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Tatort Bruckmairstraße: Der Biber ist schuld an dem Loch und der Sperrung der Straße, sagt die Gemeinde Ismaning. Das Landratsamt erwidert: Sperrt die Straße auf Dauer für den Verkwehr, bis auf Anlieger, und fahrt nicht mit schweren Fahrzeugen durch.

Landratsamt kontert Vorwürfe 

Schwere Lkw richten mehr Schaden an als der Biber

Ismaning – Das Landratsamt München setzt in den Augen der Gemeinde Ismaning die öffentliche Sicherheit aufs Spiel, wenn es nicht gegen den Biber vorgeht (wir berichteten). Entzündet hat sich der Streit vor allem an Straßenschäden in der Bruckmairstraße. Das Landratsamt kontert.

Den Feldweg hat laut Gemeindeverwaltung der Biber unterhöhlt, so dass er gesperrt werden musste. Die Probleme mit der Bruckmairstraße sind dem Landratsamt bekannt. Die Behörde wehrt sich aber dagegen, dem Biber die Straßenschäden alleine anzulasten.

Die Behörde erklärt, dass die Bruckmairstraße sich in „einem Rest der ehemaligen Niedermoorlandschaft des Erdinger Mooses“ befindet und deshalb eine herausragende Bedeutung genieße. Die Straße in einem europäischen Schutz genießenden Gebiet habe deshalb eine Tonnagebeschränkung und eine Sperrung für nicht landwirtschaftlichen Verkehr.

Straße einfach sperren

In einer Stellungnahme gibt das Landratsamt den Nutzern die Schuld für die Probleme: „Sowohl die Tonnagebeschränkung wie auch Sperrung wurden bislang wenig beachtet, auch schwere Lkw nutzten die Straße, weshalb zunehmende Schäden im Straßenaufbau zu erwarten sind, die im Falle der Aufrechterhaltung als Verkehrsweg saniert werden müssten.“ Aktivitäten des Bibers zeigen laut der Behörde nur „den ungeeigneten Straßenaufbau und unterstreichen die unzureichende Eignung der Bruckmairstraße für größere Fahrzeugmengen und höhere Tonnagen deutlich. Ein Ausbau der Bruckmairstraße ist mit den Zielen und Vorgaben für das sensible Schutzgebiet nicht vereinbar. Die dauerhafte Sperrung der Straße scheint das probateste Mittel.“

60 Biber leben bei Ismaning

Grundsätzlich verweist das Landratsamt darauf, dass die Hälfte der geschätzt 60 in Ismaning lebenden Biber seine Reviere konfliktfrei in den Isarauen hat, auf Flächen des Freistaates. „Für die Reviere in der Feldflur gibt es Konflikte, Schäden halten sich aber in Grenzen“, heißt es. Zwischen 2010 und 2015 wurden wirtschaftliche Schäden in Höhe von rund 300 Euro registriert. 

Das Landratsamt rät den Ismaningern zur Errichtung von Gewässerrandstreifen, auf die sich dann Biberschäden und von Bibern ausgehende Gefahren beschränken würden. Zu „Biber-Entnahmen“ wie in Nachbar-Landkreisen, was beschönigend für Abschuss oder Einfangen steht, möchte sich das Landratsamt nicht äußern, aber dieses Vorgehen sei „die ultima ratio“. Im Landratsamt München gingen seit 2010 vier Anträge auf Biberentnahmen ein. Von denen wurde einer in der Gemeinde Ismaning genehmigt und drei abgelehnt. Der gewässerarme Landkreis München habe aber deutlich niedrigere Biberzahlen als die Nachbarn.

Landratsamt sieht Beschwerde entspannt

Den Ismaninger Bestrebungen, das Umweltministerium einzuschalten, sieht der Landkreis entspannt entgegen. Bereits 2013 habe es einen ähnlichen Anlauf gab. Umweltministerium und Regierung von Oberbayern seien damals der Argumentation des Landratsamtes gefolgt. Grundeigentümern und der Gemeinde rät das Landratsamt zur Vorsorge.

Nico Bauer

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