Schüler setzen den Gefallenen ein Denkmal

Ismaning - Schüler der Johann-Andreas-Schmeller-Realschule in Ismaning haben sich zu einer kleinen, feinen „Vernissage“ im Schlossmuseum versammelt: Noch bis 12. Februar zeigt das Haus ausgewählte Werke ihrer Projektarbeit „100 Jahre Erster Weltkrieg“.

„Ich habe schon darauf gesetzt, dass die Schülerinnen und Schüler ausschwärmen wie die Trüffelschweinchen“, wertete Koordinatorin Angelika Dittrich. Die Projektarbeit der neunten Jahrgangsstufe, die zwischen Weihnachten 2013 und Februar 2014 fächerübergreifend lief, sei ein voller Erfolg gewesen. Unter dem Motto „Dabei“ hatten die jungen Forscher weniger die politischen Zusammenhänge und den detaillierten Verlauf des Krieges im Blick, sie konzentrierten sich vielmehr in erster Linie auf Heimatgeschichte und Einzelschicksale.

In Gruppen schwärmten die Schüler aus und trugen eifrig Informationen zusammen. Unter dem Titel „Auf Spurensuche in Ismaning und anderswo: Trauer- und Erinnerungskultur im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg“ präsentieren sie jetzt einen Teil ihrer Ergebnisse in einer großen Vitrine im Eingangsbereich des Schlossmuseums, das seit Jahren mit der Realschule kooperiert und unter der fachkundigen Anleitung von Birgit Bayer immer neue Ideen in die Tat umsetzt (siehe Kasten).

„So war es auch möglich, dass unter anderem ein Fundus interessanter Feldpost Ismaninger Soldaten ausgewertet und letztlich ein weiteres Puzzlestück zur Heimatgeschichte ergänzt werden konnte“, sagte Museumspädagogin Birgit Bayer. Katarina Arsic - inzwischen Schülerin der 10c - kann sich noch gut erinnern, „wie schwierig es war, die altdeutsche Schrift zu entziffern“. Franziska Pflügler und Antonia Ruhstorfer (beide 10a) entwarfen gemeinsam ein Kriegerdenkmal im Kleinformat. „Ich stelle es mir schrecklich vor, wie damals die jungen Männer praktisch an der Haustür zum Kriegsdienst eingezogen wurden“, meinte Antonia. An der Schloßstraße in Ismaning erinnert eine denkmalgeschützte, zwei Meter hohe Steinskulptur an die 100 Männer aus der Gemeinde, die im Ersten Weltkrieg fielen. Nach einer Tabelle der Realschüler war das jüngste Opfer 19 Jahre, das älteste 46 Jahre alt. Das Kriegerdenkmal wurde am 24. Mai 1924 eingeweiht, nach Ende des Zweiten Weltkrieges kamen Steintafeln mit den Namen der 181 Gefallenen und der 89 Vermissten hinzu.

Wieder andere Gruppen untersuchten die Rolle der Frau in der Arbeitswelt, die Wundversorgung von Soldaten mit Honig und die Meinungen von Avantgardekünstlern zum Krieg. Dabei recherchierten die Jugendlichen nicht nur im Internet, sondern nutzten auch den eigens von der Schule angelegten „Handapparat“ mit neuer Literatur zu dem schwierigen Themenfeld. Angelika Dittrich: „Wie in den Jahren zuvor waren alle Fächer am Projekt beteiligt, und die einzelnen Fachlehrer unterstützten die Teams nach Kräften.“

Guido Verstegen

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