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Grausige Bilder in Unterföhring am Dienstag: Ein Mann schoss einer Polizistin in den Kopf. Wir erklären den Ablauf der Bluttat.

So lief die Bluttat ab 

Minuten-Protokoll zur Schießerei in Unterföhring

Grausige Bilder in Unterföhring am Dienstag: Ein Mann schoss einer Polizistin in den Kopf. Wir erklären den Ablauf der Bluttat im Protokoll.

München – Großeinsatz der Polizei am Dienstagmorgen in Unterföhring: Bei einer Polizeikontrolle rastet der 37-jährige Alexander B. völlig aus und kann sich eine Dienstwaffe greifen. Er schießt einer Beamtin in den Kopf, zwei Passanten werden schwer verletzt. Der Ablauf der Bluttat am S-Bahnhof im Protokoll:

  • 8.03 Uhr: Am Dienstagmorgen nimmt das Drama seinen Lauf. Die S8 startet vom Flughafen in Richtung Stadtmitte. Im Zug sitzt der spätere Schütze Alexander B. (37). Wenig später steigt am Bahnhof Ismaning ein Mann zu, der sich mehrere Meter von Alexander B. entfernt auf einen freien Platz setzt.
  • 8.20 Uhr: Völlig unvermittelt schlägt Alexander B. dem zugestiegenen Mann mit der Faust ins Gesicht. Mehrere Zeugen greifen ein, trennen die beiden voneinander und alarmieren per Notruf die Polizei. 

Am Bahnsteig in Unterföhring rastet Alexander B. aus

  • Am S-Bahnhof Unterföhring holen die Ismaninger Polizeikommissarin (26) und ihr Kollege, ein 30-jähriger Polizeihauptmeister, die beiden Männer zur Kontrolle aus dem Zug. Eine Streife der Bundespolizei mit drei Beamten ist auf dem Weg. Während die S-Bahn weiterfährt gerät die Situation am Bahnsteig außer Kontrolle. Alexander B. rastet plötzlich aus. Als er sieht, wie auf dem Gegengleis die S8 zum Flughafen einfährt, versucht er, den 30-jährigen Polizisten ins Gleis zu stoßen. Beide stürzen zu Boden, raufen miteinander – und Alexander B. kommt an die Dienstwaffe. Er kann die beiden Sicherungen am Holster lösen.
  • 8.40 Uhr: Die 26-jährige Polizeikommissarin erkennt die Gefahr. Sie zieht ihre Waffe, schießt und trifft Alexander B. ins Gesäß. Der feuert zurück. Mit einem Steckschuss in den Kopf stürzt die Frau auf den Bahnsteig.
  • Tumulte im Zug und auf dem Bahnsteig: Manche Menschen rennen um ihr Leben, andere werfen sich flach auf den Boden. Alexander B. schießt unterdessen weiter bis das Magazin (acht Schuss) leer ist und wirft die Waffe dann ins Gleisbett. Getroffen hat er zwei weitere, unbeteiligte Menschen: einen Rumäne und einen Deutsche. Sie hatten gerade die S-Bahn verlassen.

Das sagt die Münchner Polizei nach der Bluttat in München

  • Dann treffen die drei Bundespolizisten ein, Alexander B. ergreift die Flucht. In Anbetracht der vielen Menschen und der baulichen Hindernisse im S-Bahnhof können die Polizisten nicht schießen, stattdessen nehmen sie die Verfolgung auf.
  • Nach dem Ausgang an einem Bürohaus stellen sie Alexander B. schließlich. Der polizeibekannte Schütze, der in Bayern geboren ist und aus dem Raum München kommt, leistet keine Gegenwehr und wird ins Krankenhaus gebracht. Dort werden er und die beiden angeschossenen Passanten operiert.
  • Nach den Schüssen sind 200 Polizisten vor Ort, das SEK rückt an, der Bahnhof wird abgesperrt. Ein Polizeihubschrauber kreist, überall Sirenengeheul. Polizisten mit Maschinenpistolen sichern den Tatort. Ausnahmezustand in Unterföhring.
  • 12 Uhr: Die S-Bahn hat einen Schienenersatzverkehr mit Taxis zwischen Ismaning und Johanneskirchen eingerichtet. Die Züge der S8 wenden in Johanneskirchen und Ismaning.

Verletzte Polizistin ringt nach wie vor mit dem Tod


Über die aktuellen Neuigkeiten halten wir Sie mit einem Live-Ticker zur Bluttat in Unterföhring auf dem Laufenden.

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