Gerhard Heinrich muss seine Pfarrstelleaufgeben. Foto: bro

Die schwere Krankheit kommt zurück

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - Evangelische Gemeinde verabschiedet Pfarrer Gerhard Heinrich

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - Nach 24 Jahren muss Gerhard Heinrich seinen Dienst als evangelischer Pfarrer in Höhenkirchen-Siegertsbrunn beenden. Der 58-Jährige hat Krebs. Morgen wird er in einem Gottesdienst in der Kreuz-Christi-Kirche offiziell verabschiedet.

Ostern, das christliche Fest der Auferstehung, ist noch nicht lange vorbei, als die Krankheit zum zweiten Mal in das Leben des Pfarrers Gerhard Heinrich tritt und alles durcheinander bringt.

Heinrich hat erst im März seine Arbeit in der evangelischen Kirchengemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn wieder aufgenommen, nachdem er nach einer intensiven, achtmonatigen Behandlung gesund ins Pfarramt zurückgekehrt ist. Er leitet Gottesdienste, nimmt die Aufgaben als Kirchenvorstand wahr und führt die Pfarrgemeinde bei wichtigen Anliegen, so wie in in all den Jahren zuvor. Das Karzinom an seinem Kehlkopf ist zurückgegangen, der Krebs besiegt. Und dann die Diagnose der Ärzte: ein Rezidiv. So nennt man in der Medizinersprache das Wiederauftreten einer Krankheit. Heinrich hat Kehlkopfkrebs. Deshalb muss er seinen Dienst als evangelischer Pfarrer und Pfarramtsleiter nach 24 Jahren beenden.

Der gebürtige Münchner, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, kommt 1990 zur evangelischen Kirchengemeinde. Davor studiert der Fußballfan des TSV 1860 München in der Landeshauptstadt Theologie und arbeitet kurzzeitig in Sauerlach. Unter seiner Regie verbreitert sich das Angebot an Gottesdiensten. Heinrich modernisiert die Pfarrgemeinde, indem er sie für die Menschen öffnet. Er initiiert Familien- und Kindergottesdienste. Es gibt regelmäßig einen Krabbelgottesdienst für Kleinkinder im Alter zwischen null und drei Jahren. Die Menschen danken es ihm. Die Gottesdienste werden voller und auch die Spendensummen nehmen zu. „Er hat die Gottesdienste schon immer als zentralen Treffpunkt der Gemeinde verstanden. Das ist sein Anliegen als Pfarrer“, sagt Uschi Breithaupt, die Heinrichs Vertrauensfrau im Pfarramt ist und in all den Jahren an seiner Seite steht.

Heinrich ist nicht nur ein sehr guter Prediger. Er beweist auch großes Geschick, als es Anfang des Jahrtausends darum geht, in den einschlägigen Münchner Gremien der evangelischen Kirche den Neubau der Kreuz-Christi-Kirche voranzutreiben. 4,6 Millionen Mark kostet die Kirche. Die Pfarrgemeinde übernimmt davon etwas mehr als eine Million.

In der Zeit, als die alte evangelische Kirche schon abgerissen ist und die neue Kirche noch gebaut wird, macht die Pfarrgemeinde eine schwierige Phase durch. „Das war eine Ausnahmesituation für uns. Wir hatten keine Kirche mehr“, erinnert sich Breithaupt. Doch gerade in dieser Zeit habe Heinrich eine wichtige Rolle in der Gemeinde eingenommen und viele, entscheidende Dinge organisiert wie Kontakte zu benachbarten Pfarrgemeinden, die den Höhenkirchenern ihre Kirche für Gottesdienste überließen.

2002 endlich wird die Kreuz-Christi-Kirche eingeweiht. Zu diesem Zeitpunkt steht Heinrich genau bei der Hälfte seiner Dienstzeit in Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Breithaupt sagt: „Er hat in der Pfarrgemeinde schon damals eine riesige Spur hinterlassen.“

Gottesdienst

Gerhard Heinrich wird am 26. Oktober im Gottesdienst in der Kreuz-Christi-Kirche in der Esterwagnerstraße 10 offiziell verabschiedet. Beginn ist um 10 Uhr.

Thomas Radlmaier

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