Klare Mehrheit: Die Feldkirchner Bürgerversammlung beschließt, dass der Gemeinderat das Thema Umbenennung des Hindenburgplatzes noch einmal behandelt.
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Klare Mehrheit: Die Feldkirchner Bürgerversammlung beschließt, dass der Gemeinderat das Thema Umbenennung des Hindenburgplatzes noch einmal behandelt.
Im Hintergrund das Kriegerdenkmal am Hindenburgplatz. 
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Im Hintergrund das Kriegerdenkmal am Hindenburgplatz. 

Straßenname

Schandfleck Hindenburg soll aus Feldkirchen verschwinden

Feldkirchen muss sich überlegen, wie es mit dem Namen des „Hindenburgplatzes“ umgeht. In der Bürgerversammlung bekam der ehemalige SPD-Gemeinderat Karl-Heinz Schmidt eine Mehrheit für seinen Antrag, dass sich die Räte mit dem „Schandfleck“ beschäftigen müssen.

Feldkirchen – Straßennamen erzählen vom Leben. Manche anschaulich, manche abstrakter. Karl-Heinz Schmidt findet: Der name Paul von Hindenburgs, Generalfeldmarschall im Ersten Weltkrieg, später als Reichspräsident Steigbügelhalter Hitlers, soll aus dem Ortsbild verschwinden. Folgt man Schmidts Argumentation, heißt der Platz gegenüber dem Rathaus zwischen der Friedens-, Emeran- und Hohenlindener Straße gemeinhin sowieso „Platz am Kriegerdenkmal“ oder „Maibaumplatz“. Dass ein Schild die Parkanlage als „Hindenburgplatz“ ausweist, ist für Schmidt unverständlich, er will den Namen aus dem Straßenverzeichnis löschen. Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung sei die Pflanzung einer Linde geplant gewesen, das könnte man doch aufgreifen, aber „ein der jetzigen Zeit entsprechender Name“ sollte es nach Schmidts Ansicht für den Platz schon sein.

Als Begründung führte er zudem an, dass heute niemand mehr um die Bedeutung des Namens Hindenburg wisse, „damit kann doch kaum jemand der heutigen Generation etwas anfangen“. Hindenburgs Vergangenheit gebe auch keinen Anlass, sich mit seinem Nahmen zu schmücken: Er sei ein Kriegstreiber im Kaiserreich gewesen, Generalfeldmarschall und Militarist durch und durch, Gegner der Weimarer Republik, und als Reichspräsident hat er Hitler zum Kanzler berufen.

Gemeinderat gefragt

Bürgermeister Werner van der Weck (SPD), der den namen schon längst tilgen will, übergab die Verantwortung an die anwesenden Bürger: „Sie können entscheiden, ob wir uns im Gemeinderat mit diesem Antrag beschäftigen sollen.“ Die sprachen sich mit großer Stimmenmehrheit dafür aus und schickten die Namensänderung damit zur dritten Runde in den Gemeinderat, wo sie bereits zwei Mal abgelehnt worden ist.

Andreas Janson (FW) wird dann auch weiterhin bei seinem „Nein“ bleiben. „Der Aufwand mit Schildertausch und allem ist größer als der Nutzen. Bloß weil man einen Namen vernichtet, ändert das ja auch nichts an der Geschichte.“ Das Thema werde künstlich hochgespielt, weil die SPD den Namen weg haben wolle. „Wir werden sehen, wie es ausgeht“, wollte sich Bürgermeister Werner van der Weck nicht festlegen. „Wegen mir könnte man den Namen sofort ändern. Wir haben ja auch eine Partnerstadt mit einem sehr schönen Namen.“ Drei Monate hat der Gemeinderat Zeit, sich mit der Umbenennung zu befassen. Schmidts Antrag blieb der einzige am Abend.

Anarchie auf Straßen

Julia-Rebecca Llewellyn bemängelte jedoch die „Anarchie auf Feldkirchens Straßen. Was wird denn für die Einhaltung der Geschwindigkeit gemacht?“. Van der Weck verwies auf die Messungen, die eklatante Überschreitungen nicht belegten. Das subjektive Empfinden trüge hier. „Da wir im Verkehr ersticken, gibt es leider kein Ei des Kolumbus.“

Mehr Kinderbetreuung

Martin Obergroßberger fragte, ob weitere Kinderbetreuungseinrichtungen geplant seien. „Wir suchen Grundstücke, aber das ist nicht einfach“, antwortete der Bürgermeister. Aktuell habe man kein geeignetes Gelände. „Aber wir werden die erforderlichen Plätze nicht erst in zehn, sondern in zwei bis drei Jahren schaffen.“ Im Baugebiet des Raiffeisengeländes sei eine Mittagsbetreuung auf 400 Quadratmetern inbegriffen. Dass noch eine weitere Gruppe in der Arche Noah Platz findet, verneinte van der Weck auf Thomas Michaleks Anfrage. „Eine fünfte Gruppe im jetzigen Gebäude ist hier nicht gewünscht und wird es hier nicht geben.“ An einem Anbau jedoch für ein bis zwei Gruppen werde gearbeitet.

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