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Problemlinie: Die vielen eingleisigen Streckenabschnitte machen die S 7 besonders anfällig für Verspätungen. Aus diesem Grund fordert die JU langfristig einen zweigleisigen Ausbau.

Zugausfälle und Verspätungen auf dem Weg zur Arbeit

Junge Union redet der Bahn ins Gewissen

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Landkreis– Das Münchner S-Bahn-Netz, speziell die S 7, ist extrem anfällig. Das hat sich während der jüngsten Kältewelle deutlich gezeigt. Die Kreisverbände der Jungen Union (JU) in Bad Tölz-Wolfratshausen und München sagen jetzt gemeinsam: Es reicht – und fordern die Bahn zu raschem Handeln auf.

Die Region München boomt. Immer mehr Menschen zieht es in den attraktiven Süden der Republik, und immer mehr Menschen pendeln ein und aus. Die Junge Union der Landkreise München und Bad Tölz-Wolfratshausen räumen zwar ein, dass im Sinne eines fließenden Verkehrs auf Straße und Schiene einiges unternommen wird – Stichwort Luise-Kiesselbach-Platz, Stichwort Zweite Stammstrecke.

Doch was sich in der Kältperiode speziell auf der Linie S 7 abgespielt hat, lässt die Jungpolitiker der CSU daran zweifeln, dass sich der Verkehrskollaps verhindern lässt. „Es haben sich eklatante Versäumnisse im Bereich der Instandhaltung gezeigt“, sagt Andreas Ofenbeck, Kreisvorsitzender der hiesigen JU. „Die Linie S 7 stellt ein besonderes Sorgenkind dar.“

Ofenbeck ist selbst Pendler und weiß aus eigener Erfahrung von vielen Zugausfällen und Verspätungen auf dem Weg zur Arbeit zu berichten – und auf dem Heimweg natürlich auch. Besonders schlimm war es bei den eisigen Temperaturen Ende Februar, als die Stammstrecke an vier Werktagen im morgendlichen Berufsverkehr aus verschiedenen technischen Gründen gesperrt war.

Nach Recherche von Ofenbeck kam es in den Monaten Dezember 2017 bis Februar 2018 im Bereich der S 7 zu über 160 Störungen (also im Schnitt 1,6 am Tag), die durch den DB-Service „Streckenagent“ den Kunden offiziell mitgeteilt wurden. Diese betrafen zum großen Teil – nämlich fast 60 Prozent – technische Probleme. „Dieser Zustand ist für den öffentlichen Nahverkehr einer modernen Metropole nicht haltbar.“

Pendlern ist das Grundproblem der S 7 durchaus bekannt: Sie weist sowohl im Westen, also Richtung Wolfratshausen, als auch im Osten, also Richtung Kreuzstraße, viele eingleisige Streckenabschnitte mit zahlreichen Bahnübergängen und Weichen auf. Das macht sie laut Ofenbeck zur „Problemlinie“. Denn: Die hohe Anzahl an Störungen wirkt sich immer auch auf den anderen, eigentlich störungsfreien Linienast aus.

Durch die Verlängerung der S-Bahn nach Geretsried werde sich diese Problematik noch weiter verschärfen. Abhilfe könnte die Bahn nur schaffen, wenn die eingleisigen Streckenabschnitte zweigleisig ausgebaut werden. Das wäre auch sinnvoll, weil das Wachstum der Gemeinden an der S-Bahn-Linie auf Dauer erhöhte Beförderungskapazitäten erforderlich machen. Kurzfristig ruft die JU die Bahn auf, störungsanfällige Betriebseinrichtungen wie Signale, Schranken und Weichen besser zu warten und rascher zu erneuern. „Eine technische Störung täglich ist für einen zuverlässigen Betrieb zu hoch“, erklärt Ofenbeck.

Mit Blick auf das gesamte S-Bahn-Netz mahnt die Junge Union ein digitales Stellwerk am Ostbahnhof an. „Wir brauchen den Mut zu Investitionen, auch wenn diese zunächst nicht wirtschaftlich erscheinen“, erklärt Nicola Gehringer, Kreisvorsitzende der JU im Landkreis München. „Wenn es beim Bau der S-Bahn nach Wirtschaftlichkeitsberechnungen gegangen wäre, hätten wir heute noch keine S-Bahn.“

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