Sicherheit geht vor: Das „Regenbogenhaus“ bleibt geschlossen. Nach einem Wasserschaden hat sich Schimmel gebildet. Untersuchungen laufen. Foto: Förtsch

Schimmel: Kindergarten geschlossen

Oberschleißheim - Wegen Schimmelbefall nach einem Wasserschaden ist der Kindergarten „Regenbogenhaus" geschlossen. Und er bleibt das zunächst auch. Wo die rund 75 Kinder künftig betreut werden sollen, wird Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) den Eltern heute Abend mitteilen.

Nach einem Wasserschaden im Januar hatte die Gemeindeverwaltung Proben in dem Kindergarten an der Professor-Otto-Hupp-Straße nehmen lassen. Die Schadstoffmessungen ergaben zum Teil bedenkliche Werte, so dass Christian Kuchlbauer der evangelisch-lutherischen Trinitasgemeinde nahe legte, das „Regenbogenhaus“ zu schließen. Die evangelische Kirche ist Träger der Einrichtung.

Seit der zweiten Februarwoche ruht der Betrieb. Eine offenbar besonders betroffene Gruppe von Kindern war bereits im Januar in eine Kindergrippe der Arbeiterwohlfahrt (AWO) verlegt worden.

„Wir durften kein Risiko eingehen“, sagt Bürgermeister Kuchlbauer gegenüber dem Münchner Merkur. „Immerhin geht es um das Wohl der Kinder! Wir mussten auf Nummer sicher gehen.“ Den Eltern will der Bürgermeister am heutigen Donnerstag um 18 Uhr im Rathaus zumindest erst einmal Zwischenlösungen für ihre Kinder anbieten. Sobald die Ergebnisse der Schadstoffuntersuchungen vorliegen, könne man über eine dauerhafte Lösung nachdenken.

Eine endgültige Lösung dürfte vom Grad des Schimmelbefalls abhängen. Das recht unkompliziert in Ständerbauweise erbaute „Regenbogenhaus“ ist 30 Jahre alt. Die derzeit laufenden Untersuchungen werden zeigen, ob es sich lohnt, den Kindergarten zu sanieren oder ob das Gebäude gar abgerissen werden muss. Zur Zeit bemüht sich die Gemeinde, die Räume mit zusätzlichen Warmluftanlagen zu trocknen.

Das „Regenbogenhaus“ ist für 75 Kinder ausgelegt. Das insgesamt zehnköpfige Team um Gabriele Hliwa betreut die Kinder in drei Gruppen. Der Kindergarten definiert sich als familienergänzende pädagogische Einrichtung. Das Konzept folgt einem christlichen erziehungs- und Bildungsauftrag. Die Erzieher legen aber Wert darauf, Kinder anderer Religionen oder ethnischer Überzeugungen ausdrücklich willkommen zu heißen. „Partnerschaftliches Miteinander wird bei uns groß geschrieben“, heisst es auf der Homepage des „Regenbogenhauses“.

Nachdem der Frost zum Jahreswechsel ein Wasserrohr zum Bersten brachte, wurde die betroffene Gruppe in die AWO-Krippe ausquartiert. Im Zuge der sofort begonnen Renovierungsarbeiten veranlasste die Gemeinde besagte Schadstoffuntersuchung. Das Ergebnis schreckte das Rathaus auf: Schimmel wurde nicht nur in den überfluteten Räumlichkeiten nachgewiesen. Bürgermeister Kuchlbauer sah sich veranlasst, zu handeln.

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