Schlimmer Ausraster des Ex-Trainers auf dem Weg zur Pressekonferenz

- "Halt`s Maul - du bist die größte Drecksau, die hier rumläuft!"

Während der Stadionsprecher die 4100 Zuschauern gerade die Hachinger Aufstellung zelebrieren ließ, betrat KSC-Trainer Lorenz-Günther Köstner fast unbemerkt seine einstige Wirkungsstätte. Der langjährige Haching-Coach, im September 2001 bei der SpVgg gefeuert, stapfte - von einem Fernseh-Team eskortiert - mit typisch emotionsloser Miene über den Rasen. Als Köstner die Hachinger Reservebank passierte, erhoben sich die SpVgg-Oldies Matthias Zimmermann und Alexander Strehmel. Ein Lächeln huschte über Köstners Gesicht, er herzte die beiden - noch herrschte gute Laune bei dem 51-Jährigen.

Das sollte sich bald ändern. Die 18. Spielminute: Nach einer ruppigen Attacke von Jan Männer gegen Matthias Lust eilt Köstner hilfsbereit zu dem sich neben der KSC-Bank vor Schmerz windenden Hachinger - eine nette Geste. Allerdings bedankte sich die SpVgg postwendend mit dem 1:0 (Freistoß Copado, Kopfball Seifert), woraufhin Köstner in klassischer Pose mit vor der Brust verschränkten Armen erstarrte. Später, in unzähligen Interviews, gab er seinem Torwart Martin Fischer die Schuld am Hachinger Führungstreffer: "Der klebte wie mit Pattex fixiert auf der Linie, statt den Ball herunterzufischen. Der Ball war ja ewig in der Luft, da war schon Schnee drauf." In bekannter Köstner-Terminologie erfolgte die weitere Analyse: Dem KSC habe "die Leidenschaft gefehlt", aber "es lohnt sich, auch weiter zu dieser jungen Mannschaft zu halten", trotzdem habe er sich "die Rückkehr so nicht vorgestellt".

Moderate Sätze nach dem 0:3 - umso unverständlicher erschien Köstners übler Ausraster auf dem Weg von der Kabine zur Pressekonferenz. Im Gang unter der Haupttribüne kreuzte sich Köstners Weg mit dem von Haching-Vize Peter Grosser, der dem KSC-Trainer die Hand schütteln wollte. Urplötzlich zeterte Köstner los und rief wörtlich: "Halt`s Maul! Du bist die größte Drecksau, die hier herumläuft." Köstners Frau Katharina versucht, ihren Mann zu beruhigen, SpVgg-Trainer Wolfgang Frank zieht Grosser zur Seite, doch das Getuschel um Köstner geht nun erst los. Das unrühmliche Ende eines unerfreulichen Arbeitstags. Martin Becker

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