Schild soll Raser am Kindergarten stoppen

- Ruhdorfer verspricht unbürokratische Hilfe

GTEXT=Schäftlarn - Erst bei der Diskussion gegen Ende der Schäftlarner Bürgerversammlung tauten die meisten Teilnehmer auf, denn der Unmut über einige Entscheidungen der Gemeinde ist groß. Den Anfang machte Hermann Weidner, der nach dem Sinn des dichten Bebauungsplans fragte. "Wem ist denn damit überhaupt gedient?", fragte er in die Runde und erntete Applaus. Bürgermeister Matthias Ruhdorfer (CSU), der sich gelassen und ruhig den kritischen Tönen an diesem Abend stellte, wies auf die zahlreichen Gutachten hin. "Wir können von einer vernünftigen Bebauung in Schäftlarn sprechen, die Flächen spart und gerade in der Umgebung der S-Bahn erfolgreich ist", konterte das Gemeindeoberhaupt.

Unterschiedliche Ansichten zum Jugendtreff

Bemerkenswert ist die Tatsache, wie schnell ein Antrag umgesetzt werden kann. Franziska Magerl forderte mit Nachdruck ein Tempolimit bei der Lerchnerstrasse. "Da ist ein Kindergarten, und die Autos brausen zu schnell durch. Ich finde, da wäre Tempo 30 angebracht - oder wenigstens ein Warnschild", beschrieb Magerl ihr Anliegen. Aus der Geschwindigkeitsreduzierung wird es wohl vorerst nichts, weil Gutachten ergaben, dass parkende Autos die Fahrt der Pkws erheblich drosseln. "Aber nächste Woche stellen wir ein ,Vorsicht-Kinder-Schild` auf", sagte Ruhdorfer.

Dem Bericht vom Leiter des Jugendtreffs Abseits, Jürgen Weigert, schenkten die meisten Zuhörer großes Interesse. "Der Postwagon als Jugendtreff verschlingt so viel Geld, und seine Aktionen sind nicht gerade der Hit", monierte Magerl. Immerhin 22 000 Euro für offene Jugendarbeit seien "kein Pappenstiel". Dazu Ruhdorfer: "Die sind gerechtfertigt, aber ich gebe zu, dass der Bericht nicht die wesentlichen Aktivitäten widerspiegelte."

Als Ehrengast kam Landrat Heiner Janik nach Schäftlarn. Der Starnberger bat in seiner Rede um Verständnis für die Einsparungen, die auch Schäftlarn betreffen würden. Viele Bürger fragten sich, warum ausgerechnet der Landrat sie bei der Versammlung beehrte. "Ganz einfach, wir liegen auf seinem Heimweg, und da bietet sich ein Stopp an", witzelte Ruhdorfer.

Benedikt Garsky

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