Schafzüchter klagen: Maisanbau frisst Weideflächen

Oberschleißheim - Im Mai beginnen die Schafe auf den Sommerweiden zu grasen - vorausgesetzt freilich ihr Züchter hat genügend Platz. Wegen der Energiewende werden immer mehr Flächen zum Maisanbau für Biogasanlagen genutzt. Der Konkurrenzdruck steigt.

Ein Schäfer im klassischen Sinne ist immer unterwegs: Im Mai führt er seine Schafe zum Fressen auf Sommerweiden, im Herbst grasen die Tiere auf abgeernteten Maisfeldern, im Winter und Frühjahr pachtet der Schäfer Winterweiden bei Landwirten am Ort. „Hüteschafhaltung“ wird dieser Kreislauf genannt.

Ins Wanken gerät das System der Wanderschäferei, sobald die Landwirte ihre Flächen lange und intensiv bewirtschaften. Ein großer Anreiz hierfür ist die Energiewende: „Für die steigende Zahl an Biogasanlagen wird immer mehr Grünland umgebrochen und für den Maisanbau genutzt“, sagt Thomas Hoyler (36). Er ist zweiter Vorsitzender der Oberbayerischen Schäfervereinigung, die in München und im Umland etwa 40 Mitglieder zählt, darunter rund sieben große Betriebe, wie der Hof von Familie Hoyler in Hochmutting. Die Folge: Weideflächen für Schafe, aber auch für andere Tiere werden rar - was wiederum die Pacht in die Höhe treibt.

„1100 Euro Pacht wird mittlerweile für einen guten Hektar Ackerland gezahlt“, sagt Hoyler. „Im Studium hab’ ich noch gelernt, dass der Hektar nicht mehr als 350 Euro kosten darf, damit es sich für den Schäfer lohnt.“ Deshalb schätzt Hoyler, dass es „in zehn bis 15 Jahren gar keine Wanderschäfer mehr gibt“.

Die ganze Geschichte: am Samstag im Münchner Merkur, Landkreis München-Nord und Süd.

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