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Umstrittener Sichtschutz: Der hohe Zaun eines Grundstücks am Keltenweg passt nicht jedem.

Im Keltenweg

Sichtschutz-Mauer eckt an

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Eine mehr als drei Meter hohe Wand ärgert Nachbarn und Gemeinderäte in Unterhaching. Auch der Pool dahinter wird kritisch beäugt.

Unterhaching – Wenn ein Gartenzaun 1,55 Meter hoch ist: Na gut, etwas überdimensioniert, aber vielleicht vertretbar. Wenn dieser Zaun aber auf eine fast mannshohe Mauer aufgepflanzt wird und der Sichtschutz eine Gesamthöhe von 3,10 Metern erreicht, dann stellt sich, zumal direkt an einer öffentlichen Straße, schon die Frage nach der Verhältnismäßigkeit. Mit diesem Problem beschäftigen sich Verwaltung und Kommunalpolitiker in Unterhaching derzeit.

Der Fall: Ein Hauseigentümer im Keltenweg hat sich in seinem Garten einen nicht gerade kleinen Swimmingpool gebaut. Und um beim Planschen vor neugierigen Blicken geschützt zu sein, baute er sich einen sehr großzügigen Sichtschutz. Die erforderliche Befreiung vom Bebauungsplan hat der Hauseigentümer erst nachträglich eingereicht. Und die Spirale dreht sich weiter: Im Rathaus sind inzwischen sowohl eine zweite Anfrage für einen Swimmingpool als auch eine Beschwerde aus der Nachbarschaft eingegangen. Grund genug also, das Thema im Bauausschuss öffentlich zu diskutieren.

„Es geht um zwei Dinge“, differenzierte Dieter Senninger (SPD). „Nämlich um den Swimmingpool an sich. Und um den Sichtschutz.“ Vorbei seien offenbar „die Zeiten, in denen im Garten Gemüse angebaut wurde“. Da es mindestens ein weiteres fragwürdiges Projekt dieser Art gebe, schlug der Bauexperte der Sozialdemokraten einen Ortstermin vor.

Bei der CSU klang deutlich weniger Bereitschaft zu Toleranz durch. Florian Riegel, den allein die visuelle Präsentation im Bauausschuss schockte („Vor Ort sieht das alles sicher noch viel schlimmer aus“), forderte: „Wir müssen klar Einhalt gebieten. Das ist ja kein Swimmingpool mehr, sondern ein halbes Freibad.“ Konkret ist der Swimmingpool 7,23 Meter lang und 4,01 Meter breit. Kein Planschbecken also. Riegel: „Man muss auch an die Nachbarn denken. Wenn da Pool-Partys veranstaltet werden, leiden die Nachbarn massiv unter dem Lärm.“

Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) eierte ein wenig herum. Einerseits wolle er „aufgrund der hohen Immobilienpreise erlauben, dass in gewissen Grenzen das Grundstück ausgenutzt wird“. Andererseits sah er beim Sichtschutz das Problem, dass dieser nicht zwischen zwei Nachbargrundstücken errichtet wurde, sondern zur Straße hin. Also müsse man sich „ein offizielles Bild vom Ganzen machen“.

Fazit: Der Bauausschuss traf keine finale Entscheidung, sondern beraumte einen Ortstermin an. „Wir machen einen Wandertag“, fügte Panzer schmunzelnd hinzu.

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