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Gleich mehrmals hat ein Projektil die Stahlhaut der Wandverkleidung durchschlagen.

Schießerei am S-Bahnhof

Eine Woche danach: Die traurigen Spuren von Unterföhring

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    Johannes Heininger
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Eine Woche nach der Schießerei im S-Bahnhof Unterföhring kehrt langsam wieder so etwas wie Normalität ein. Die Spuren der Bluttat sind aber noch sichtbar.

Unterföhring - Vor genau einer Woche hat Alexander B. (37) einer Münchner Polizistin in den Kopf geschossen. Ob die junge Frau überleben wird, ist noch immer ungewiss. Am S-Bahnhof in Unterföhring scheint wieder Normalität eingekehrt zu sein. Bereits am Abend des Tattages rollten wieder Züge Richtung Flughafen und Innenstadt. Kaum etwas erinnert an die Schießerei vom 13. Juni. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man aber traurige Überbleibsel. An der Wandverkleidung neben den Schienen zeichnen sich mehrere Löcher ab.

Wie die Polizei bestätigt, ist hier mindestens ein Projektil eingeschlagen. Von welcher Waffe, ist noch unklar. Beamte der Spurensicherung haben die Kugel aus der Metallverkleidung geschnitten. Sie wird jetzt beim Landeskriminalamt ballistisch untersucht.

Unklar sind auch weiterhin die Beweggründe des Täters. Der mutmaßlich psychisch kranke Alexander B. sitzt in der geschlossenen Psychiatrie. Er hatte den Kollegen (30) der Polizistin völlig überraschend angegriffen, ihm mit Gewalt die Waffe entrissen und sofort das Feuer eröffnet. Mit einem Steckschuss im Kopf wurde die Polizistin in eine Klinik geflogen und sofort mehrere Stunden lang operiert. Sie liegt seitdem im künstlichen Koma und wird auch beatmet. Nach wie vor schwebt sie jedoch in Lebensgefahr – auch wenn es als gutes Zeichen gewertet wird, dass sie die erste Woche überstanden hat.

Über den Gesundheitszustand der Polizistin und alle aktuellen Entwicklungen nach der Schießerei in Unterföhring informieren wir Sie in unserem Ticker.

Schießerei in Unterföhring: Bilder

In der Zwischenzeit versucht die Mordkommission, so viele Fakten wie möglich zusammenzutragen. Alexander B.s deutsche Familie wanderte vor Jahrzehnten bereits in die USA aus. Auch Alexander B. lebte dort – zuletzt in Nevada. Seine Eltern wohnen in Colorado. Beamte der Mordkommission wollen in den nächsten Tagen zu ihnen fliegen und versuchen, so viel wie möglich über ihren Sohn zu erfahren. Er war auf einem Europa-Trip gewesen und erst am Montag aus Athen gekommen. Die Nacht hatte er im Flughafen verbracht, morgens war er dann in die S8 gestiegen. Da führte er Selbstgespräche auf Englisch und griff einen Fahrgast an.

Bei seiner ersten Vernehmung schwieg Alexander B. Nun wird er psychiatrisch begutachtet, ob er überhaupt zurechnungsfähig ist.

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