Mit Hilfe dieser Figuren lernen die Kinder das Schlittschuhlaufen. Foto: Robert Brouczek

Ein Spaß für die ganze Familie

Ottobrunn - Bis zu 300 Eisläufer zählt das Ottobrunner Stadion am Haidgraben an einem Sonntag. Ein Besuch.

Von Robert M. Frank

Ottobrunn - Die Sonne strahlt. Am Ottobrunner Haidgraben sieht man in der Ferne das Bergpanorama der Alpen. Für viele Münchner ein idealer Sonntag, um in die Berge zum Skifahren aufzubrechen. Einige sehen das an diesem Vormittag am Haidgraben allerdings ganz anders. Sie wollen bei den schönen Bedingungen lieber aufs Eis als auf die Piste. Gut 150 Besucher tummeln sich auf der Eisfläche im Ottobrunner Eislaufstadion am Haidgraben.

Eine Gruppe junger Mädchen läuft Hand in Hand gekonnt übers Eis. Einige der kleineren Kinder klammern sich an die Hände ihrer Eltern und umrunden die Eisfläche an der Bande - ganz vorsichtig. Vier Kinder klammern sich an Pinguin- und Zwerg-Figuren fest und rutschen damit vorsichtig vorwärts. Die etwas älteren und geübteren Kids tollen derweil herum. Das bunte Treiben mit den roten Anoraks, blauen Skihosen, lila Mützen und schwarzen Ski-Helmen ist zu Beginn eines jeden Jahres bei schönem Wetter oft zu beobachten. „Der Januar ist sehr gut frequentiert“, sagt Werner Müller, der Geschäftsführer der betreibenden Sportpark Ottobrunn GmbH.

In dem 1977 eröffneten Eisstadion, wo es am Sonntag jeweils am Vormittag (von 10 Uhr bis 11.30 Uhr) und am Nachmittag (14.30 Uhr bis 18 Uhr) zwei Zeitfenster für den öffentlichen Eislauf gibt, herrscht reger Betrieb. Laut Müller können es sonntags da schon mal schnell 300 Leute sein, die auf Schlittschuhen ihre Kreise ziehen. Lediglich an den Nachmittagsterminen von Dienstag bis Freitag geht es etwas ruhiger zu. Die Verantwortlichen der Sportpark GmbH können sich allerdings vorstellen, daran etwas zu ändern. „Am Wochenende ist es okay. Vielleicht kann man aber unter der Woche das Eislaufen noch attraktiver machen, indem man am Abend einen Eislauf anbietet“, so Müller.

Nacht-Eislauf unter Flutlicht. Eine interessante Idee, der allerdings noch keine konkreten Planungen vorausgegangen sind. Das hat auch seine Gründe. Denn unter der Woche ist die Eisfläche für den Eis- und Rollsport-Club Ottobrunn (ERSCO) reserviert. Der Verein belegt mit seinen Abteilungen Eishockey, Eiskunstlauf und Eisschnelllauf im offenen Kunsteisstadion das Gros der Zeit. „Der Öffentlichkeitslauf macht ungefähr 50 Prozent aus“, sagt Müller. In den vergangenen Jahren seien die Besucherzahlen auf einem ähnlichen Niveau geblieben.

Eine Sache hat sich allerdings in den letzten Jahren stark entwickelt. Immer häufiger sind an Vormittagen Schulklassen am Haidgraben anzutreffen. „Das ist dann wie eine normale Sportstunde. Da haben wir in den letzten Jahren enormen Zuspruch gehabt“, sagt Müller. Zuspruch erhält das Eislaufstadion auch von den Besuchern des öffentlichen Eislaufs (siehe Umfrage unten). Den Menschen gefällt der Eislauf unter freiem Himmel.

So auch an diesem Sonntag, wo die öffentliche Eiszeit nun bald zu Ende geht. „Willst Du noch ein bisschen fahren?“, fragt Alexander Münster seine dick eingepackt kleine Tochter. Die drei Jahre alte Ottobrunnerin, die zuvor schon erschöpft auf der Bank außerhalb der Eisfläche saß, lässt sich nicht überreden. Das Klackern der Schlittschuhe auf dem Eis geht dennoch eine kurze Zeit weiter.

Erst als die Anzeigetafel 11.30 Uhr anzeigt, leert sich die Eisfläche rapide. Der Eismeister wartet schon mit seiner Zamboni, einer Eisbearbeitungsmaschine, am Rand auf seinen Einsatz. Das Eis wird für das anstehende Eishockey-Heimspiel der Knabenmannschaft des ERSCO gegen den TEV Miesbach hergerichtet. Die öffentliche Eislaufstunde ist vorbei. Die Besucher wackeln in ihren Schlittschuhen über die um das Stadion ausgelegten schwarzen Kunststoff-Platten in Richtung Umkleidekabine. Vorher kaufen sich noch einige Jugendliche am Kiosk Süßigkeiten. Einige Besucher geben ihre geliehenen Schlittschuhe wieder ab.

Die Ottobrunner Familie Münster läuft mit ihrer Tochter in Richtung Ausgang. Die Dreijährige wirkt geschafft, aber zufrieden. Die Familie hat einen kurzen Heimweg. Anders wäre es bei einem Skiausflug gewesen. „Eislaufen in Ottobrunn ist eine echte Alternative zum Skifahren“, sagt Müller. „Man ist an der frischen Luft und steht nicht mit dem Auto im Stau.“

Auch interessant

Kommentare