Guter Brauch am in Oberhaching: der Stephaniritt am zweiten Weihnachtsfeiertag. Fotos: michel

Segen aus alter Tradition

Oberhaching - Oberhaching - 15 Grad und Sonnenschein: Beim Stephaniritt musste in diesem Jahr niemand frieren

Oberhaching - Beim Stephaniritt musste sich niemand warm anziehen. Bei 15 Grad, blauem Himmel und viel Sonnenschein haben über 100 Pferde vor der Kirche St. Stephan in Oberhaching von Weihbischof Engelbert Siebler den Segen erhalten.

Der Stephaniritt am zweiten Weihnachtsfeiertag lockte viele Besucher zum Kirchplatz nach Oberhaching. Am Anfang des Umzuges ritt die Polizei, gefolgt vom Oberhachinger Bürgermeister Stefan Schelle auf dem Pferd Pikeur. Pfarrer Rüdiger Karmann begrüßte die rund 2000 Besucher. Als besonderer Gast kam dieses Jahr Weihbischof Engelbert Siebler, der die Apostelgeschichte über Stephanus vortrug. „Wir sind aber nicht nur hier, um die Pferde zu bewundern, sondern auch, um sie zu segnen“, sagte Siebler. Nach den Worten des Weihbischofes beteten die Besucher gemeinsam das Vaterunser.

Die Miniaturen der beiden katholischen Kirchen des Ortes waren traditionell beim Umzug auf jeweils einem Wagen dabei. Für die musikalische Unterstützung des Umzuges sorgte die Oberhachinger Blaskapelle. Die Pferde waren mit Glocken, Schmuck und ihren Geschirren prächtig hergerichtet worden. „Es ist eine traditionelle Veranstaltung, zu der die Leute kommen. Danach gibt es immer Brotzeit und Bier“, sagte Stefan Schelle. Die Freiwillige Feuerwehr und das Rote Kreuz sorgten wie jedes Jahr für den sicheren Ablauf des Stephaniritts.

Bei dem traditionellen Zug wird die Pfarrkirche St. Stephan drei Mal umrundet. In der dritten Runde stieg der Weihbischof persönlich in die Kutsche, um die letzte Runde mitzufahren.

Der Stephaniritt ist in Oberhaching ein sehr alter Brauch. Seit über 1250 Jahren gibt es das Gotteshaus St. Stephan in Oberhaching schon. Der heilige Stephanus ist der Schutzpatron Oberhachings. Seit über 300 Jahren findet der jährliche Stephaniritt am zweiten Weihnachtsfeiertag statt, erst unterbrochen durch den Zweiten Weltkrieg.

Neuauflage 1977

1977 ist die Tradition dann wieder Dank dem Burschenverein Deisenhofen und Florian Schelle Senior ins Leben gerufen worden. Mittlerweile ist der Ausrichter der Stephaniverein Deisenhofen. „Es ist der Traditionsumritt im Oberland. Viele Pferdebesitzer aus der Umgebung kommen, um den Segen für ihre Pferde zu erbitten“, erklärte Bürgermeiser Stefan Schelle.

Vanessa Breunig

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Vollgas für die Bildung
Auf der Großbaustelle am Unterföhringer S-Bahnhof gehen die Bauarbeiten zügig voran: Die Grundmauern sind eingezogen. Für 28 Millionen Euro entsteht hier der Neubau für …
Vollgas für die Bildung
Seniorenmesse ist eine Marktlücke
„Aus der Region, für die Region“ – unter diesem Motto fand jetzt die erste Seniorenmesse in Höhenkirchen-Siegertsbrunn statt. Die Rechnung des achtköpfigen, …
Seniorenmesse ist eine Marktlücke
Lichter für den Frieden
rotz bitterer Kälte kommen gut 100 Kinder, Eltern und Mitarbeiter zum Vorplatz von St. Ulrich in Unterschleißheim. Mit Wunderkerzen rund um einen großen Stern aus …
Lichter für den Frieden
Ein Hoch auf die Lebensfreude
Das Leben ist schön. Dass es auch im hohen Alter Spaß machen kann und viel Freude in dieser Lebensphase steckt, zeigt der Foto-Kalender – eine Kooperation vom …
Ein Hoch auf die Lebensfreude

Kommentare