Schölz-König weiß: Türken nicht "die Bösen"

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Wie kommt eine Frau aus dem Münchner Landkreis auf die Idee, sich für die Insel Zypern und dann auch speziell für den nördlichen, türkischen Teil einzusetzen?

Für die Neukeferloherin Ursula Schölz-König lag dieses Engagement jedoch sehr nahe, schließlich hat sie einen Teil ihrer Schulzeit und Jugend auf Zypern verbracht - als Tochter des deutschen Botschafters. Es waren genau die politisch brisanten Jahre von 1960 bis 1966, als die deutsche Familie ihre Heimat auf der griechisch-türkischen Insel gefunden hatte. Sie erlebte hautnah mit, welche Auswirkungen das UN-Embargo auf die Bevölkerung hatte. Zwar hatten sie als Diplomaten Bewegungsfreiheit, kamen jedoch immer wieder in bedrohliche Situationen.

"Wir haben uns damals ganz fürchterlich darüber aufgeregt, dass in der Berichterstattung der Medien immer die Türken als ,die Bösen` dargestellt wurden. Wir haben das völlig anders erlebt", erinnert sich Schölz-König zurück.

1966 wurde ihr Vater dann nach Irland versetzt und der Kontakt zu Zypern riss jäh ab.

Erst als die Neukeferloherin vor drei Jahren ihren Mann verlor und sie nach einem schwierigen Jahr nach einem "neutralen Reiseziel" suchte, erinnerte sie sich an ihre Jugend in Zypern. Da das Ziel jedoch der Norden sein sollte, spürte sie schnell die Auswirkungen des immer noch bestehenden Embargos. Knapp einen Monat lang hatte sie gesucht, bis sie endlich einen Flug in den Nordteil der Insel buchen konnte.

Doch trotz der Anfangsschwierigkeiten zog sie die Schönheit der Inselhälfte sofort wieder in ihren Bann. Schölz-König nahm sich vor, den türkischen Inselbewohnern zu helfen: Zunächst organisierte sie Flugreisen und warb bayernweit für Nordzypern, um den Tourismus anzukurbeln. Doch die Not des türkischen Teils der Insel wurde bei jeder Reise für die Frau präsenter und ihr wurde klar, dass die Bevölkerung dort zusätzliche Unterstützung benötigen könnte. Das war die Geburtsstunde von "Rote Taube - Kirmizi Güvercin".erl

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