Späte Besinnung vor dem Altar: Das Harthauser Dorftheater spielt den "Jedermann" in der Kirche

Harthausen - Der Empfang im Gutsgarten Möschenfeld war der perfekte Einstieg für einen erlebnisreichen Abend. Es folgte eine herausragende Premiere des Bayerischen Jedermann in der Wallfahrtskirche St. Ottilie in Möschenfeld.

Licht und Fackeln in der Dunkelheit sowie Getränke und Snacks empfangen die Besucher, ehe sie in die Möschenfelder Kirche gehen. Der Innenraum der Barockkirche ist in mystisch-blaues Licht gehüllt. Nach der Begrüßung durch Günter Okon fällt eine lärmende Menschenschar in die Kirche ein, und Tod Hans Leibig zieht die Besucher in seinen Bann. Das Fazit nach der herausragenden Premiere: Das Harthauser Dorftheater hat sich wieder einmal selbst übertroffen.

Zu erwähnen wären viele. Florian Freytag als überzeugender Jedermann oder Teufel Martin Raubüchl mit seinem Klumpfuß, der das Publikum in Atem hält. Melanie Schwer spielt nicht die Buhlschaft, sie ist es einfach. Manuela Milek als Glaube bietet dem Teufel durchaus Paroli, und Brigitte Knauer ist ein überzeugender Mammon - nicht nur wegen des extravaganten goldenen Kostüms.

Musikalisch begleitet wurde das Mysterienspiel nach Hugo von Hofmannsthal von der Pastoralblos’n und der Organistin Megumi Onishi. Der Aufwand war gewaltig. Nicht nur, dass an jedem Abend im Gutsgarten Lichter und Fackeln aufzubauen sind, damit die Gäste bewirtet werden können, auch ein separater Container und ein Zelt wurden aufgestellt, damit sich die Protagonisten umziehen und schminken können.

Eine Kirche als Aufführungsort war völlig neu - „aber für ein christliches Spiel wie der Jedermann durchaus passend“, sagt Hans Leibig.

Bei so vielen Veränderungen gegenüber den Aufführungen im Harthauser Bürgerhaus ist es schön, dass das Dorftheater einer Tradition treu geblieben ist: Die Einnahmen des Premierenabends kommen wie immer einem karitativen Zweck zugute. Unter den Premierengästen waren Bürgermeister Klaus Korneder mit Familie, August von Finck mit Ehefrau Francine, dessen Schwägerin Jenny und Finck-Geschäftsführer Günter Koller.

Weitere Aufführungen

Restkarten für die weiteren Aufführungen am 17./ 18./ 19. Oktober sowie 23./ 25./ 26. Oktober jeweils um 19.30 (Einlass ab 18 Uhr) gibt es an der Abendkasse oder über www.dorftheater.de. Eine Fotostrecke finden Sie auf www.merkur.de.

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