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Viel Grün und eine Sauna: Die Entwürfe des Architekturbüros ver.de zur kommerziellen Nutzung des Nordwestufers am Hollerner See sieht eine „kompakte Saunalandschaft“vor. Die Architekten arbeiten in der Landschaftsgestaltung mit den ausgehobenen Materialien und bauen daraus mehrere Wälle auf dem Gelände.

Auch Vorschläge zu naturnaher Nutzung

Seesauna bleibt ein Streitpunkt

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Die Diskussion um den Hollerner See geht in die nächste Runde: Im Unterschleißheimer Stadtrat werden drei Varianten zur Weiterentwicklung des Ost- und Westufers vorgestellt. Die Stadt verzichtet vorerst jedoch auf eine Stellungnahme.

Unterschleißheim – Am Ende standen viele Fragezeichen dort, wo sich die Unterschleißheimer – und Teile des Stadtrats – wohl eher ein unmittelbares Ausrufezeichen in Sachen Hollerner See gewünscht hätten. Zahlreich waren die Bürger in die Sitzung des Stadtrates gekommen. Geschlossen verließen sie die Sitzung dann allerdings auch wieder, als der für sie so interessante Tagesordnungspunkt abgehandelt war.

Drei Konzepte zur Weiterentwicklung des Hollerner Sees stellte Susanne Bauer vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München in der Sitzung vor. Doch wie der Stadtrat zu den Entwürfen steht, wurde nur ansatzweise ersichtlich. Eine offizielle Stellungnahme der Stadt soll es erst nach der Stadtratssitzung im April geben. Bis dahin sollen die Fraktionen intern über die Planungsvarianten für die Uferareale im Osten und Westen des Sees beraten. Und so nahmen die Stadträte Bauers Vortrag lediglich zur Kenntnis. Wenn auch teils zähneknirschend.

Die Entwürfe dreier Landschaftsarchitektur-Büros präsentierte Bauer den Stadträten. Jedes Büro hatte eine Variante zur kommerziellen und eine zur naturnahen Nutzung der Ufer eingereicht. Kommerziell bedeutet: Eine Seesauna im Westen, ein Wohnmobilstellplatz im Osten. Über die Entwürfe hatte vorab bereits ein Beratungsgremium in einer Sitzung Ende Januar befunden. Unterschleißheim vertraten damals Bürgermeister Christoph Böck (SPD), Brigitte Weinzierl (CSU) und Jürgen Radtke (Grüne). Am meisten überzeugt hat das Gremium die Pläne des Freisinger Büros ver.de.

„Ver.de hat sehr stark mit der Umgebung gearbeitet“, begründet Bauer die Empfehlung des Gremiums. Positiv sei hierbei der Wechsel zwischen aufgeschütteten Kies-Wällen, Wäldern und offenen Grasflächen. Zudem habe die kompakt designte Saunalandschaft „eine „hohe Aussicht auf Realisierung“. Alles in allem sei der ver.de-Entwurf laut Bauer „sehr gelungen“.

Im Unterschleißheimer Stadtrat sahen das nicht alle so – gerade was die Saunalandschaft angeht. Noch vor der Sitzung hatten FDP, ÖDP und Grüne beantragt, dass sich die Stadt noch am gleichen Abend für eine naturnahe Gestaltung des Nordwestufers aussprechen und einer Sauna-Bebauung eine klare Absage erteilen solle. Schließlich hätten sich die Unterschleißheimer im Bürgerentscheid aus dem Jahr 2010 für eine naturnahe Erholungsnutzung ausgesprochen. Zwar zogen die Fraktionen ihren Antrag letztlich zurück, die Sauna-Pläne lehnten sie dennoch entschieden ab. „Vom ersten Tag an ist die Verkehrsthematik rund um die Sauna offen geblieben“, kritisierte Radtke unter anderem. Und Manfred Riederle (FDP) bezweifelte, dass sich wirklich ein Investor findet, der die Sauna, wie angedacht, finanziert und betreibt. „Das halte ich für reine Gaukelei“, sagte er.

Bevor die Diskussion allerdings ausuferte, rief Bürgermeister Böck den Fraktionen in Erinnerung, um was es an diesem Abend ging: „Unser Ziel war es, die Stadträte, die nicht im Beratungsgremium waren, in Kenntnis zu setzen“, sagte Böck. Die Diskussion der einzelnen Entwürfe sei doch bitte auf die nächste Sitzung zu vertagen, wenn sich die Fraktionen beraten haben. Bis dahin würde die Gemeinde Eching nichts entscheiden, versicherte Bürgermeister Sebastian Thaler (SPD), der zur Sitzung nach Unterschleißheim gekommen war.

In der Stadtratssitzung am 6. April dürften dann wohl auch wieder viele Bürger anwesend sein – in der Hoffnung auf ein Ausrufezeichen.

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