Deutschland und der Welt zu passen.“ Ruhdorfer verwies auf die Vorfälle in der Silvesternacht in mehreren Großstädten. „Wiedersprüchliche Meldungen bestätigen scheinbar, was viele vermutet haben. Und sie machen uns ratlos. Wir sehen nur Ausschnitte der Wirklichkeit dieser Ereignisse und werden mit verschiedenen Wertvorstellungen und Kulturen konfrontiert“, sagte Ruhdorfer. „Welches Wertesystem wird unsere Zukunft bestimmen? Wo werden die verschiedenen Traditionen verschmelzen, wo grenzen wir uns ab?“

Die Gemeinde Schäftlarn sei im Gegensatz dazu überschaubar, man kenne sich, und vor allem die Bürger, die sich ehrenamtlich für andere einsetzten. „Wir können diese über Dinge, die uns unklar sind, befragen und uns mit ihnen austauschen.“ Ein Punkt, der in den Augen Ruhdorfers für eine Vertrauensbildung unerlässlich ist. Die Ehrenamtlichen übernähmen oft Aufgaben, die der Staat nicht leisten könne. „Sie zeigen Verantwortung und geben unserem Ort seinen unverwechselbaren Charakter.“ 

Ruhdorfer nutzte die Gelegenheit, um Marianne Taglieber und Benno Ecker namentlich zu danken. Taglieber hat mit der Pflege des Blumenschmucks am früheren Postgebäude in Ebenhausen „unser Ortsbild über Jahre hinweg schöner gestaltet“, Ecker übte ebenfalls jahrelang das Ehrenamt des Kanoniers aus und geht nun in den Ruhestand. Ebenso zeigten sich die Schäftlarner bei der Spendenaktion für einen leukämiekranken Jungen aus der Ukraine mehr als hilfsbereit. 

Neben all den Dankesworten kam auch die Kultur nicht zu kurz. Die Organisatoren hatten sowohl Schäftlarner Künstler gebeten, sich mit einer Ausstellung zu beteiligen, als auch Preisträger von „Jugend musiziert“, ein paar Musikstücke vorzutragen. Professionell präsentierten Catalina Pires (12 Jahre, Sologitarre), Katharina Jellema (Violine), die am Tag des Schäftlarner Neujahrsempfang ihren elften Geburtstag feierte, und ihr Bruder Christian (9, Klavier) ihre Darbietungen. Ob die jungen Musiker vor ihrem Auftritt aufgeregt waren? „Nein, warum? Schließlich“, sagte Christian Jellema trocken, „ist das ja keine Jury, vor der wir spielen.“

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