Schleißheim Zentrum im Kampf gegen Vogelgrippe

- Oberschleißheim (ar) - Die Männer und Frauen in den weißen Schutzanzügen arbeiten auf Hochtouren. Die Abläufe sind immer die gleichen: sezieren, Organe entnehmen, Tests im Labor. Seit den Meldungen über Vogelgrippe-Fälle in Deutschland werden beim Landesinstitut für Veterinärwesen in Oberschleißheim im Akkord tote Vögel aus ganz Bayern angeliefert. Von den Veterinärämtern, von Polizei und Feuerwehr, aber auch von besorgten Privatpersonen. Oft steht auf den ersten Blick fest, dass die Tiere nicht am Grippe-Virus verendet sind. "Es sind Raben oder Amseln dabei, denen man ansieht, dass sie von einem Auto überfahren wurden", berichtet Mathias Büttner, Sachgebietsleiter Veterinärwesen am Landesinstitut.<BR>

Dennoch kommen auch diese Fälle, die einer wachsenden Vogelgrippe-Hysterie geschuldet sind, auf den Sektionstisch. "Wir gehen jedem Verdacht nach", erklärt Büttner. 30 Tierleichen wurden am Donnerstag untersucht. Am Freitag waren es bis zwölf Uhr mittags bereits 73, darunter 15 Schwäne sowie 22 Gänse und Enten.<P>Normalerweise arbeiten am Institut vier Pathologen und zwei Virologen mit ihren Assistenten. Da die Kapazitäten erschöpft sind, hat man Verstärkung angefordert, vor allem Laborpersonal. "Außerdem haben wir eine Wochenendbereitschaft eingerichtet", sagt Büttner. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden nach dem Vogelgrippe-Alarm nicht erhöht, das Personal arbeitet immer in kompletter Schutzausrüstung.<P>Die angelieferten Kadaver landen entweder vorübergehend in der Kühlung oder sofort in der pathologischen Abteilung. Dort werden sie vollständig seziert. "Ein Set aus Organproben geht zur virologischen Untersuchung", erläutert der Sachgebietsleiter. Dort wird der RTPCR-Test durchgeführt, mit dem sich eine Influenza A-Erkrankung nachweisen lässt. Ist der Test positiv, werden die Tierkörper am Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems auf den gefährlichen H5N1-Virus untersucht. "Influenza A-Fälle stellen wir immer wieder fest", erklärt Büttner. Allerdings gebe es 16 verschiedene Subtypen, von denen die meisten für Menschen ungefährlich sind.<P>Verbraucherschutzminister Werner Schnappauf appelliert an die Bevölkerung, den Behörden verendete Tiere nur dann zu melden, wenn mehrere an einer Stelle gefunden werden. "Bei einzelnen Kadavern besteht kein Anlass zur Besorgnis", sagt Schnappauf.<P>

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