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Im Landkreis bekommen Sozialhilfeempfänger mehr Geld als anderswo.

Wegen hohen Lebenskosten: Landkreis stockt Sozialhilfe  auf

  • VonAndreas Sachse
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Sozialhilfeempfänger bekommen im Landkreis München weiterhin etwas mehr Geld, als im Rest des Landes.

Landkreis – Die gegenüber dem Bundesdurchscnitt deutlich höheren Lebenshaltungskosten in der Region um die Landeshauptstadt gleicht das Landratsamt mit Beträgen zwischen 13 und 23 Euro im Monat aus.

Bei der zusätzlich gewährten Hilfe handelt es sich um eine freiwillige, vom Landkreis München bereits seit dem Jahr 2008 selbst finanzierten Leistung. Gegenüber den Vorjahren geht der Aufstockungsbetrag prozentual gesehen allerdings zurück. Hatte der Kreis zum bundesweit gültigen Regelsatz bislang 7,2 Prozent aufgeschlagen, reduziert sich die Zulage ab 1. Januar 2019 auf 5,38 Prozent.

Der neue Wert geht auf Erhebungen des Instituts für empirische Sozial- und Wirtschaftsforschung in Berlin (INES) zurück. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hatte das bisherige, auf Erkenntnissen des paritätischen Wohlfahrtsverbands zurückgehende Verfahren zur Erhebung örtlicher Regelsätze in einem Urteil kassiert. Das Landratsamt sah sich daraufhin gezwungen, INES mit einem neuen Gutachten zu beauftragen, das sich gemäß dem Urteil der Bundesrichter an den gesetzlichen Vorgaben zur Festsetzung örtlicher Regelsätze zu orientierten hatte. INES bestätigte, dass die Lebenshaltungskosten im Landkreis München für Leistungsempfänger nach dem Dritten und Vierten Kapitel des SGB XII nicht durch die bundesweit gültigen Regelsätze gedeckt sind, hält eine Zulage in Höhe von 5,38 Prozent aber für ausreichend. Das Landratsamt geht 2019 von 2100 Hilfeempfängern aus, wobei Alleinstehende und Alleinerziehende mit eigenem Haushalt (Regelbedarfsstufe 1) das Gros der Sozialhilfeberechtigten ausmachen. Dem Landkreis entstehen durch die Aufstockung Mehrkosten in Höhe von 580.000 Euro. Ein Alleinstehender erhält im kommenden Jahr Hilfe zum Lebensunterhalt nach SGB XII über monatlich 447 Euro. 

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