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18 Schüler schaffen ein kleines Wunder

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Zwischen Begeisterung und Unzufriedenheit: Rektor Franz Morawietz lobt, dass an der Mittelschule Taufkirchen 18 Schüler die Mittlere Reife bestanden haben. Aber: Nur acht der knapp 40 Schüler haben den qualifizierenden Hauptschulabschluss geschafft. © Robert Brouczek

„Ich konnte das Wunder kaum glauben“, sagt Franz Morawietz, der Rektor der Mittelschule Taufkirchen: 18 seiner Schüler haben die Mittlere Reife bestanden.

Taufkirchen - Die Buben und Mädchen hatten sich nach dem qualifizierenden Hauptschulabschluss entschlossen, in zwei weiteren Schuljahren die Mittlere Reife abzulegen. Dafür besuchten sie die sogenannte Vorbereitungsklasse. Nun sind sie die ersten Absolventen, die an der Mittelschule Taufkirchen einen mittleren Schulabschluss erlangt haben.

„Es haben viele die Chance genutzt“, zeigt sich Frank Stark, Klassenleiter der Vorbereitungsklasse, zufrieden. Der Abschluss seiner Schüler sei „absolut gleichwertig, aber andersartig“. Das lange Betriebspraktikum ist beispielsweise ein besonderer Bestandteil des neuen „9+2-Modells“. Den Vorteil, praktische Erfahrungen mitzubringen, nützte den Schülern nun bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz: Einige beginnen eine Lehre bei der Bank, eine kaufmännische Ausbildung oder werden Ernährungsberater. Zwei der Absolventen werden noch weiter die Schulbank drücken und an einer Fachoberschule das Abitur nachholen.

Darunter ist auch die beste Schülerin Tugba Aydin, die die Mittlere Reife mit 1,56 abgelegt hat. „Diese guten Ergebnisse haben gezeigt, dass sich das Modell gelohnt hat“, betont Rudolf Schwab, Dritter Bürgermeister von Taufkirchen. Den besten qualifizierenden Abschluss hatte Zoran Duric aus der Regelklasse mit 2,16.

Im Allgemeinen ist Rektor Franz Morawietz mit seinen neunten Klassen allerdings „nicht so ganz zufrieden“. Nur acht der knapp 40 Schüler haben den qualifizierenden Hauptschulabschluss bestanden. „Wartet nicht auf Wunder, sondern packt energisch und optimistisch eure Ziele an, dann seid ihr nicht auf Wunder angewiesen“, rät er den Absolventen für die Zukunft. Schließlich gelte: „Jeder ist für sich selbst verantwortlich.“

Allerdings betont er auch, dass es nicht nur auf schulische Leistungen ankomme, sondern insbesondere auf ein glückliches Leben. Die Schüler Omer Zilicjc und Buket Özlü, beide aus der neunten Klasse, sagen über ihren Abschluss: „Darauf können wir richtig stolz sein.“ Deshalb haben Schüler und Lehrer die Abschlussfeier auch gebührend begangen. Die Bandklasse 5 a hatte mehrere Stücke einstudiert, und Liridona Murati sang ein Solostück. „Das war wirklich klasse“, freute sich Morawietz.

Sophia Baumann

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