Schillernder Spiegel enormer Schaffenskraft

- Ottonale 02: Werkschau von 38 Künstlern aus Ottobrunn

VON BETTINA DUNKEL Ottobrunn - Wer in diesem Monat in Ottobrunn einen Gemeindegang zu erledigen hat, wird sich beim Betreten des Rathauses inmitten der "Ottonale 02" wiederfinden. 38 ausgewählte Künstler aus dem Raum Ottobrunn zeigen hier derzeit ihre Arbeiten.

16 Jahre lang war die "Ottobrunner Bienale" aus dem lokalen Kulturleben verschwunden - nun wurde die ambitionierte Kunstausstellung anlässlich der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Gemeinde wieder ins Leben gerufen. Erdacht wurde das Konzept "Ottonale" vor über 30 Jahren von der ortsansässigen Künstlerfamilie Hetz. Mit finanzieller Unterstützung durch den Kulturkreis Ottobrunn konnte 1971 erstmals eine umfassende Werkschau von Kunstschaffenden aus Ottobrunn und näherer Umgebung stattfinden. Kurz nach der fünften Ottonale im Jahr 1986 verstarb Initiator Robert Hetz, das Kunstprojekt wurde nicht mehr fortgesetzt.

Trotz der langen Auszeit ist die Ottonale in Künstlerkreisen noch immer ein Begriff. Auf die Einladung der Organisatoren - Konrad Hetz in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Ottobrunn - meldeten sich insgesamt 67 Bewerber, 38 konnten letztendlich teilnehmen. Viele der nun ausstellenden Künstler waren bereits an vergangenen Ottonalen beteiligt - so auch Jeanette Geißler. Ihr wurde am Sonntag im Rahmen der Vernissage der Ottobrunner Kunstpreis verliehen. Eine fünfköpfige Jury hatte ihr Bild "Großstadtszene" als besonders preiswürdig befunden. Für die Ottobrunner Künstlerin selbst eine Überraschung, denn gerechnet hatte sie nicht mit der Auszeichnung. Sie habe immer das Gefühl gehabt, ihre Bilder kämen vor allem in Norddeutschland, Österreich und der Schweiz gut an - dass sie ihre erste Auszeichnung im eigenen Wohnort erhalten habe, sei deswegen um so erfreulicher für sie. Ausschlaggebend, so erläuterte Konrad Hetz die Entscheidung der Jury, war die expressive Ausdruckskraft des Bildes, welche die Juroren spontan begeisterte. Dennoch wolle man mit der Auszeichnung eines einzelnen Werkes nicht die anderen Exponate herabwürdigen. "Es gibt keinen zweiten oder dritten Platz, alle Arbeiten für sich sind einzigartig, und zusammen spiegeln sie die enorme Schaffenskraft der hier beheimateten Künstler wieder", so Hetz. Dass sowohl die Künstler wie auch das Publikum der Ottonale 02 mit derart positiver Resonanz begegneten, stimmte den Mitorganisator zuversichtlich. "Wir würden die Ottonale künftig gern alle zwei Jahre veranstalten. Ob das klappt, ist allerdings wegen der Finanzierung fraglich. Dennoch wagte der Grafiker einen verschmitzten Blick in die Zukunft: "Bislang fand jede Ottonale im Rahmen eines Jubiläums statt. Noch zwei Jahre, dann feiert die politische Gemeinde von Ottobrunn ihr 50-jähriges Bestehen.

Geöffnet: Die knapp 60 Arbeiten sind noch bis zum 30. September zu den üblichen Öffnungszeiten im Rathaus zu sehen: Mo-Fr, 8-12 Uhr und Do, 14-18 Uhr.

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