Familiendrama in Penzberg: Schwiegertochter stellt sich

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Am Gabentisch im Werkraum: Annegret Harms.

Gelebte Integration

Schüler in Unterschleißheim nähen für Flüchtlingskinder

Unterschleißheim - Schüler des Carl-Orff-Gymnasiums in Unterschleißheim nähen für minderjährige Flüchtlinge in Oberschleißheim. Das Projekt der offenen Ganztagsschule führt zwei Welten zusammen, die nach Möglichkeit irgendwann eins werden sollen.

Der erste Schritt könnte zu Weihnachten getan sein. Unter dem Christbaum in der Jugendbegegnungsstätte am Tower in Oberschleißheim sollen sich die 25 jugendlichen Flüchtlinge, die ohne erwachsene Begleitung ins Land gelangten, über selbst genähte Taschen und Rucksäcke freuen können. Gefüllt mit allerlei Leckereien und Nützlichem, wie Annegret Harms verrät.

Die Leiterin der offenen Ganztagsschule am Carl-Orff-Gymnasium ist restlos angetan von dem Projekt: Bis zu 30 Ganztagsschüler aus den fünften bis neunten Klassen seien mit Herzblut bei der Sache. Harms ist das auch. Den Vorschlag der Schulleitung griff sie im Herbst sofort auf. „Wir haben die Idee den Kindern vogeschlagen“, erzählt sie: „Die waren gleich Feuer und Flamme.“

Seitdem nutzen die Schüler einen Teil des Ganztagsangebots, um unten im Werkraum die Nähmaschinen laufen zu lassen. Fünftklässlerin Alina (11) ist mit ihrem Rucksack fast fertig. Ein buntes Täschchen fehlt noch, das sie auf den Rucksack nähen will. Erst mal aber braucht sie eine Pause. „Hast Du ein Gummibärchen?“ Die Frage ist an Monika Schulz gerichtet, die im Werkraum das Sagen hat. „Klar“, antwortet sie breit lächelnd und schiebt der Elfjährigen einen orangefarbenen Schnuller aus Gelatine in den Mund.

„18 haben wir schon“, sagt die Herrin des Werkraums und deutet auf den vollgepackten Tisch. Taschen aus Jeans, Bettzeug oder alten Vorhängen stehen da herum. Irgendwer hat sich sogar die Mühe gemacht, einen Nikolausstiefel nachzuahmen. Meist sind die Rucksäcke zusammengeschneidert aus Stoffen, die Eltern der Schüler vorbeibrachten.

Ebenfalls von den Eltern ist, was in wenigen Tagen die Rucksäcke unterm Weihnachtsbaum füllen wird: Süßes, Stifte und Papier. „Gerade heute habe ich noch eine Ladung mit Äpfeln, Nüssen und Mandarinen reinbekommen“, sagt Annegret Harms. „Die werd’ ich nachher noch runter in den Werkraum holen.“

Annergret Harms ist stolz auf die nähenden Schüler. Genauso wie Vize-Schulleiterin Anna Karg. „Solche Projekte sind uns wichtig.“ Im P-Seminar unterstützen 15 Oberstufenschüler den Helferkreis Asyl. „Die Schüler lernen Verantwortung, und ich finde, so muss das auch sein.“

Monika Schulz ist derweil wieder auf ihre Schützlinge konzentriert. Darauf, dass Nähen, Gummibärchen und die Freude an allem sich die Waage halten. „Die restlichen sieben Taschen schaffen wir auch noch bis Weihnachten“, lacht sie herzlich und streicht Christina (10) über das Haar. Die Zehnjährige müht sich an der Nähmaschine und spekuliert anscheinnd ebenfalls auf ein kleines Päuschen – mit Schnuller aus Gelatine. Andreas Sachse

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