Ute Landthaler die neue Rektorin der Mittelschule Kirchheim. foto: privat

„Schüler stehen im Mittelpunkt“

Kirchheim - Im Kajak ist Ute Landthaler lieber in ruhigen Gewässern unterwegs. In der Schule liebt die künftige Rektorin der Mittelschule Kirchheim das lebhafte Miteinander mit Schülern, Lehrerkollegen und Eltern.

„Ich freue mich wahnsinnig auf die neue Aufgabe“, betont die 54-Jährige. Landthaler weiß seit sechs Wochen, dass ihre Bewerbung auf die Nachfolge von Eva-Maria Mahnecke Erfolg hatte. Nach dem plötzlichen Herztod von Konrektor Bernd Hofrichter ist der Leiterwechsel zusätzlich belastet. Landthaler: „Das ist wirklich traurig für die Schulfamilie und tut mir sehr leid.“ Das Schulamt habe ihr versprochen, dass die vakante Stelle schnellstmöglich besetzt werde: „Wir werden es meistern.“

Privat lebt Landthaler mit Ehemann Klaus, wie sie auch Pädagoge, in Weyarn. Die Entfernung zur künftigen Arbeitsstelle schreckt sie nicht: „Es ist zwar doppelt so weit, als ich es bisher nach Schliersee hatte, aber dank Autobahn zeitlich kürzer.“ Sechs Jahre war sie als Konrektorin an der Hauptschule in Schliersee tätig. Dort hat sie auch das entwickelt, was die ausgebildete „Wertemultiplikatorin“ nun in Kirchheim umsetzen möchte: Werteerziehung. Was theoretisch klingt, haben die Schüler in Schliersee sehr aktiv erlebt.

Beispielsweise das „Compassion-Projekt“, eine Art soziales Praktikum, das Respekt und Achtung, höfliches Miteinander und Offenheit im Umgang mit Menschen, die schwächer sind, lebendig umsetzt. So besuchten die Schüler Einrichtungen für Senioren, Menschen mit Behinderung und sozialen Schwächen. Nicht als einmaliges Miteinander war dies gedacht, sondern als Auftakt zu einer Art dauerhaftem, von Lehrern begleiteten und gestützten ehrenamtlichen Engagement.

Weg von einmaligen Aktionen, hin zu beständigem Lernen und Erleben, sind für Landthaler auch in der Berufsorientierung das Erfolgsrezept und die Devise. Sie führte mit großem Erfolg in Schliersee ein Berufsorientierungsjahr ein, in dem die Schüler jede Woche einen Nachmittag in ein und demselben Betrieb Praktikum leisteten. Die Firmen waren ebenso begeistert von den Ergebnissen, wie Eltern, Schüler und Lehrer. Die Schüler erspürten ihre Befähigungen genauer, die Betriebe erlebten, wie die Jugendlichen von Woche dazu Woche dazu lernten. Die Folge war eine hohe Vermittlungsquote für die Hauptschüler.

Dass dies auch Themen an ihrem künftigen Arbeitsplatz sein werden, zeigt die jüngste Statistik, die das Schulamt München Land diese Woche vorlegte. Knapp ein Viertel der 433 Neuntklässler an Haupt- und Mittelschulen suchen einen Ausbildungsplatz.

Mit Blick auf ihr Steckenpferde Werteerziehung freue sie sich natürlich besonders, dass es an der Mittelschule Kirchheim auch eine Schulsozialarbeiterin gibt: „Eine gute, vertrauensvolle Atmosphäre an der Schule ist eine Grundsvoraussetzung, um Wissen zu vermitteln, um gut lernen zu können.“ Deshalb stehe bei ihr auch der Schüler im Mittelpunkt. Deren Meinung zähle. Was sie auch mit eigenen Schülersprechstunden unterstreichen wolle.

Wenn dann bei allem Einsatz für die Kirchheimer Schüler künftig Feierabend ist, dann freut sich Landthaler auf Gartenarbeit daheim im Eigenheim in Weyarn, auf ein fröhliches Buch, eine Kajaktour im Sommer oder Skifahren im Winter. Aber vor allem auf den Besuch ihrer Kinder, Tochter Sabine (25), die wie die Eltern Lehrerin wird und Sohn Patrick (21), der Betriebswirtschaft studiert.

von Annette Ganssmüller-Maluche

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