Sicherheit wird in Bussen jetzt besonders groß geschrieben

- Unternehmen reagieren auf neue Bestimmungen

VON BENEDIKT GARSKY Landkreis - "Deutschlands rollende Zeitbomben", so werden nicht nur Lastwagen genannt, sondern mittlerweile auch Busse. Sicherheitsdefizite sind im vergangenen Jahr stark bemängelt worden. Häufige Unfälle belegen das steigende Risiko der Omnibusse. Ortsansässige Busunternehmen waren in der Vergangenheit davon glücklicherweise nicht betroffen. Seit diesem Jahr gibt es neue Vorschriften vom Gesetzgeber, die ab sofort alle Omnibusfirmen betreffen. Auch die Unternehmen im Landkreis müssen sich darauf einstellen.

Die Anschnallpflicht stellt die größte Neuerung dar. In Zukunft soll kein Fahrgast mehr ungesichert reisen dürfen. Deshalb muss der Busfahrer sich vor jedem Reiseantritt vergewissern, dass die Fahrgäste angeschnallt sind. Bei Verstößen bekommen nicht nur die Busunternehmer Geldstrafen aufgebrummt, sondern auch die Fahrer. Die Strafen bei Lenk- und Geschwindigkeitsüberschreitungen werden deutlich angehoben. "Für uns ist es wichtig, dass die Unternehmen den Druck spüren", so ein Sprecher des Verkehrsministeriums in Berlin.

"Einige schwarze Schafe machen Ruf kaputt"

Helmut Glöde ist Chef eines der betroffenen Busunternehmern, seine "Reisekutsche" das größte seiner Art im Landkreis. "Ich habe schon immer auf die Sicherheit meiner Fahrgäste geachtet, dazu zähle ich auch die Gurte", so der Hohenbrunner. Pro Jahr spult er viele tausend Kilometer ab - seit 46 Jahren unfallfrei. "Es ist wirklich schade, dass einige schwarze Schafe unseren Ruf kaputt machen", bedauert Glöde. Die Unfälle in der Vergangenheit seien alle durch menschliches Versagen hervorgerufen worden, behauptet Glöde. "Das ist ja auch kein Wunder, die fahren alle am Limit", kritisiert der Busfahrer.

Wie Helmut Glöde berichtet, fahren die Busfahrer einen riesigen Umweg, um dann nach etlichen Kilometern den eigentlichen Fahrgast abzuholen. Ein Beispiel dafür hat er auch parat: "Das jüngste Unglück in Belgien ist doch auch wieder so eine Geschichte. Er fährt aus Norddeutschland mit Umweg über München, um dann weiter nach Paris zu fahren."

Die Busunternehmen im Landkreis sind freilich nicht nur für den Reiseverkehr zuständig. Einige fungieren auch als Schulbus. "Da wiederum macht es keinen Sinn, dass die Schüler sich anschnallen, denn wir halten alle drei Minuten", sagt Glöde. Außerdem würden die Schüler "viel Unfug" mit den Gurten anstellen. Beim Zurückschnalzen beispielsweise bestehe eine akute Verletzungsgefahr. Was die Sicherheit betrifft, will Helmut Glöde auch die Industrie in die Pflicht genommen wissen. Der Reiseunternehmer: "Die Sicherheit ist eine Angelegenheit der Hersteller, denn wir sind ja nur Nutzer."

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