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Mutter und Vereinsvorsitzende: Renate Nagel.

Handball

Die Vereinsfamilie: Vier Nagels beim TSV Schleißheim

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Oberschleißheim - Christoph Nagel ist der neue Trainer der Schleißheimer Handballer. Der 34-Jährige ist das vierte Mitglied der Nagel-Familie, das ein Amt in der Abteilung übernimmt.

Zwei Trainer, ein Punkt: Das ist die Bilanz des TSV Schleißheim beim 19:19 gegen die HSG Freising-Neufahrn. Während in der ersten Hälfte Renate Nagel die Kommandos auf der Trainerbank gibt, sitzt dort nach der Pause ihr Sohn Christoph Nagel. „Ich bin später gekommen, weil ich bei einem Geburtstag war, wo ich lange im Voraus zugesagt hatte“, erklärt der 34-Jährige. Damals habe er selbst noch nicht gewusst, dass er ab dem neuen Jahr das Männer-Team des TSV übernehmen werde, das in der Bezirksoberliga um den Klassenerhalt ringt.

Vater und Handball-Abteilungsleiter: Bernhard Nagel.

Der neue Trainer ist gewissermaßen Nagel Nummer vier, der in der Handballabteilung an entscheidender Stelle eingeschlagen wird: Mutter Renate Nagel steht dem Gesamtverein vor und trainiert die weibliche A-Jugend, Vater Bernhard Nagel ist Spartenchef, und Schwester Michaela Nagel betreut das Frauenteam in der Landesliga. „Allerdings bestand nie die Absicht, dass wir als Familie großen Einfluss nehmen“, betont Bernhard Nagel. „Wir haben uns nicht aufgedrängt. Uns geht es darum, dem Verein zu helfen.“

Beim jüngsten Trainerwechsel sei der Anstoß vonseiten der Spieler gekommen, berichtet Bernhard Nagel. „Es war der Wunsch der Mannschaft, dass Christoph es macht.“ Das bestätigt sein Vorgänger Stephan Herzinger, der die Saison gerne in Schleißheim beendet hätte. „Aber Teile der Mannschaft und vor allem die älteren Spieler hatten keinen Bock mehr auf mich“, sagt der geschasste Coach, der erst zu Saisonbeginn gekommen war. „Das ist schade, denn viele jungen Spieler wollten mit mir weitermachen.“ Die Rädelsführer hätten ihn gebeten, dass er von sich aus seinen Rücktritt erkläre, sagt Herzinger. „Aber das habe ich abgelehnt. Ich will der Mannschaft kein Alibi geben.“

Tochter und Trainerin: Michaela Nagel

Noch während Herzingers Zukunft offen war, wandten sich einige Spieler an Christoph Nagel. „Die Mannschaft hat mich gebeten, das Traineramt zu übernehmen, weil da eine gewisse Unzufriedenheit war.“ Er selbst habe den Posten keinesfalls angestrebt: „Ich bin dazu gekommen wie die Jungfrau zum Kinde“, sagt Christoph Nagel. Die Mannschaft freilich kenne er gut – und das gelte auch andersrum. Schließlich hat Nagel zu Beginn und zum Ende seiner Karriere in Schleißheim gespielt. Dazwischen lief der Rückraummann für den TSV Ismaning und den TuS Fürstenfeldbruck auf, mit dem er den Aufstieg von der Bayern- in die Regionalliga (heute 3. Liga) schaffte.

Dass er selbst noch mal die Handballschuhe schnürt, sei unwahrscheinlich, sagt Nagel. „Allerdings ist diese Frage angesichts unserer Verletzungsmisere schon in den Raum gestellt worden.“ Hoffnung macht dem neuen Coach das Erfolgserlebnis gegen den Tabellendritten aus Freising. Nun gehe es darum, in den Duellen gegen die direkten Konkurrenz zu punkten, fordert der Trainer.

Sohn und Trainer: Christoph Nagel

Sich selbst bezeichnet Christoph Nagel derzeit (noch) als Interimstrainer. „Ich will erst mal schauen, wie ich das mit Beruf und Familie unter einen Hut bekomme“, sagt der zweifache Vater. Ohnehin müsse erst noch geklärt werden, wie die Trainerposten beim TSV nächste Saison verteilt werden, sagt Bernhard Nagel. Sicher ist aber: Ein fünftes Mitglied des Nagel-Clans wird vorerst nicht am Seitenrand auftauchen. Denn die jüngste Tochter, die Nationalspielerin Isabell Klein, hat unlängst bekanntgegeben, dass sie nächste Saison eine neue Herausforderung sucht. Nach neun Jahren beim Bundesligisten Buxtehuder SV folgt die 31-Jährige ihrem Mann, dem Nationalspieler Dominik Klein, nach Frankreich und wechselt zum Erstligisten aus Nantes.

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