Dem Hausl Veitl (Hans Häusler, r.) schaute der Amtsrichter (Bürgermeister Jan Neusiedl, l.) prüfend ins Gesicht und ließ sich vom Anwalt (Dieter Aulenbacher) über die Untaten berichten. Foto: robert brouczek

Spaßige Episoden schmecken lassen

Grünwald - Bürgermeister Jan Neusiedl mit Gesetzesschmökern, die vor ihm ausgebreitet liegen: Die Rolle des Königlich Bayerischen Amtsrichters stand dem Rathauschef gut zu Gesicht.

Wie Bürgermeiser Neusiedl über seine goldgeränderte Brille lugt, scharfäugig den Hausl Veitl ins Visier nimmt, den armen, unwissenden Bauern mit Paragrafen spickt, um dann doch mit milder Stimme und eleganter Rhetorik „Freispruch“ zu verkünden – all das ist zum Schießen.

Die Zuschauer konnten bei der Aufführung folgerichtig nicht mehr an sich halten: Mit Applaus und Gelächter belohnten die als Indianer, Cowboys, Clowns, Gendarmen oder Geister verkleidete jubelnde Schar an den Tischen die rührigen Darsteller des Schauspiels „Der Rosstäuscher“. Schon längst ist das traditionelle Faschingstheater der „Vereinigung der Freunde Grünwalds“ am Rosenmontag im Bürgerhaus zu einem Ritual in der „fünften Jahreszeit“ geworden, auch heuer war die Stimmung wieder bestens.

Bevor es aufs Tanzparkett ging, und es sich die Grünwalder schmecken lassen durften, standen die Stücke „Die Rosstäuscher“ und „Der Marksteinrucker“ von Georg Lohmeier auf dem Programm. Beide Stücke spielen zu Beginn des 19. Jahrhunderts – in einer Zeit als, wo ganz die Monarchen und Amtsrichter das Sagen hatten und noch der Amtsschimmel in den Kanzleien und Gerichtssälen hängt.

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